Pferd büxt aus

Mann fängt Pferd auf der A5 ein - jetzt suchen die Besitzer den Retter

Ein Pferd springt am 12.03.2013 über eine Koppel in Wilkenburg in der Region Hannover (Niedersachsen).
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Am Montag war ein Pferd auf der A5 bei Weil im Rhein unterwegs - ein unbekannter Retter fing das Tier ein (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Für ein Pferd ist der Aufenthalt auf einer Autobahn gefährlich. Bei Weil am Rhein rettete ein noch unbekannter Mann das ausgebüxte Tier auf der A5 - nun suchen die Besitzer den Retter.

Weil am Rhein - Lange bevor Gottlieb Daimler und Carl Benz in der heutigen Landeshauptstadt Stuttgart das Automobil erfanden, waren auch auf den Straßen in Baden-Württemberg Pferdekutschen und gesattelte Pferde das gängige Fortbewegungsmittel. In der heutigen Zeit sieht man dagegen nur noch selten Pferde auf den Straßen - beispielsweise die Pferdestaffeln der Polizei Stuttgart. Am Montagmorgen, dem 8. Februar, büxte allerdings ein Pferd aus einer gesicherten Anlage bei Weil am Rhein (Kreis Lörrach) in Südbaden aus. Anschließend gelangte das Tier auf die Bundesautobahn 5, kurz A5, was nicht nur für das Pferd sehr gefährlich war.

Der Ausflug des Pferdes von Weil am Rhein auf die A5 nahm für das Tier glücklicherweise ein gutes Ende. Ein noch unbekannter Mann, der sich offenbar mit Pferden auskannte, rettete das Tier von der Autobahn. Die Besitzer konnten aufatmen und auch der zuständige Verkehrsdienst war über die Rettung erleichtert. Schließlich bestand durch ein so großes Tier auf der Autobahn nicht nur Gefahr für das Pferd selbst, sondern auch für die Autofahrer. Die Besitzer würden dem unbekannten Retter gerne danken, wie die Badische Zeitung berichtet.

Pferd auf der A5: Wie konnte das Tier aus der Anlage entkommen?

Die Geschichte des ausgebüxten Pferdes in Weil am Rhein und seines Weges bis auf die A5 nahm durch einen kleinen Moment der Unachtsamkeit seinen Lauf. Dass ein Pferd einen solchen Moment nutze, um einer erfahrenen Turnierreiterin zu entwischen, sei eine absolute Seltenheit, berichtet die Badische Zeitung. Die gesamte Reitanlage in Märkt, einem Stadtteil von Weil am Rhein, sei bis zur A5 mit einem extra dafür aufgebauten Zaun gesichert. Umso erstaunlicher war es, dass das Tier bis auf die Autobahn gelangen konnte. Das Tier habe diesen Zaun kurzerhand übersprungen, wie sich nach dem Vorfall anhand von Spuren herausstellen sollte.

Mehrere Autofahrer sahen das Pferd in der Nähe von Weil am Rhein auf der A5 und meldeten ihre Sichtung dem Polizeipräsidium in Freiburg. Ein Pferd sei mit einer blauen Decke allein auf der Autobahn A5 im Bereich des Autobahndreiecks Weil am Rhein und in Fahrtrichtung der Autobahn A 98, Richtung Lörrach unterwegs, meldeten die Autofahrer laut einer Pressemitteilung der Polizei Freiburg. Da sich Weil am Rhein unmittelbar im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich befindet, wurde die Einreise in die Bundesrepublik durch die gefährliche Lage kurzzeitig von der Polizei untersagt.

Pferd verirrt sich auf die Autobahn: Ein ungewöhnlicher Einsatz für die Polizei

Bereits vor der Meldung der Autofahrer war eine Streife der zuständigen Verkehrspolizei über die Lage informiert worden. „Ein Pferd auf der Autobahn bei Märkt“, benachrichtigte eine Polizistin ihren Kollegen. Die Streife machte sich sofort von Lörrach auf in Richtung Autobahn. Dabei seien sie wohl auch an der Stelle vorbeigefahren, an dem das verirrte Pferd später eingefangen wurde, berichtete die Polizistin. Die beiden Beamten sahen das Tier auf der A5 allerdings nicht. „Wir haben es im Einsatz immer mal wieder mit Tieren auf der Autobahn zu tun und da hat man natürlich einigen Respekt“, sagte die Beamtin.

Obwohl die Polizei vorsorglich die Autobahn zeitweise sperrte und damit den Verkehr temporär zum Stillstand brachte, ist es dem mutigen Eingreifen eines noch immer unbekannten Mannes zu verdanken, dass das sicherlich verschreckte Pferd auf der A5 sicher seinen Besitzern zurückgegeben werden konnte. Das habe die Polizei über Funk erfahren, berichtet die Badische Zeitung. Demnach habe ein Autofahrer das Pferd auf der A5 entdeckt und sein Auto mit Schweizer Kennzeichen augenblicklich angehalten. Der Mann kannte sich offenbar mit Pferden aus und fing das Tier kurzerhand ein.

Die Polizeistreife habe den Mann zwar anschließend aufgefordert, sein gefährlich geparktes Auto wegzufahren, dabei jedoch versäumt, die Personalien des Pferderetters aufzunehmen. „Wir wissen nicht einmal, bei wem wir uns für diesen tollen und mutigen Einsatz bedanken können“, sagten die Besitzer des Tieres der Badischen Zeitung.

Für das Pferd ist der Ausflug auf die Autobahn noch mal gut ausgegangen, was dem beherzten und wohl fachmännischen Eingreifen des unbekannten Mannes zu verdanken ist. Laut der Polizei Freiburg kam es durch den Vorfall zu keinen Verkehrsgefährdungen und auch das Pferd blieb glücklicherweise unverletzt.

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