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Baden-Württemberg: Bei diesen Unternehmen bekommen Mitarbeiter kein Weihnachtsgeld

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Von: Julian Baumann

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Als Geschenk verpackte 20 und 50 Euro Banknoten liegen auf einem Tisch.
In der IT-Branche in Baden-Württemberg wird kein Weihnachtsgeld ausgezahlt. Dafür erhalten die Mitarbeiter an den Erfolg gekoppelte Sonderzahlungen (Symbolbild). © Monika Skolimowska/dpa

Weihnachten rückt immer näher und viele Arbeitnehmer in Baden-Württemberg freuen sich auf eine jährliche Bonuszahlung. Manche Unternehmen zahlen jedoch kein Weihnachtsgeld.

Stuttgart - Das allmählich zu Ende gehende Jahr war aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg für viele Arbeitnehmer erneut eine große Herausforderung. Vor allem das medizinische Personal an den Krankenhäusern und Kliniken in Stuttgart und dem ganzen Bundesland leisteten im zweiten Jahr in Folge außerordentliches. Doch auch in anderen Sparten und Branchen mussten sich die Mitarbeiter immer wieder auf neue Maßnahmen, Beschränkungen und Änderungen einstellen. In der Industrie kam die immer noch andauernde Chipkrise hinzu, weswegen viele Arbeitnehmer temporär in die Kurzarbeit geschickt werden mussten.

Nun ist die Adventszeit angebrochen und viele Arbeitnehmer freuen sich in diesem herausfordernden Jahr sicherlich umso mehr auf das Weihnachtsgeld. Die jährliche Bonuszahlung ist jedoch für Arbeitgeber nicht verpflichtend. Manche Unternehmen in Baden-Württemberg zahlen kein Weihnachtsgeld - leer gehen die Mitarbeiter trotzdem nicht aus.

Weihnachtsgeld: Manche Unternehmen halten sich an Tarif, andere weichen ab

Trotz der noch immer schwierigen wirtschaftlichen Lage zahlen Maschinenbauer wie Kärcher, Stihl und Trumpf auch in diesem Jahr Weihnachtsgeld. Bei den Großkonzernen Daimler und Bosch ist die Höhe der Bonuszahlung dagegen nach dem Tarifvertrag von IG-Metall geregelt. Das gilt laut dem Portal Glassdoor auch für die ZF Friedrichshafen. Diese Regelung schließt demnach jedoch auch nur die Mitarbeiter ein, die tariflich bezahlt werden. Daimler und Bosch wollen die Tarifbestimmungen der IG Metall für das Weihnachtsgeld nicht übersteigen und verwiesen auf die Corona-Prämien. Daimler-Mitarbeiter erhielten im vergangenen Jahr eine Bonuszahlung von 500 Euro, bei Bosch fiel die Corona-Prämie mit 2.000 Euro viermal so hoch aus.

Im Gegensatz zu der Daimler AG und Bosch weicht die Porsche AG in diesem Jahr jedoch deutlich von den Tarifbestimmungen ab. Porsche verdoppelt 2021 das Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen auch künftig so viel zahlen muss. Während die im Tarif bestimmten Bonuszahlungen nicht gekürzt werden dürfen, ist das bei übertariflichem Weihnachtsgeld anders, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund (dgb). Wenn ein betriebliches Weihnachtsgeld über mindestens drei Jahre in einer bestimmten Höhe ausgezahlt wurde, haben die Mitarbeiter jedoch einen Anspruch auf die Summe.

Sonderregelungen in der IT-Branche: Das gilt bei SAP, Bechtle und Co. beim Weihnachtsgeld

Auch bei den großen Lebensmittelhändlern in Baden-Württemberg ist die Höhe des Weihnachtgeldes per Tarif festgelegt. Die Discounter-Ketten Lidl und Kaufland zahlen demnach das übliche Weihnachtsgeld. Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge bekommen alle Mitarbeiter in Deutschland zusätzlich noch einen Warengutschein im Wert von 75 Euro. Eine Ausnahme gilt offenbar für die IT-Branche im Bundesland. Dort wird größtenteils kein klassisches Weihnachtsgeld ausgezahlt.

So zahlt der Softwareriese SAP mit Sitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) beispielsweise kein Weihnachtsgeld an die Mitarbeiter aus. Traditionell gibt es bei dem Unternehmen aber eine Sonderzahlung, die teilweise an den Erfolg gekoppelt ist. In diesem Jahr gestaltet sich das bei SAP jedoch anders. Laut Stuttgarter Zeitung gibt es statt einer Sonderzahlung einen „attraktiven“ Plan für den Kauf von SAP-Aktien, wie eine Sprecherin sagte.

Auch die Angestellten beim Softwareunternehmen Bechtle aus Neckarsulm gehen in Sachen Weihnachtsgeld leer aus. „Basis unseres Vergütungsmodells sind sogenannte Zielgehälter“, sagte ein Sprecher. Diese bestehen aus einem festen und einem variablen Anteil.

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