Baden-Württemberg über bundesweitem Durchschnitt

Studie: Menschen in Baden-Württemberg werden älter als überall sonst in Deutschland

Rentner-Paar sitz in grünem Park auf einer Bank.
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Im bundesweiten Durchschnitt haben die Menschen in Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Die Menschen in Baden-Württemberg werden bundesweit am ältesten. Zu diesem Ergebnis kam das Statistische Landesamt. Am Donnerstag stellte es die Auswertung der aktuellen Daten in Stuttgart vor.

Stuttgart - Hundert Jahre alt werden - für Menschen in der Landeshauptstadt Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg ist das gar nicht mal so abwegig. Denn laut einer aktuellen Pressemitteilung des Statistischen Landesamts wird die Bevölkerung in Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern am ältesten. Ein neugeborener Junge kommt heute auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,9 Jahren, ein neugeborenes Mädchen laut Sterbetafel 2018/2020 auf 84,2 Jahre.

Somit liegt Baden-Württemberg über dem bundesweiten Durchschnitt: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines männlichen Neugeborenen in Deutschland beträgt laut der Sterbetafel 2018/2020 78,6 Jahre, bei weiblichen Neugeborenen 83,4 Jahre. Baden-Württemberg kann bereits seit mindestens 1993/1995 die höchste durchschnittliche Lebenserwartung nachweisen.

Jungen in Baden-Württemberg haben im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bei der Geburt eine 15 Monate höhere Lebenserwartung. Damit liegen sie sogar vor den Mädchen: Diese haben im Vergleich zum Bundesdurchschnitt „nur“ eine 10 Monate höhere Lebenserwartung. Nach Auswertung der aktuellen Daten liegt die Lebenserwartung Neugeborener um knapp zehn Jahre bei den Frauen und um gut elf Jahre bei den Männern höher als Anfang der 1970er Jahre. Vor knapp 50 Jahren betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt noch 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchen.

Hohe Lebenserwartung in Baden-Württemberg: Heidelberg ist Spitzenreiter

Schon letztes Jahr hatte ein anderes Studienergebnis gezeigt: Baden-Württemberger werden am ältesten. Dieses Ergebnis bestätigt sich dieses Jahr erneut: Die höchste Lebenserwartung im Land haben Heidelberger - und zwar sowohl Männer als auch Frauen. Auf Platz zwei und drei folgen die Landkreise Tübingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Am geringsten ist die Lebenserwartung der Frauen und Männer in Mannheim.

Verglichen mit den Bundesländern mit der geringsten Lebenserwartung leben Baden-Württembergerinnen im Schnitt 2 Jahre länger, Baden-Württemberger sogar 3 Jahre und 5 Monate länger. Das Bundesland mit der zweithöchsten Lebenserwartung ist Bayern gefolgt von Hessen. Rheinland-Pfalz und Hamburg liegen auf Platz drei und vier. Die niedrigste Lebenserwartung bei der Geburt nach der Sterbetafel 2018/2020 haben mit 76,5 Jahren Männer in Sachsen-Anhalt und mit 82,3 Jahren Frauen im Saarland. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg können seit 1993/1995 die höchsten Zugewinne in der Lebenserwartung verzeichnen.

Die Gründe für die regional unterschiedliche Lebenserwartung sind laut Statistischen Landesamt vielfältig. „Entscheidend hierfür dürften nicht zuletzt das Bildungsniveau und die daraus resultierende Einkommenssituation sein: Je besser der Bildungsstand und die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus“, heißt es in einer Mitteilung. In Sachen Einkommen liegt Stuttgart ebenfalls ganz vorne: In keiner anderen Landeshauptstadt verdienen Arbeitnehmer so gut wie in der schwäbischen Metropole.

Lebenserwartung in Deutschland: Säuglingssterblichkeit seit den 70ern auf ein Siebtel zurückgegangen

Ein weiterer Grund für die stetig steigende Lebenserwartung: Eine deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit. Diese ist auf etwa ein Siebtel des Standes von 1970/72 zurückgegangen. Anfang der 1970er-Jahre starben noch etwa 20 von jeweils 1 000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr. Heute sind es nur etwa drei von 1 000 Neugeborenen. 

Aufgrund verbesserter gesundheitlicher Vorsorgen und der Gesundheitsversorgung hat zudem die Sterblichkeit im höheren Alter stark abgenommen. 75-jährige Männer können zum Beispiel nach den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich elf Jahren erwarten. Anfang der 1970er-Jahre lag diese lediglich bei etwa sieben Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit 13 Jahre, 1970/72 waren es nur etwa acht Jahre.

Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer sei teilweise genetisch bedingt, aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen, so das Statistische Landesamt. Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder, setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus und nehmen zudem häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

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