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Überdachte Autobahn: Deutschland startet Solar-Pilotprojekt in Baden-Württemberg

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Von: Nadja Pohr

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Visualisierung einer Straßenüberdachung mit Photovoltaik.
So könnte das Pilotprojekt aussehen: Ein Teil der Fahrbahn wird mit Photovoltaik überbaut. © Fraunhofer ISE

Ein besonderes Pilotprojekt startet noch in diesem Jahr in Baden-Württemberg: Über einer Nebenfahrbahn der A81 bei Singen wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Sie soll Erkenntnisse für die Zukunft liefern.

Singen - Der Ausbau alternativer Energiequellen soll weiter vorangetrieben werden. Spätestens seit der Energiekrise hat ein Umdenken in der Politik und der Wirtschaft stattgefunden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte bei der Präsentation der Energiesparkampagne „Cleverländ“ bereits an, das Land werde „Photovoltaik- und Windkraftanlagen ausbauen wie die Weltmeister“.

Den Worten sollen nun auch Taten folgen. Bei einem spannenden Pilotprojekt wird noch in diesem Jahr der erste Spatenstich erfolgen: Auf einer Nebenfahrbahn der A81 bei Singen in Baden-Württemberg wird ein Teil der Fahrbahn von der Autobahn GmbH mit einer Photovoltaikanlage überbaut.

Solarmodule über Fahrbahn: Pilotprojekt startet in Baden-Württemberg

Für das Pilotprojekt der Autobahn GmbH des Bundes wird eine Anlage mit Solarmodulen in einer Größe von 10 mal 17 Metern auf einem kleinen Stück Durchfahrtstraße neben der A81 errichtet, wie heise berichtet. Begleitet wird das Projekt ein Jahr lang durch das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme. Aus deren messtechnischen und wissenschaftlichen Ergebnissen könnten sich Erkenntnisse für den Dauerbetrieb solcher Anlagen ergeben.

Ab Mitte 2023 soll die Photovoltaikanlage dann bei Singen stehen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch nicht gerade groß, dass deutsche Autobahnen flächendeckend mit Solarmodulen überbaut würden, wie t3n.de berichtet. Ganz im Gegensatz zur Schweiz: In Deutschlands Nachbarland wird gerade geprüft, welche Autobahnabschnitte für eine Solarbedachung geeignet sind und es laufen Ausschreibungen für die Bebauung der Flächen.

Photovoltaikanlagen auf Lärmschutzwänden gewinnen an Bedeutung

Schweizer Unternehmen können sich bei Interesse am Ausbau von Lärmschutzwänden oder Rastplätzen mit Photovoltaikanlagen an das Bundesamt für Straßen (Astra) wenden. Und auch für Deutschland gewinnt die Variante der Solarmodule auf Lärmschutzwänden immer mehr an Bedeutung. Da diese unter bestimmten Voraussetzungen gebaut werden müssen, haben sie durch die Erweiterung mit Photovoltaik-Panels einen zusätzlichen Nutzen, der zudem auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

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