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Liftbetreiber in Baden-Württemberg wollen bald die Ski-Saison eröffnen - mit Hygienekonzepten

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Von: Valentin Betz

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Skifahrer nutzen den Lift am Feldberg.
Wintersport in Baden-Württemberg: Den Liftbetreibern machen Schneemangel und die Corona-Pandemie zu schaffen. Abgesehen vom Feldberg (im Bild) stehen Lifte im Südwesten derzeit noch still. © Philipp von Ditfurth/dpa

Wer Wintersport betreiben will, kann das nicht nur in den Alpen. Die Schwäbische Alb bietet selbst in Baden-Württemberg Optionen. Wenig Schnee und Corona sorgen aber für Schwierigkeiten.

Holzelfingen/Albstadt - Mit dem Schnee in Deutschland ist das so eine Sache. Wie, wo und in welchen Mengen er fällt, ist regional sehr unterschiedlich. Zudem ist auf den Schnee hierzulande bei weitem nicht so viel Verlass, wie in unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz.

Immerhin hat Baden-Württemberg im Vergleich zum Rest Deutschlands bei den Schneemengen grundsätzlich leichte Vorteile. Vor allem der Schwarzwald und die Schwäbische Alb bekommen in der Regel viel davon ab. Entsprechend gibt es in beiden Regionen auch ein umfangreiches Angebot für Wintersport. Garantien für Schnee gibt es trotzdem nicht. In der vergangenen Saison machte den Liftbetreibern zudem – ebenso wie diese Saison – die Corona-Pandemie zu schaffen.

Wintersport in Baden-Württemberg: Corona macht Liftbetreibern auf Schwäbischer Alb zu schaffen

Die Wintersportsaison 2020/21 war für die Skilifte in Albstadt im Zollernalbkreis zum Vergessen. Alle sechs Skilifte blieben geschlossen, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung Albstadt gegenüber BW24 erklärte. Das hatte allerdings weniger mit dem Schnee zu tun, als mit der Corona-Pandemie. Grundsätzlich hätte die Verordnung des Landes zugelassen, Skilifte an Familien und Haushalte zu vermieten.

Albstadt entschied sich allerdings dagegen, „da aus finanzieller Sicht nicht jedem Wintersportler eine solche Anmietung möglich gewesen wäre“, so der Sprecher. Immerhin konnten Langlaufloipen und Winterwanderwege dank guter Schneelage in Albstadt über den gesamten Winter des vergangenen Jahres genutzt werden. Hier war der Andrang teils so groß, dass ein Konzept für die Besucherlenkung hermusste, um die Wintersportler coronakonform zu verteilen.

Ganz ähnlich stellte sich in der vergangenen Wintersportsaison die Situation etwa 50 Kilometer weiter nördlich, am Rande der Schwäbischen Alb dar. Ein Sprecher der Wintersport-Arena Holzelfingen im Kreis Reutlingen berichtete gegenüber BW24 von „sehr, sehr guten Bedingungen“, was die Schneemengen anbelangt. „Wir haben im Schnitt 30 Skitage pro Saison und sind damit sehr zufrieden“, heißt es. Doch auch in Holzelfingen machte Corona der Skisaison einen Strich durch die Rechnung. Dort machten die Verantwortlichen allerdings von der Möglichkeit gebrauch, ihre Lifte einzeln zu vermieten.

Insgesamt sind die Schneetage rückläufig. Die Süddeutsche Zeitung hat dafür ein Tool entwickelt, das die Schneemengen der vergangenen zehn Jahre mit dem Zeitraum zwischen 1961 und 1990 vergleicht. Albstadt hatte demnach zuletzt 25 Schneetage weniger, als im Vergleichszeitraum. Auch in Holzelfingen gingen die Schneetage zurück, 18 Tage weniger waren es dort.

Skilifte in Baden-Württemberg: Für den Wintersport im Südwesten fehlt aktuell noch der Schnee

Die aktuelle Wintersportsaison ist an den Skiliften auf der Schwäbischen Alb derweil noch nicht angelaufen. „Die momentanen Wetterbedingungen lassen leider keinen Skibetrieb zu“, steht etwa auf der Homepage der Wintersport-Arena Holzelfingen. „Aufgrund der noch zu geringen Schneelage, sind die Skilifte in dieser Saison noch nicht in Betrieb“, erklärt auch der Sprecher der Stadtverwaltung Albstadt gegenüber BW24. Zumindest in Holzelfingen kommt der wenige Schnee im Dezember aber offenbar nicht überraschend. „Der Schneefall mach uns keine Probleme, natürlich hätten wir hier und da gerne etwas mehr, sind aber zufrieden mit den Schneelagen“, heißt es von der Wintersport-Arena.

Auch für den Deutschen Wetterdienst kommt der aktuell wenige Schnee kaum überraschend. „In den Hochlagen von Schwäbischer Alb und Schwarzwald werden die größten Schneehöhen oft zum Ende des Winters beobachtet, also Februar/März“, erklärte eine Sprecherin BW24.

Die Corona-Pandemie soll in der anstehenden Wintersportsaison 2021/22 den Skiregionen in Baden-Württemberg aber nicht mehr im Weg stehen. In Albstadt setzen die Verantwortlichen auf ein Hygienekonzept, das den Liftbetrieb trotz Corona ermöglichen soll. „Vorausgesetzt natürlich, es treten keine Verschärfungen oder gesetzlichen Verbote in Kraft“, so die Stadtverwaltung gegenüber BW24. Auch in Holzelfingen wurde „viel Aufwand und Geld in die Anlage gesteckt“, um die Sicherheit trotz Corona zu gewährleisten. Aber Corona sei anders als die Schneelage. „Da ist die gestrige Planung morgen schon wieder dahin“, erklärte der Sprecher BW24.

Sollten Schnee und Corona der Wintersportsaison auf der Schwäbischen Alb nicht im Weg stehen, sorgen sich die Liftbetreiber jedenfalls nicht um die Konkurrenz mit den Skigebieten in den Alpen. In Albstadt sind die Verantwortlichen besonders stolz auf ihre Loipen und Winterwanderwege. Auch in Holzelfingen zeigt man sich bescheiden und will sich gar nicht mit den Alpen messen. „Wir hören immer wieder von unseren Gästen: ‚Wir waren bei euch im Kurzurlaub und für einen Tag in einer anderen Welt.‘“

 

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