Wetter

Baden-Württemberg: Kälterekord für den April - Obstbauern kämpfen gegen den Frost

Zu sehen sind Knospen eines Obstbaumes, die von einer dünnen Schicht Eis umgeben sind.
+
Über Nacht hatten Obstbauern die Blüten mit künstlichem Dauerregen benässt. Durch die Kälte entstand das Eis, das die Blüten umhüllt. Es schützt die Blüten vor dem Absterben.

Die Rückkehr des Winters sorgt für neue Tiefsttemperaturen im Südwesten. Vor allem den Obstbauern bereitet das Sorgen. Schon bald wird die Kälte aber davongeblasen.

Langenargen (dpa/lsw) - Der Winter ist kurzzeitig in den Südwesten zurückgekehrt und hat dabei für neue Kälterekorde gesorgt. In Meßstetten im Zollernalbkreis wurde mit minus 14,6 Grad Celsius die kälteste Temperatur in einem April in Baden-Württemberg gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag sagte. Die bislang kälteste Temperatur hatte der DWD am 13. April 1986 mit minus 13,7 Grad am Feldberg verzeichnet.

Die Kälte machte auch den Obstbauern am Bodensee zu schaffen. Um ihre Plantagen vor dem Frost zu schützen, setzten sie in der Nacht zum Montag auf offenes Feuer oder Bewässerung für eine Schutzschicht aus Eis.

Mit Feuerstellen gegen den Frost

Auf der Obstplantage von Martina Biegger bei Meckenbeuren (Bodenseekreis) haben Erntehelfer in der Nacht auf Montag etwa Dutzende Feuer zwischen den Stauden der Süßkirschen gelegt. Der Rauch steige nach oben und verhindere so, dass die Kälte bis auf den Boden sinkt, erklärte Biegger. Sie hätten in der Nacht dadurch keine Minustemperaturen in der Plantage gemessen. Ob Schäden wirklich ausblieben, zeige sich aber erst in den kommenden Tagen. Die Ernte ist im Juni geplant.

Obstbauer Christoph Gierer rückte wegen des Frosts ebenfalls aus und schützte seine Apfelplantage bei Langenargen durch Bewässerung. Die Anlage hatte er vor zwei Wochen aufgebaut. In der Nacht auf Montag kam sie dieses Jahr erstmals zum Einsatz. Ob die noch sehr empfindlichen Apfelblüten durch die Eisschicht geschützt wurden, zeige letztlich erst die Ernte im Herbst, sagte Gierer. Für ihn war diese Frostnacht erst der Anfang. Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai bleibe es gefährlich, sagte der Obstbauer. Im vergangenen Jahr kam die Bewässerungsanlage elf Mal zum Einsatz.

Wetter im Südwesten: Temperaturen unter Null

Am vergangenen Wochenende hatte es in weiten Teilen Baden-Württembergs erneut geschneit und die Temperaturen waren tagsüber vielerorts auf Werte um den Gefrierpunkt gefallen. In der Nacht auf Montag gab es verbreitet Frost.

In den kommenden Tagen nimmt der Winter nun wieder Abschied - es wird dagegen stürmisch und regnerisch. Für Mittwoch und Donnerstag sind auf den Schwarzwaldgipfeln sogar Orkanböen möglich. Auch im Bergland können laut DWD starke bis stürmische Böen auftreten.

Für die Nacht zum Dienstag dürften die Temperaturen den Angaben zufolge auf bis zu minus ein Grad sinken, in hoch gelegenen Gegenden ist mit Schneeglätte zu rechnen. In den darauffolgenden Nächten soll es Werte zwischen drei und acht Grad geben. Die Temperaturen tagsüber steigen bis Donnerstag in angenehme Höhen von bis zu 15 Grad.

Ab nächster Woche lässt sich nach Angaben des DWD dann der Frühling blicken. Die Temperaturen sollen auf über 20 Grad steigen und der Regen wieder abnehmen.

Kommentare