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Baden-Württemberg machtlos gegen Waldbrände im Ländle - „Sind nicht auf diese Gefahr vorbereitet“

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Von: Nadja Pohr

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Waldbrand
Die Zahl der Waldbrände in Baden-Württemberg steigt. Angesichts des Klimawandels müssen für die Zukunft einige Maßnahmen getroffen werden (Symbolbild). © dpa/Wiesbaden112.de

Flächen- und Waldbrände plagen Baden-Württemberg. Die Feuerwehren sind dafür jedoch nicht gut genug vorbereitet. Für die Zukunft muss einiges an Aufwand betrieben werden, wie ein Experte warnt.

Stuttgart - Extreme Trockenheit und Hitze machten der Bundesrepublik in den vergangenen Wochen schwer zu schaffen. Die Folge sind Niedrigwasserstände in deutschen Flüssen sowie Wald- und Flächenbrände. „Dieses Jahr werden wir Waldbrände in Baden-Württemberg im vierstelligen Bereich haben“, lautet die schockierende Prognose des Landwirtschaftsministers Peter Hauk (CDU).

In Baden-Württemberg war besonders der Kreis Karlsruhe betroffen. In der ersten August-Hälfte kam es zu 46 Flächen- und vier Waldbränden. Einige Fälle werden jedoch nicht auf das Wetter in Deutschland zurückgeführt. Nach einem Feuer in einem rund 300 Quadratmeter Forst, erhärtet sich der Verdacht der Polizei in Karlsruhe, dass sich ein Brandstifter in der Region umtreibt. Die häufigen Einsätze sind für die Feuerwehr eine große Belastung, wie Florian Gelder, Chef der Berufsfeuerwehr Karlsruhe, der Bild sagt. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Feuerwehren im Südwesten für Waldbrände schlecht vorbereitet sind.

Baden-Württemberg muss sich besser wappnen - „Unsere Wälder sind nicht auf diese Gefahr vorbereitet“

Die baden-württembergische Forstkammer schlägt Alarm: Im Hinblick der anhaltenden Trockenheit sowie der steigenden Waldbrandgefahr müsse sich Baden-Württemberg besser für mögliche Waldbrände wappnen. „Unsere Wälder sind nicht auf diese Gefahr vorbereitet“, sagte Jerg Hilt, der Geschäftsführer der Forstkammer, gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur (dpa). Das Problem: Der Südwesten habe aufgrund seiner Historie bisher kaum Geld für die Brandbekämpfung im Forst ausgegeben, wie Hilt erklärt.

Die Feuerwehren in den Landkreisen in Baden-Württemberg müssen daher besser für den Kampf gegen Waldbrände ausgestattet werden. Zudem müssen Abläufe bei der Brandbekämpfung eingeübt werden, wie Brunnen auszuheben oder Löschteiche anzulegen. Wichtig ist es auch eine regionale Risikoanalyse zu haben und weiter verstärkt klimastabile Mischwälder anzubauen. „Das ist alles ein enormer Aufwand“, sagt der Geschäftsführer.

Baden-Württemberg hofft auf Regen gegen Waldbrandgefahr

Nach den vielen Einsätzen der Feuerwehr, vor allem im Kreis Karlsruhe, hofft man in Baden-Württemberg nun auf Regen, um die Waldbrandgefahr zu mindern. Diesen Wunsch könnte Gewittertief Karin erfüllen, das gerade angerauscht kommt - allerdings wird der Regen nicht in jede Region kommen. Und: Nach dem Tief werden wieder hitzige Temperaturen erwartet.

Bislang war das Risiko in den baden-württembergischen Wäldern gering. Mit rund 1,4 Millionen Hektar zählt das Bundesland zu den waldreichsten Ländern in Deutschland. Durch den Klimawandel steige die Gefahr für die Brände jedoch an. Aber auch fahrlässiges Handeln kann zum Feuer führen: unbeaufsichtigte Feuerstellen, Arbeits- und Forstgeräte, die überhitzen sowie achtlos weggeworfene Zigarettenkippe können verheerende Folgen haben.

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