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„Batteriehaus“ von VW und Bosch könnte Gemeinschaftsfirma vorbereiten

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Das Logo von Bosch leuchtet am Abend an der Halbleiterfabrik des Unternehmens.
Als Automobilzulieferer beliefert der Stuttgarter Konzern Bosch auch den Autobauer Volkswagen. © Sebastian Kahnert/dpa

Volkswagen und Bosch wollen ihre Kompetenzen beim Bau von E-Autos bündeln. Daraus könnte ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden Konzerne entstehen.

Wolfsburg/Stuttgart (dpa) - Volkswagen und sein Großlieferant Bosch wollen mit einem neuen Projekt ihre Kompetenzen im Bau von E-Autos und Fertigungstechnik für Batteriezellen in Europa bündeln. Daraus könnte ein Gemeinschaftsunternehmen zur Ausrüstung kompletter Zellfabriken für die Fahrzeugbranche werden, wie die Partner am Dienstag erklärten. Bis zum Jahresende wollen sie dies vorbereiten.

Eine Absichtserklärung hierzu schlossen beide Seiten bereits. Die Kooperation sei bisher noch in einem recht frühen Stadium, hieß es aus Firmenkreisen. Als Ziel peilen der größte europäische Autohersteller und der weltgrößte Autozulieferer aber schon eine «Kosten- und Technologieführerschaft bei der Industrialisierung von Batterietechnologie und Serienproduktion nachhaltiger Batterien» an.

Zum Aufbau weiterer Zellfabriken und Hochlauf der Elektromobilität sind enorme Investitionen nötig. Kleinere oder mittelgroße Unternehmen auch aus der Zulieferbranche könnten daher etwa Bedarf an Gesamtsystemen sowie zugehörigen Dienstleistungen wie Einrichtung und Wartung haben. Das «Batteriehaus»-Projekt soll zunächst teils in Salzgitter, teils in Stuttgart-Feuerbach angesiedelt werden. Eine große Nähe zu den Produktionsorten sei wegen möglichst kurzer Wege wichtig. Es gehe um das «gesamte Spektrum an Prozessen und Komponenten, die für die Herstellung von Batteriezellen und -systemen im großen Maßstab erforderlich sind».

Volkswagen will in Europa zunächst sechs eigene Zellfabriken bauen. Neben Salzgitter ist Skellefteå in Nordschweden dafür schon gesetzt. Ein dritter Standort in Spanien gilt als ausgemacht, sofern die Politik dort entsprechende Bedingungen bietet. Außerdem sollen mögliche Kandidaten unter Regionen in Osteuropa geprüft werden.

Der Wolfsburger Konzern hat schon eine eigene europäische Aktiengesellschaft (SE) für das Batteriegeschäft gegründet. Nun geht es um die Suche nach zusätzlichen Investoren. Denkbar ist auch ein Börsengang. VW-Technikvorstand Thomas Schmall erklärte: «Es gibt eine starke und wachsende Nachfrage nach allen Aspekten der Batterieproduktion, einschließlich der Ausrüstung neuer Gigafactories. Volkswagen und Bosch loten die Chancen aus, diese kommende Multi-Milliarden-Industrie zu entwickeln und zu gestalten.»

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