Im neuen Schuljahr

Baden-Württemberg: Schüler müssen zum Präsenzunterricht, sonst droht Ärger

Schüler des Spohn-Gymnasiums sitzen bei geöffnetem Fenster mit Mund- und Nasenschutz im Unterricht.
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Im neuen Schuljahr gilt in Baden-Württemberg eine Präsenzpflicht. Bei Fernbleiben können hohe Sanktionen drohen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Das neue Schuljahr soll in Baden-Württemberg größtenteils in Präsenz ablaufen. Ausnahmen sind nur unter bestimmten Umständen möglich. Bei unentschuldigtem Fernbleiben drohen Sanktionen.

Stuttgart - Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg* mussten sich Schüler und Eltern im vergangenen Schuljahr auf Home-Schooling einstellen. Das verlief nicht immer ohne Probleme. Bereits am ersten Schultag trieb die Lernplattform Moodle die Eltern zur Verzweiflung (BW24* berichtete). Zudem war der Unterricht von zu Hause auch oftmals nicht mit dem Unterricht in den Klassenzimmern vergleichbar, weswegen viele Schüler mit Lernlücken zu kämpfen hatten. Um die Motivation der Schüler stand es dramatisch*, vielen fehlte der Ansporn zum Lernen.

Für einige Eltern war möglicherweise jedoch auch einfacher, ihre Kinder einfach zu Hause zu behalten und sie dort unterrichten zu lassen. Das soll im kommenden Schuljahr in Baden-Württemberg* jedoch ein Ende haben. Demnach soll das neue Schuljahr zum Großteil in Präsenz stattfinden, eine Berechtigung für Corona-bedingtes Home-Schooling besteht nur noch in Einzelfällen. Bei einem unentschuldigten Fernbleiben der Schüler drohen den Eltern Sanktionen, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Baden-Württemberg: Präsenzpflicht im neuen Schuljahr - doch es gibt Ausnahmen

Das vergangene Schuljahr war aufgrund der Corona-Pandemie für Schüler und Eltern ganz besonders schwer. Innerhalb des Jahres wurde die Maskenpflicht an den Bildungseinrichtungen mehrfach geändert. Stellenweise mussten die Schüler im gesamten Gebäude eine Mund-Nase-Bedeckung tragen - sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Unterrichts. Nach massivem Widerstand lockerte Baden-Württemberg die Corona-Regeln an Schulen wieder*. Aufgrund der immer wieder angepassten Verordnungen, war es für einige Schüler sicherlich leichter, den Unterricht vor der Kamera zu verfolgen. Doch auch dort gab es immer wieder Probleme. Ein Schüler aus Stuttgart rechnete mit der technischen Inkompetenz vieler Lehrer ab*.

Ab Mitte September, im neuen Schuljahr, ist eine coronabedingte Befreiung vom Präsenzunterricht in Baden-Württemberg nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. „Für die Befreiung vom Präsenzunterricht bedarf es im neuen Schuljahr besonderer, durch ein ärztliches Attest bestätigter Gründe“, sagte der Bildungsdezernent des Städtetags Norbert Brugger laut der Stuttgarter Zeitung. Im vergangenen Schuljahr genügte dagegen eine Entschuldigung der Eltern oder bei Volljährigkeit der Schüler selbst. Das hätten zwar nur wenige Schüler auch in Anspruch genommen, jedoch seien einige dadurch aus dem Blickfeld der Lehrer verschwunden.

Baden-Württemberg: Fernbleiben des Unterrichts als Verletzung der Schulpflicht gewertet

Aufgrund der aktuell wieder steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gilt für alle Schüler im kommenden Schuljahr erneut eine Maskenpflicht in den Gebäuden. Dennoch gilt ab September auch wieder die Schulpflicht, die durch ein unentschuldigtes Fernbleiben verletzt wird. Laut der Stuttgarter Zeitung können solche Verletzungen zunächst mit schulischen Maßnahmen wie dem Nachsitzen bestraft werden. Sollte das nicht fruchten, könnten Kommunen jedoch auch ein Bußgeld in Höhe von 5 bis 1.000 Euro aussetzen. Bei wiederholter Weigerung könnte zudem auch das zuständige Polizeipräsidium ein Bußgeld festlegen oder die Schüler durch Polizeibeamte in die Schulen bringen lassen.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie gibt es im kommenden Schuljahr in Baden-Württemberg jedoch auch Ausnahmen. Als Grund für das Fernbleiben vom Präsenzunterricht gilt beispielsweise eine Corona-Erkrankung mit schwerem Verlauf des Schülers oder einer eng mit ihm zusammenlebenden Person, berichtet die Stuttgarter Zeitung. In einem solchen Fall könne eine Berechtigung für Fernunterricht in Anspruch genommen werden. Für Schüler die weder zwei Testnachweise pro Woche, noch eine vollständige Impfung oder eine Genesung vorlegen können, sei der Schulbesuch sogar verboten. „Die Schulen offenzuhalten, ist unser großes Ziel. Maske tragen und sich testen lassen ist dafür unbedingt notwendig“, sagte Brugger. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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