Tesla Model 3

Respekt vor schwäbischer Technik: Elon Musk lässt heimlich deutsche Teile in Tesla einbauen

Tesla-Chef zieht den Hut vor schwäbischer Ingenieurskunst und baute sie in seine Autos ein.
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Tesla-Chef zieht den Hut vor schwäbischer Ingenieurskunst und baute sie in seine Autos ein.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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E-Auto-Riese Tesla setzt auf das Können deutscher Unternehmen. Viele der Bauteile und Komponenten stammen auch aus Baden-Württemberg.

Stuttgart - „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“, lautet der Länderslogan von Baden-Württemberg. Und da scheint auch was dran zu sein. Der Südwesten gilt als Erfinderland: Ob Auto, Streichholz, Motorsäge oder das Fahrrad - diese Erfindungen stammen allesamt aus Baden-Württemberg.

Auch heute noch ist das Bundesland das Land der Tüftler und Erfinder. Das machen sich namhafte Firmen zunutze. So kommt etwa ein großer Teil der Technik der E-Autos von Tesla nicht etwa aus den USA, sondern aus Deutschland und dem „Ländle“.

Tesla: Das Model 3 ist auch Werk deutscher Ingenieurskunst

Rund ein Drittel des Tesla Model 3 stammen von deutschen Zulieferern, schreibt das Handelsblatt. Deutschland ist ein wichtiger Standort für den US-amerikanischen Konzern. Tesla baute sogar eine Gigafactory in Grünheide (Brandenburg). Dort sollen in Zukunft E-Autos hergestellt werden - inklusive deutscher Ingenieurskunst.

Laut Angaben des Handelsblatts liefern 50 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum für die Produktion und Fabrik in Grünheide zu. Ein lukratives Geschäft, vor allem für mittelständische Unternehmen: Ein Drittel der etwa 3.000 Bauteile des Tesla Model 3 stammen aus deutschen Firmen. Eigentlich sind die Zulieferer geheim. Doch die FH Dortmund konnte in Kooperation mit dem Handelsblatt anhand einer in acht Jahren aufgebauten Datenbank und anderen Quellen 50 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum ermitteln.

Tesla Model 3: Diese Bauteile stammen aus Baden-Württemberg

Nicht gerade wenige davon stammen aus dem Südwesten. Aus Baden-Württemberg steht etwa die „Automotive Lighting Rear Lamps Deutschland GmbH“ bei Tesla unter Vertrag. Der Automobilzulieferer mit Sitz in Reutlingen stattet das Model 3 mit Scheinwerfern und Blinkern aus. Die Innenraumfilter stammen aus Ludwigsburg: Mann + Hummel stellt Flüssigkeits- und Luftfiltersysteme, Ansaugsysteme und Innenraumfilter her. Das Familienunternehmen beliefert auch den Tesla-Konkurrenten Daimler mit Systemen für seine Mercedes-Benz-Modelle.

Auch Technik aus der Landeshauptstadt Stuttgart darf nicht fehlen: „S1nn“ sorgt im Tesla Model 3 für den optimalen Musiksound. Der schwäbische Infotainment-Hersteller arbeitet schon seit Jahren mit Tesla zusammen, stattete unter anderem das Model S mit seinen Systemen aus.

Das Leder für luxuriöse Sitzbezüge und die Innenverkleidung des Tesla liefert ein Familienunternehmen aus Göppingen. „Bader“ wurde einst als Gerberei für Schuhleder gegründet, später stellte man auf Leder für Möbel um, heißt es auf der Bader-Unternehmenswebseite. Weltweit hat das Göppinger Unternehmen inzwischen 12.100 Angestellte. Jeden Tag verarbeiten diese über 16.750 Rinderhäute zu Automobilleder. Neben Tesla zählen unter anderem die Daimler AG, Porsche AG und AMG zu den Kunden von Bader.

Autozulieferer Bosch kümmert sich beim Tesla Model 3 um Fahrwerk und Sicherheit

Auch Autozulieferer Bosch trägt seinen Teil zum Model 3 bei. Die Systeme und Komponenten zu Fahrwerk und Sicherheit sowie das Scheibenwischergestänge stammen laut Handelsblatt vom schwäbischen Großunternehmen. Trotz der Aufträge von Tesla kriselt es bei dem Autozulieferer. Bosch will ein ganzes Werk schließen, hunderte Jobs stehen vor dem Aus.

Tesla kurbelt mit seiner Zusammenarbeit auch die Wirtschaft im Land an. Doch auch für den E-Auto-Giganten sind die deutschen Firmen unverzichtbar geworden. Das Unternehmen kann sich darauf verlassen, hierzulande Automobilwissen und ausgereifte Technik zu bekommen. Seinen Erfolg hat Tesla aber sicher auch der Radikalität von Unternehmenschef Elon Musk zu verdanken. „Es ist wichtig, dass Tesla zumindest in Teilen ein deutsches Unternehmen wird“, sagte Elon Musk schon bei der Übernahme des Maschinenbauers Grohmann aus der Eifel. Vielleicht wird Tesla ja dann in Zukunft auch ein schwäbisches Unternehmen.

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