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Solidaritätsaktionen für die Ukraine gehen Bürgern nicht weit genug - „die brauchen Waffen“

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Von: Nadja Pohr

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Zwei Frauen umarmen sich und demonstrieren für die Solidarität mit der Ukraine
Zahlreiche Demonstranten bekunden ihre Solidarität mit der Ukraine nach den Angriffen Russlands. © IMAGO / photothek

In Baden-Württemberg gab es nach dem Angriff auf die Ukraine zahlreiche Aktionen, die die Solidarität mit dem Land bekunden. Den Bürgern reicht dies jedoch nicht.

Stuttgart - Die Bilder aus der Ukraine erschüttern die Menschen in Baden-Württemberg: Russland hat am Donnerstag (24. Februar) einen Bombenangriff auf die Hauptstadt Kiew gestartet. Der Ernst der Lage schockiert auch die Stuttgarter, denen die Entwicklungen sogar Angst bereiten.

Im Südwesten bekundeten viele Landkreise in Baden-Württemberg trotz des Schocks sofort ihre Solidarität mit der Ukraine bei unterschiedlichen Aktionen. Vor dem Rathaus in Ludwigsburg ließ man die ukrainische Flagge hissen. Die Landesregierung ließ am Abend außerdem das Neue Schloss am Stuttgarter Schlossplatz in den Nationalfarben blau-gelb erstrahlen.

Am Rathaus der Landeshauptstadt war hingegen keine Aktion zu sehen. Lediglich die Jugendorganisationen der SPD, Grünen, FDP, CDU sowie die Jungen Europäischen Föderalisten Baden-Württemberg riefen zu einer Kundgebung vor dem russischen Konsulat in Stuttgart auf. Für viele Bürgerinnen und Bürger sind die zahlreichen Solidaritätsaktionen jedoch nicht ausreichend.

Nur ein Zeichen der Solidarität für die Ukraine reicht nicht aus

„Das sieht schön aus und macht uns in unserer Hilflosigkeit ein warmes Bauchgefühl, wird Diktator Putin aber ziemlich wurscht sein“, schreibt ein Nutzer auf Twitter zur Beleuchtung des Schlosses. „Lichter sind ja ganz nett, aber es wird mal Zeit etwas mehr zu leisten“, findet ein anderer User und ist mit seiner Meinung nicht alleine: „Die Ukraine braucht keine Beleuchtung, die brauchen Waffen, ihr Clowns.“

In den sozialen Netzwerken fordern einige Nutzer auch, nicht nur auf die Ukraine zu schauen, sondern auch die Menschen in Russland zu berücksichtigen, die diesen Krieg nicht wollen. Trotz der negativen Reaktionen im Internet gibt es eine große Anzahl an Menschen in der Region, die diese Form der Bekundung für wichtig und richtig halten. „Das ist das mindeste, was wir tun können“, schreibt ein Nutzer auf Facebook.

Baden-Württemberg fürchtet Konsequenzen nach Russlands Angriff

Während im Internet die Forderungen nach weiteren Sanktionen für Russland laut werden, herrscht auch die Angst vor möglichen Konsequenzen für Baden-Württemberg. Laut einer Umfrage von BW24 auf den Straßen von Stuttgart rechnen die Bürger vor allem mit steigenden Energiepreisen. Einen militärischen Angriff auf Deutschland fürchten sie kaum. Auch die deutsche Autoindustrie ist wegen des Ukraine-Kriegs in Sorge, da viele Unternehmen dort einen Standort betreiben.

Auswirkungen hatte der Angriff bisher besonders auf eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Baden-Württemberg - den Europapark in Rust. Nachdem Fans aufgrund der Russland-Attraktion zum Boykott aufgerufen hatten, gab der Freizeitpark nun die Namensänderung der „Blue-Fire“ aufgrund des Ukraine-Kriegs bekannt.

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