Die Geschichte von Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Die Geschichte des heutigen Südweststaats im Überblick

Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zum Weltkulturerbe ernannt
+
Die Höhle «Hohle Fels» bei Schelklingen, eine der sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb, die die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt hat

Baden-Württemberg – Wissenswertes über die Geschichte des Landes im Südwesten von Deutschland, seine Entwicklung zum Südweststaat und die Gründung des heutigen teilsouveränen Gliedstaats.

Baden-Württemberg – Das Land entstand 1952 durch den Zusammenschluss von Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Sein Name war bei der Gründung als Übergangslösung gedacht und setzte sich nach längeren Streitigkeiten durch.

Baden-Württemberg – von der frühen Geschichte bis zur ersten Demokratie

Das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg war bereits während der Altsteinzeit vor 500.000 Jahren besiedelt. Die ältesten Artefakte menschlicher Kunst weltweit wurden in der baden-württembergischen UNESCO-Welterbestätte „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ gefunden. Sie stammen aus der Kulturepoche Aurignacien, die zeitlich mit der Würm-Kaltzeit zusammenfällt.

  • Während der Römerzeit war der Landweg zwischen Mainz und Augsburg von großer strategischer Bedeutung. Zu dieser Zeit entstanden die Siedlungen Rottweil, Ladenburg, Rottenburg am Neckar, Bad Wimpfen, Baden-Baden und Heidelberg.
  • Von 98 bis 159 verlief die Grenze des Römischen Reichs entlang des Neckar-Odenwald-Limes, in späteren Jahren entlang des Obergermanisch-Rätischen Limes.
  • Im 5. Jahrhundert wurde das Herzogtum Alemannien zu einem Teil des Fränkischen Reichs, dem bedeutendsten Nachfolgestaat des untergegangenen Weströmischen Reichs.
  • Während der Epoche des Hochmittelalters lag das Gebiet des heutigen Baden-Württembergs im Schnittpunkt wichtiger Fernhandelsrouten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
  • Das Ende der Stauferdynastie führte im 13. Jahrhundert zu einer Dezentralisierung und der Südwesten Deutschlands zersplitterte in zahlreiche Territorien.
  • Bis zu den Umbruchsjahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts dominierten unter anderem die Reichsstädte Rottweil, Ulm, Esslingen am Neckar, Heilbronn, Hall, Gmünd und Reutlingen. Unter den weltlichen Fürstenstaaten kamen Württemberg, Baden, Hohenlohe, Fürstenberg, Pfalz und Vorderösterreich große Bedeutung zu; unter den Klosterstaaten Salem und Zwiefalten.

Während des 16. und 17. Jahrhunderts war Baden-Württemberg Schauplatz des Bauernkrieges, des Dreißigjährigen Kriegs und des Pfälzischen Erbfolgekriegs. An der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert gingen das Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg siegreich aus den Koalitionskriegen hervor. Der Volksstaat Württemberg und die Republik Baden erhielten 1919 demokratische Verfassungen.

Baden-Württemberg – vom Nationalsozialismus über die Besatzung zum Südweststaat

Mit der Entmachtung der selbstständigen Landesregierungen brach 1933 die Zeit des Nationalsozialismus an. Zugleich hatten vier der bekanntesten Widerstandskämpfer ihre Wurzeln im Südwesten: die Geschwister Scholl, der Graf von Stauffenberg und der Hitler-Attentäter Georg Elser.

Bei den Luftangriffen wurden unter anderem die Städte Pforzheim, Stuttgart, Ulm, Heidelberg, Reutlingen, Sindelfingen, Böblingen und Göppingen schwer getroffen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs standen die nördlichen Teile Württembergs und Badens unter US-amerikanischer, die südlichen Teile und Hohenzollern unter französischer Besatzung. In den einzelnen Besatzungszonen gründeten die jeweiligen Militärregierungen 1945/46 die folgenden Länder: In der amerikanischen Zone erfolgte die Gründung von Württemberg-Baden, in der französischen die Gründung von Baden und Württemberg-Hohenzollern. Ab dem 23. Mai 1949 gehörten diese drei Länder der Bundesrepublik Deutschland an.

Basierend auf dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland sollte im Rahmen von Volksabstimmungen eine Neugliederung des Bundesgebiets erfolgen. Zuerst hatten die Besatzungsmächte Vorbehalte, dann bekämpften sich die Gegner und Befürworter des geplanten Südweststaates. Die Volksabstimmung fand am 9. Dezember 1951 statt und fiel zugunsten der Bildung des Südweststaates aus.

Baden-Württemberg – die Gründung des Landes

Die Verfassungsgebende Landesversammlung wurde am 9. März 1952 gewählt, der erste Ministerpräsident am 25. April 1952. Damit war die Gründung des Landes Baden-Württemberg vollzogen. Sein Name war aufgrund des Überleitungsgesetztes vom 15. Mai 1952 als Übergang geplant, doch er blieb bestehen, als kein anderer einheitlich akzeptiert wurde.

1955 strebte der Heimatbund die Wiederherstellung des Landes Baden entsprechend der Grenzen von 1945 an. Er brachte einen Antrag auf ein Volksbegehren ein, das Bundesministerium lehnte diese Forderung jedoch ab. Das ermöglichte die administrative Neugliederung des Landes in Landkreise und Regierungsbezirke, die 1973 in Kraft trat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare