Pollenflug von August bis November

Gefährliche Pflanze aus Nordamerika breitet sich in Baden-Württemberg aus - Asthma und Ekzeme drohen

Eine junge Ambrosia-Pflanze wächst auf einem Feld.
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Eine Pflanze aus Nordamerika verbreitet sich immer mehr in Baden-Württemberg - ihre Pollen lösen Asthma und Ekzeme hervor.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Eine Pflanze aus Nordamerika bereitet sich immer mehr in Baden-Württemberg aus. Die Ambrosia-Pflanze löst Asthma, Heuschnupfen und Hautreaktionen aus.

Stuttgart - Pflanzen wie Goldregen, Pfaffenhütchen und Maiglöckchen haben nicht nur harmlose Namen, sondern sind auch schön anzusehen. Anfassen oder gar Essen sollte man sie aber auf keinen Fall, denn sie sind allesamt giftig. Inzwischen breitet sich in Baden-Württemberg jedoch auch eine Pflanzenart aus, die normalerweise in Nordamerika zu finden ist. Die Ambrosia-Pflanzen, auch Traubenkraut oder wildes Hanf genannt, breitet sich im Südwesten derart schnell aus, dass das Umweltministerium um aktive Mithilfe der Bevölkerung bittet.

In Baden-Württemberg leben mehrere Tiere, die aufgrund ihres Giftes auch für den Menschen gefährlich sein können. Wie gefährlich die Kreuzotter, eine von zwei Giftschlangen im Südwesten ist, zeigten in der jüngeren Vergangenheit zwei Vorfälle. Eine 12-Jährige kämpfte nach dem Biss mit Atemnot, sie war bei einem Wanderausflug in Österreich der Schlange zu nahe gekommen. Und kürzlich fasste ein Wanderer in Südtirol eine Kreuzotter an und wurde gebissen. Die Ambrosia-Pflanze muss man nicht erst anfassen, denn ihre fliegenden Pollen allein lösen heftige Allergien, Asthma, Heuschnupfen und Hautreaktionen aus, schreibt das Umweltministerium.

Giftpflanze in Baden-Württemberg: Ambrosia von August bis November gefährlich

Dass sich die Ambrosia-Pflanze inzwischen auch in Deutschland und Baden-Württemberg ausbreitet, ist dem Klimawandel geschuldet. Der führt aktuell auch zu immer häufigeren Sichtungen des „tödlichsten Tiers der Welt“, vor dem Bill Gates bereits warnte. Die asiatische Tigermücke stammt eigentlich aus Asien, während die Ambrosia im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppt wurde. Laut dem Umweltministerium reichen wenige Pollen der Pflanze, um heftige Allergien auszulösen. Die Pollen fliegen von August bis November. „Während dieser Zeit sind Allergiker auch bei uns gefährdet“, schreibt das Umweltministerium.

Die Ambrosia gehört zwar nicht zu den giftigsten Pflanzen Deutschlands, über die echo24* berichtet. Laut den Erfahrungen mit den Pollen der Ambrosia-Pflanzen in anderen Ländern lösen sie jedoch folgende, ernstzunehmende Beschwerden aus.

  • Augen: Rötung, Jucken, Brennen, Lichtempfindlichkeit, Tränen
  • Nase: Niesen, Husten, Atembeschwerden, Asthma
  • Haut: Kontaktekzeme
  • Sonstige: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit

(Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg)

Die Ausbreitung der Ambrosia-Pflanzen in Baden-Württemberg geschieht über die Samen. Diese verbreiten sich beispielsweise über verunreinigtes Vogelfutter, verunreinigtem Kompost oder durch den Transport der Ambrosia-Samen entlang von Verkehrswegen wie Straßen, Autobahnen und Eisenbahnlinien. Deshalb mahnt das Umweltministerium, nur Vogelfutter ohne Ambrosia-Samen zu verwenden und gestörte Flächen möglichst schnell wieder einzuebnen, zu begrünen und zu kontrollieren. Zudem sollte eine Entdeckung der doppelt gefiederten, beidseitig grün behaarten Pflanze gemeldet werden. „Bitte melden Sie Größe oder Wachstumsphase, geschätzte Individuenzahl und geben Sie insbesondere den genauen Fundort an.“
*echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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