Gefahr auf zugefrorenen Seen

Dramatischer Unfall: 29-jähriger Schlittschuh-Läufer bricht auf See ein und stirbt

Feuerwehrkräfte üben am 10.01.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem zugefrorenen Max-Eyth See die Rettung von ins Eis eingebrochenen Personen.
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Durch die milderen Temperaturen ist das Schlittschuhlaufen auf den Seen in Baden-Württemberg sehr gefährlich (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Nach dem Winterchaos setzt in Baden-Württemberg aktuell das Tauwetter ein. Im Kreis Ravensburg brach ein Schlittschuhläufer durch das Eis und starb wenig später an Unterkühlung.

Schlier - In den vergangenen Tagen zeigte sich das Wetter in Deutschland (BW24* berichtete) sehr winterlich. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart* fiel Schnee und es herrschte vor allem am Morgen und in den Nächten Dauerfrost und Straßenglätte durch gefrierende Nässe. Inzwischen stellt sich ein massiver Temperatur-Umschwung ein*, am Wochenende werden in Teilen des Landes sogar Temperaturen bis zu 20 Grad erwartet. Die Wetterlage bietet aktuell so einige Gefahren. Durch die nach wie vor winterliche Temperatur sind Seen und Flüsse in Baden-Württemberg noch zugefroren - beispielsweise auch Teile des Bodensees. Durch das Tauwetter werden diese Eisschichten jedoch immer brüchiger.

Das Tauwetter in Baden-Württemberg wurde am Montag auch einem 29-jährigen Schlittschuhläufer in Schlier (Kreis Ravensburg) zum Verhängnis. Er brach auf einem See durch das brüchige Eis und fiel in das bitterkalte Wasser. Rettungskräfte konnten den jungen Mann zwar aus dem Wasser ziehen, er starb jedoch an einer lebensgefährlichen Unterkühlung im Krankenhaus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Baden-Württemberg: Tragisches Unglück auf Weiher im Kreis Ravensburg - Mann stirbt an Unterkühlung

Laut dem Polizeibericht geschah das tragische Unglück im Kreis Ravensburg am Montag, 15. Februar, gegen 16 Uhr. Der 29-Jährige sei nur rund 50 Meter vom Ufer entfernt mit Schlittschuhen auf einem Weiher bei Schlier unterwegs gewesen, als das Eis unter seinen Füßen nachgab und schließlich brach. Der junge Mann stürzte daraufhin durch die gebrochene Eisschicht in den noch immer bitterkalten Weiher und ging schnell unter. Ein 60-jähriger Ersthelfer wollte ihm zu Hilfe kommen und betrat ebenfalls das brüchige Eis auf dem Weiher. Die Platte gab jedoch auch unter ihm nach und er stützte ebenfalls ins kalte Wasser.

Mehrere Passanten beobachteten das Geschehen an dem Weiher im Kreis Ravensburg und eilten sofort zur Hilfe. Laut der Polizei Ravensburg gelang es ihnen, den 60-Jährigen wieder ans Ufer zu ziehen. Der 29-jährige Schlittschuhläufer konnte allerdings erst von einem Einsatztaucher des alarmierten DLRG geortet und schließlich aus dem Eiswasser gerettet werden. Er erlitt eine lebensbedrohliche Unterkühlung und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Mann starb noch am Montagabend in der Klinik, wie ein Polizeisprecher gegenüber der dpa sagte. Der 60-Jährige erlitt ebenfalls eine leichte Unterkühlung und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Baden-Württemberg: Mehrere ähnliche Fälle am vergangenen Wochenende - DLRG warnt ausdrücklich

Bereits am vergangenen Wochenende wagten sich viele Baden-Württemberger auf zugefrorene Seen und Flüsse, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. Die Polizei habe allein im Laufe des Sonntags rund 2.000 Winterausflügler auf dem zum Bodensee gehörenden Gnadensee gezählt, der eine bis zu acht Zentimeter dicke Eisschicht aufwies. Am Sonntag brach ein 9-jähriges Kind am Rande des Sees im Eis ein, hatte jedoch deutlich mehr Glück als der 29-Jährige im Kreis Ravensburg. Laut den Einsatzkräften holte sich das Kind nur einen nassen Fuß.

Auch in anderen Teilen Baden-Württembergs zog es die Menschen auf das Eis. Am Wochenende habe die Polizei immer wieder Menschen von zugefrorenen Seen und Kanälen geholt, beispielsweise in Walldorf, Ladenburg und Brühl, wie der SWR berichtet. In Heidelberg brach ein Mädchen durch das Eis und stand bis Brusthöhe im eiskalten Wasser. Das Kind konnte jedoch gerettet werden. Und auch in Reutlingen habe die Polizei am Sonntag rund 100 Personen von dem zugefrorenen Breitenbachsee geholt. Die Eisflächen seien nicht tragfähig gewesen und das Schlittschuhlaufen auf dem See deshalb nicht erlaubt.

Durch die immer milder werdenden Temperaturen in den kommenden Tagen könnte sich die Lage auf den zugefrorenen Gewässern in Baden-Württemberg deutlich verschlimmern. Die DLRG warnt deshalb davor, die Tragfähigkeit von Eisflächen falsch einzuschätzen. Wer unsicher sei, könne die Tragfähigkeit des Eises beim zuständigen Amt erfragen, sagte der Präsident des DLRG-Landesverbands Württemberg, Armin Flohr dem SWR. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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