Pfullendorf (Kreis Sigmaringen)

Tragischer Badeunfall bei Sigmaringen: Minutenlang bemerkte niemand das Verschwinden eines 8-jährigen Mädchens

Bade-Utensilien liegen unter aufziehenden Wolken am Ufer des Weissensees.
+
Eine 8-Jähriger ertrank an einem Badesee in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen)
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Am Samstag kam es zu einem tragischen Badeunfall in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen). In einem Strandbad ging ein achtjähriges Mädchen unter. Der Notarzt konnte das Kind nicht mehr retten.

  • Am Samstag kam es zu einem Badeunfall in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen). Ein achtjähriges Mädchen ging im Bereich eines Strandbads unter.
  • Laut Angaben der Polizei Ravensburg zogen Badegäste das Mädchen an Land und starteten einen Reanimierungsversuch.
  • Der eingeflogene Notarzt konnte die Achtjährige nicht mehr retten. Aus Rücksicht auf die Angehörigen gibt die Polizei keine weiteren Details bekannt.

Pfullendorf - Am Samstagnachmittag kam es zu einem tragischen Badeunfall in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen). Ein achtjähriges Mädchen ging im Bereich eines Strandbads unter und konnte anschließend nicht mehr reanimiert werden. Anfang des Monats war es bereits zu mehreren Badeunfällen in Baden-Württemberg gekommen. Ein Junggesellenabschied auf der Donau endete in einer Tragödie. Ein 30-Jähriger suchte im Wasser nach seiner Sonnenbrille und ging plötzlich unter. Ein Großaufgebot der Rettungskräfte konnte den Mann zunächst nicht finden. Erst Taucher bargen den 30-Jährigen aus dem Wasser, für ihn kam jede Hilfe zu spät. Auch bei dem Badeunfall in Pfullendorf konnte der alarmierte Notarzt das Mädchen nicht mehr retten.

Badeunfall in Pfullendorf: Verschwinden des Mädchens wird erst Minuten später bemerkt

Nach Angaben der Polizei Ravensburg ereignete sich der Badeunfall in Pfullendorf am Samstagvormittag gegen 17:30 Uhr. Am Seepark Pfullendorf ging ein achtjähriges Mädchen aus zunächst unbekannten Gründen unter. Das Verschwinden des Kindes wurde erst Minuten später bemerkt.

Badegäste des Strandbads eilten zur Hilfe. Sie zogen das Mädchen nach Polizeiangaben an Land und starteten einen Reanimierungsversuch. Der sofort alarmierte Rettungsdienst führte die Reanimierung schließlich weiter. Ein Rettungshubschrauber flog einen weiteren Notarzt zur Unterstützung ein. Die Bemühungen der Mediziner, das Mädchen zu retten, blieben jedoch erfolglos. Der Rettungsdienst stellte gegen 19:00 Uhr den Tod der Achtjährigen fest, wie die Polizei Ravensburg in einer Pressemitteilung angab.

Nach den Lockerungen der Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg besuchen wieder viele die Badeseen im Land. 10.000 Menschen stürmten an einen Badesee in Baden-Württemberg. Die Gemeinde versank im Chaos. Der Polizei war es nicht möglich, den Mindestabstand zu kontrollieren.

Badeunfall in Pfullendorf: Mädchen konnte vermutlich nicht gut schwimmen

Nach dem tragischen Badeunfall in Pfullendorf betreuten die Rettungskräfte und Einsatzkräfte der Notfallseelsorge Angehörige und weitere Badegäste vor Ort. Zu den Gründen des Badeunfalls machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auf Nachfrage von BW24 sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg, dass das Mädchen laut ersten Ermittlungen nicht gut schwimmen konnte. Nähere Details zu dem tragischen Ereignis wolle man aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht öffentlich mitteilen, so der Polizeisprecher. Laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sei das Kind in das tiefere Wasser vorgedrungen und in dem schnell abfallenden Badesee untergegangen.

Der Fall an dem Badesee bei Sigmaringen zeigt wie gefährlich ein Bad in einem See sein kann - nicht nur für Kinder. Das Seebad muss sich daher jetzt gegen schwere Vorwürfe wehren. In Zeiten des Coronavirus ist es noch dazu sehr voll in Seen. Viele suchen sich daher eine andere Möglichkeit, um ins Wasser zu springen. Bei nicht ausgewiesenen Badestellen kann dies jedoch schnell Lebensgefahr bedeuten. In Baden-Württemberg gibt es einige Stellen an Flüssen und Seen, die schnell zur Todesfalle werden.

Im Kreis Esslingen kam es vor ein paar Tagen zu einem Angriff auf einen Badegast. Ein Jugendlicher stach an einem Badesee bei Esslingen wie besessen auf einen 19-Jährigen ein. Der junge Mann ging nach Polizeiangaben zielstrebig auf einen Bekannten zu und verletzte ihn mit einem Messer. Das 19-jährige Opfer des Messerangriffs schwebte nicht in Lebensgefahr. Die Polizei stellte den Tatverdächtigen nach einer groß angelegten Fahndung und nahm ihn fest.

Im Kreis Sigmaringen geschah am Mittwochabend ein weiterer Vorfall. Altöl gelangte aus zunächst ungeklärten Gründen in die Donau. Die Einsatzkräfte verhinderten mit Ölsperren und Bindemittel die weitere Ausbreitung des Altöls. Die Spur des 100 Meter langen Schandflecks in der Donau bei Sigmaringen führte zu einem Unternehmen. Nach dem Vorfall seien keine Folgen für die Umwelt zu befürchten, sagte ein Sprecher der Polizei Ravensburg auf Anfrage von BW24.

Am Bodensee ging jetzt ein Badeunfall glimpflich für alle Beteiligten aus. Ein Mann hielt eine 4-Jährige im Bodensee entkräftet über Wasser - ein Zufall rettete die beiden. Der Mann war seiner Frau und seiner Nichte zu Hilfe geeilt, weil sie bei starkem Wellengang nicht mehr zurück zum Motorboot kamen. Dabei geriet der Onkel des Mädchens allerdings selbst in Not.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare