Übler Scherz oder ernste Gefahr?

Gemeinde in Baden-Württemberg in Sorge: Gruselige Puppe mit Drohbotschaft beschäftigt Polizei

Eine mutmaßlich handgemachte Puppe, deren Mund mit roter Farbe verschmiert ist.
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Diese Puppe fand ein Anwohner der Gemeinde Dundenheim (Ortenaukreis) vor seiner Haustür. Die Polizei bittet um Hinweise.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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In wenigen Tagen ist Halloween, doch einer Gemeinde in Baden-Württemberg macht eine Horrorpuppe schon jetzt Sorgen. Die Polizei bittet um Hinweise.

Neuried - Der Oktober geht dem Ende zu und Halloween rückt immer näher. Im Südwesten wird zu diesem Anlass einiges geboten. Zahlreiche Gruselevents finden zu Halloween in Baden-Württemberg statt. Eine Gemeinde im Ortenaukreis wurde am vergangenen Samstag jedoch bereits in eine Gruselstimmung versetzt, die sich schnell zur Sorge wandelte.

Wie die zuständige Polizei Offenburg in einer Mitteilung erklärt, fanden Anwohner der Gemeinde Dudenheim bei Neuried eine mutmaßlich handgefertigte Puppe und Drohbotschaften vor ihrer Haustür. Die Polizei ermittelt, ob es sich dabei um einen frühen Halloween-Streich oder doch um eine ernsthafte Drohung handelt.

Ortenaukreis: Anwohner finden „blutverschmierte“ Puppe vor ihrer Haustür

Für viele Menschen strahlen Puppen nahezu immer eine Art von Bedrohung oder Grusel aus. Schuld daran ist möglicherweise auch die Popkultur mit Filmen wie „Chucky, die Mörderpuppe“ oder dem Einsatz von Puppen in Videospielen. Wer eine Puppe vor seiner Haustür findet, stutzt vermutlich erstmal, doch eigentlich gibt es dafür mehrere logische Gründe. Beispielsweise könnte das Nachbarskind die Puppe verloren haben und jemand legte sie sicherheitshalber vor eine Haustür, damit sie nicht gänzlich verloren geht. Oder aber es handelt sich einfach um einen Scherz, was nur wenige Tage vor Halloween vielleicht nicht ganz abwegig wäre.

Gegen diese Theorien sprechen jedoch mehrere Details, die auf den Bildern der Polizei Offenburg zu erkennen sind. Auf den ersten Blick handelt es sich bei der Puppe um ein buntes, gestricktes, freundlich lächelndes Kerlchen mit Bommelmütze. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass der Mund mit mutmaßlich roter dunkler Farbe beschmiert ist, die an geronnenes Blut erinnert. Laut der Mitteilung fand ein Anwohner der Gemeinde Dundenheim eine solche Puppe am Samstag vor der Tür seines Anwesens in der Hansjakobstraße. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass es in derselben Nacht noch zu einem ähnlichen Vorfall in der Gemeinde kam.

Gemeinde in Sorge: Polizei nimmt Sache ernst und verstärkt Kontrollen im Gebiet

Dass es sich nur um einen Scherz handelte, machen auch die beigefügten Zettel mit Drohungen eher unwahrscheinlich. Was genau auf den Zetteln stand, könne die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen, denn „es könnte Täterwissen sein“, sagte ein Sprecher auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Es könne zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, dass es sich letztendlich doch nur um einen Streich handelte. Dennoch nimmt die zuständige Polizei die Sache ernst, ermittelt in alle Richtungen und kündigte stärkere Kontrollen im Fundgebiet in den kommenden Tagen an.

Auf eine aktuelle Anfrage von BW24 konnte die Polizei Offenburg noch keine neuen Erkenntnisse mitteilen und hofft weiterhin auf die Mithilfe der Bevölkerung. Personen, die sachdienliche Hinweise zu der Herkunft der Puppe oder dem Vorfall geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer: 07807 95799-0 an die Ermittler zu wenden.

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