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Kurz vor Ende der Sommerferien: Bahnstreiks drohen in Baden-Württemberg

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Von: Nadja Pohr

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Menschen an einem Gleis in Stuttgart
Die GDL droht mit Streiks in Baden-Württemberg kurz vor dem Ende der Sommerferien. Verkehrspolitiker Christian Jung (FDP) fürchtet bereits das „massive Chaos“, das dadurch entstehen könnte. © Tom Weller/dpa

Zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) geht es in Verhandlungen hoch her. Für Baden-Württemberg könnten deshalb Bahnstreiks drohen.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn hat seine baden-württembergischen Fahrgäste in letzter Zeit schon häufiger geärgert. Unter anderem löste eine beschädigte Oberleitung am Hauptbahnhof Stuttgart ein Bahn-Chaos aus. Wenige Wochen später wurde die S-Bahn-Stammstrecke für eine Sommerbaustelle gesperrt. Auch der DB-Chef selbst kritisierte kürzlich die Qualität und Zuverlässigkeit der Bahn. Ab dem 11. September können zumindest die Fahrgäste in der Region Stuttgart wieder auf Besserung hoffen und die gewohnten Strecken nutzen - wenn ihnen nicht ein Streik der Gewerkschaft in die Quere kommt.

Gewerkschaftschef droht mit Streik in Baden-Württemberg

Da sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) gerade streiten, könnte den Menschen in Baden-Württemberg kurz vor dem Ende der Sommerferien ein Streik drohen. Gewerkschaftschef Claus Weselsky mahnte, dass Streiks ab Montag „vorprogrammiert“ seien, falls der landeseigene Konzern nicht bereit sei, mit der GDL über einen einheitlichen Tarifvertrag für alle seine Mitarbeiter zu verhandeln, wie die Bild berichtet.

Wann genau es dazu kommen wird, könne man derzeit nicht sagen. Man werde die Fahrgäste jedoch rechtzeitig informieren, teilte ein Sprecher mit. Auch eine Pressesprecherin der SWEG schließt einen Streik nicht aus, wenn die GDL ihre „Blockadehaltung“ weiter beibehalte. Bisher weigert sich der Konzern nämlich, sich auf einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Mitarbeiter einzulassen. In den Verhandlungen geht es eigentlich nur um ein neues Regelwerk für die Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH, die das Unternehmen Anfang des Jahres übernommen hatte.

Fahrgäste in Stuttgart, Heidelberg und im Breisgau betroffen - Verkehrspolitiker fürchtet „massives Chaos“

Sollte es tatsächlich zu einem Streik in Baden-Württemberg kommen, wären mehrere Regionen betroffen. Die SWEG betreibt unter anderem Regionalzüge im Breisgau, in der Ortenau, Stuttgart, Bruchsal, Heidelberg sowie zwischen Tübingen und Heilbronn. Christian Jung, Verkehrspolitiker der FDP, fürchtet deshalb bereits ein „massives Chaos“. „Wir brauchen am Ende der Sommerferien alles, aber keine Streiks“, sagte Jung. Nach dem aktuellen Stand der Verhandlung wäre das auch „völlig unnötig“. Die Landesregierung könne zudem durch ihre Vertreter im Aufsichtsrat der SWEG auf eine Lösung hinwirken.

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