Badeverbot

Wegen gefährlicher Bakterien: See in Baden-Württemberg wird gesperrt

Blaualgen schwimmen auf der Wasseroberfläche
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Blaualgen schwimmen auf der Wasseroberfläche eines Sees.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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In Baden-Württemberg vermehren sich giftige Blaualgen in den Badeseen. Nun ist ein weiteres Gewässer in der Nähe von Stuttgart geschlossen worden.

Plüderhausen - Erneut muss ein Badesee in Baden-Württemberg* aufgrund von Blaualgen geschlossen werden. Betroffen ist der Gemeindesee von Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis*), in dem eine zu hohe Cyanobakterien-Belastung gemessen wurde. Der See gilt als beliebtes Ausflugsziel. Vorerst wurde nun Badeverbot verhängt. „Solange die Belastung so stark ist, gilt das Verbot. Wir ziehen niemand an den Füßen raus, aber wir appellieren an die Vernunft“, sagt der Bürgermeister von Plüderhausen, Benjamin Treiber, zur Stuttgarter Zeitung.

Blaualgen sind grundsätzlich immer in niedriger Konzentration im Wasser enthalten. Unter entsprechenden Bedingungen können sie sich allerdings vermehren. Vor allem Stickstoffe und Nährstoffe begünstigen die Ausbreitung als auch zu hohe Wassertemperaturen. Erkennbar ist ein hoher Befall des Bakteriums an der starken Trübung des Badegewässers. Meist nimmt das Wasser dann - nicht wie der Name der Blaualgen suggeriert - eine grünliche Färbung an.

Im Juli waren mehrere Seen in Baden-Württemberg wegen einer zu hohen Belastung geschlossen

Blaualgen sind für den Menschen nicht ungefährlich und können giftig sein. Das Landesgesundheitsamt schließt ein gesundheitliches Risiko nicht aus. Symptome, die bei einem Kontakt mit Blaualgen oder nach dem Verschlucken auftreten können sind Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen, Durchfall, Fieber, Atemwegserkrankungen und allergische Reaktionen.

In Baden-Württemberg müssen immer wieder Gewässer geschlossen werden. Grund dafür sind nicht nur Blaualgen. Im vergangenen Jahr etwa war in Baden-Württemberg ein Badesee mit Fäkalien versucht (BW24* berichtete). Manchmal reicht auch an Hitze-Wochenenden ein extrem hoher Besucheransturm*.

Allein im Juli dieses Jahres mussten mehrere Seen im Südwesten aber aufgrund einer zu hohen Belastung mit Mikroben geschlossen werden. Besonders der Main-Tauber-Kreis war betroffen: der Untere Badesee Münster in Creglingen als auch der Aschbachsee und der Badesee Rinderfeld in Niederstetten. Laut dem Landesgesundheitsamt waren heftige Niederschläge für die hohe Bakterien-Belastung ursächlich. Auch im Kreis Schwäbisch Hall war das Baden im Reiglersbachstausee (Stimpfbach) und im Degenbauchstausee (Crailsheim) vorübergehend verboten.

Das Badesee in Plüderhausen ist bereits im vergangenen Jahr betroffen gewesen

Der Badesee in Plüderhausen ist dabei nicht zum ersten Mal geschlossen worden. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Gewässer mit einer extrem hohen mikrobiologischen Belastung zu kämpfen. „Dieses Mal sind wir mit Juli sogar eher spät dran. Letztes Jahr ging es früher los, und es hat fast bis in den Herbst gedauert. Erst im September konnte wieder gebadet werden“, sagt Ludwig Kern, der Bauamtsleiter, zur Stuttgarter Zeitung.

Wie lange es dieses Mal dauern wird, ist unklar. Vorteilhaft sei allerdings das regnerische Wetter. „Wir wissen zwar, dass das Problem häufig durch starke Regenfälle zunimmt, aber je mehr Wassermenge im See wir haben, desto besser sind auch die Chancen, dass die Sache schnell ausgestanden ist“, sagt Ludwig Kern. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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