Qualvoller Tod

Passanten füttern Ziegen mit giftigen Pflanzen und faulem Obst - 23 Tiere sterben

Die Besitzerin mit ihren Ziegen auf einer Weide.
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Gefährliche Fütterung: Einer Frau in Pfinztal sind durch falsches Futter von Passanten alleine dieses Jahr 23 Ziegen verendet.
  • Valentin Betz
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Weidetiere werden von Spaziergängern gerne gefüttert. Doch was nett gemeint ist, kann schnell tödlich enden. In Baden-Württemberg verendeten so zuletzt über 20 Ziegen.

Pfinztal - Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier ist kompliziert. Viele sind ausgesprochen tierlieb und würden keiner Fliege etwas zuleide tun. Doch allein in Baden-Württemberg* kommt es regelmäßig vor, dass mit Tieren grausam umgegangen wird. In Mannheim musste ein Nutria nach schwerer Misshandlung eingeschläfert werden (BW24* berichtete).

Aber nicht nur mit wilden Tieren ist der Umgang teilweise katastrophal. Auch Haus- und Nutztiere sind regelmäßig Ziel derer, die anderen Lebewesen gegenüber nur mit Abneigung begegnen. Zuletzt starb in Weil der Stadt ein Lamm, weil es zu Tode gehetzt wurde*. Allerdings kann auch vermeintliche Tierliebe fatal ausgehen. Denn auch des Guten ist schnell zu viel. Im baden-württembergischen Pfinztal starben unlängst über 20 Ziegen, weil sie von Passanten gefüttert worden waren.

Vergiftete Ziegen: Passanten sorgen durch falsches Futter für den Tod der Tiere

Wer in Baden-Württemberg spazieren geht, kommt nicht selten an Weiden vorbei, auf denen Nutztiere grasen. Tierliebe Menschen wollen diesen gerne etwas Gutes tun - und richten dabei unwissentlich schweren Schaden an. In Pfinztal sind einer Halterin so alleine in diesem Jahr 23 Ziegen verendet, darunter 18 Babys. „Ich glaube, viele machen sich keine Gedanken, weil sie die Tragweite nicht erkennen“, erklärt die Besitzerin der Tiere der Deutschen Presseagentur.

Spaziergänger würden regelmäßig verschimmeltes Brot über den Weidezaun in Pfinztal werfen, ebenso wie Grünschnitt von giftigen oder nicht giftigen Pflanzen, faules Obst und Gemüse. Gerade für die Mägen der Jungtiere ist nicht geeignetes Futter oft eine zu große Herausforderung. Das Phänomen ist besonders in Städten auch bei Enten bekannt. Sie werden in Parks gerne mit Brot gefüttert, das die Tiere aber eigentlich nicht vertragen. Zudem essen sie bei weitem nicht alles, sodass Brotreste in den Gewässern faulen und sie zum „kippen“ bringen.

Dabei ist die gesetzliche Situation eigentlich klar. Jeder dürfte wohl an einem Weidezaun schon ein „Füttern verboten!“-Schild gesehen haben. Tatsächlich dürfen Weidetiere wie Ziegen, Schafe, Rinder, Pferde Esel oder auch Alpakas ohne Absprache und Erlaubnis des Besitzers nicht gefüttert werden - so nett es von Passanten auch gemeint ist.

Tod nach Fütterung: Halterin zieht nach der Vergiftung ihre Ziegen durch Passanten Konsequenzen

Die mehr als 70 Ziegen der Halterin aus Pfinztal waren ursprünglich auf einem anderen Gelände untergebracht und inzwischen umgezogen. Doch alle Aufklärungsarbeit bezüglich Fütterung scheint nichts bewirkt zu haben, die Todesfälle nahmen wieder zu. Im Internet zeigt die Besitzerin der Ziegen mit Videos und Fotos das durch falsches Futter entstandene Leid. Ein Tier muss regelmäßig umgelagert und durch Physiotherapie gestärkt werden. „Sie ist eine Intensivpatientin“, erklärt die Halterin.

Entsprechend drastisch sind die Konsequenzen, die die Halterin in Pfinztal nun wegen der verendeten Tiere zieht. „Wir werden die Grundstücke nun mit Kameras ausstatten und in Zukunft kommt jede Fütterung sofort zur Anzeige“, erklärt sie. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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