Am frühen Montagmorgen

Erdbeben erschüttert Baden-Württemberg

Der Ausschnitt zeigt das Epizentrum des Erdbebens (blaue Markierung) im Zollernalbkreis.
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Am frühen Montagmorgen erschütterte ein Erdbeben den Zollernalbkreis.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Im Gegensatz zu anderen Ländern sind Erbeben in Deutschland verhältnismäßig selten. Eine Region in Baden-Württemberg wurde am Montagmorgen jedoch durch ein solches Beben erschüttert.

Balingen - Aufgerissene Straßen, zerstörte Häuser, verschluckte Autos und viele Menschen, die ihr Heim oder das eigene Leben verlieren. Das sind Bilder, die man nach verheerenden Erdbeben beispielsweise aus Mexiko oder auf Haiti kennt. In Deutschland sind solche Beben dagegen deutlich seltener und auch meistens sehr viel schwächer. Ende vergangenen Jahres löste ein Kraftwerk nahe Baden-Württemberg bei einem Testlauf ein Erdbeben aus. Da sich das Kraftwerk bei Straßburg befindet, war von diesem Erdbeben der grenznahe Ortenaukreis und vor allem die Städte Kehl und Offenburg betroffen.

Doch auch in einer anderen Region in Baden-Württemberg kam es bereits mehrfach zu leichteren Erdbeben. Im August 2020 meldeten mehrere Anwohner der Region Hechingen im Zollernalbkreis Erschütterungen. „Plötzlich hörte ich ein lautes Grollen“, beschrieb einer das Erdbeben in Baden-Württemberg. Am heutigen Montagmorgen erschütterte ein weiteres Erdbeben den Zollernalbkreis. Das baden-württembergische Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium Freiburg gibt die Stärke des nächtlichen Bebens mit 2,5 an.

Erbeben in Baden-Württemberg: Anwohner melden Erschütterungen

Ende des vergangenen Jahres waren die Auswirkungen eines weiteren Erdbebens bei Straßburg in weiten Teilen Baden-Württembergs zu spüren, beispielsweise auch auf der Schwäbischen Alb. Am heutigen Montagmorgen, gegen 4.45 Uhr, sei das Beben im Zollernalbkreis vor allem im Epizentrum bei Albstadt „deutlich wahrgenommen“ worden, schreibt das LGRB. Laut dem Amt sei der Ursprung des Erdbebens, die sogenannte Herdtiefe, rund sieben Kilometer unter der Oberfläche gewesen. Die anfängliche Stärke von 2,4 wurde später auf 2,5 hochgestuft. Es handelte sich dennoch um ein „schwaches Erdbeben“.

Die Bewohner im Zollernalbkreis meldeten aus vielen Städten und Gemeinden ein Bemerken des nächtlichen Bebens, wie Kommentare unter einem Betrag des Zollernalbkuriers zeigen, der ebenfalls über das Erdbeben in Baden-Württemberg berichtete. „In Onstmettingen war’s gut zu spüren!“, schrieb eine Userin. „Hab ich mich doch nicht getäuscht. Dieses Gefühl ist so unangenehm, wenns kurz wackelt“, kommentierte eine weitere. Mehrere Nutzer meldeten sich auch aus Balingen, der zentralen Stadt im Zollernalbkreis. „Wenn man wach war, hat man das Rumpeln gut gespürt.“

Zollernalbkreis: Anwohner sind nicht vom Beben beeindruckt - „Bagger im Weiher macht mehr Krawall“

Laut Angaben des LGRB trat das stärkste bislang in Baden-Württemberg gemessene Erdbeben ebenfalls in der Region um Albstadt auf. Im Jahr 1978 richtete ein Erdbeben mit einer Stärke von 5,7 Schäden wie „herausgefallene Giebelwände, teilweise tiefe Mauerrisse, beschädigte und abgestürzte Schornsteine, abgeworfene Dachziegel und Mauerteile“ an, schreibt das Amt. Im Jahr 2004 wurde bei Waldkirch am Kandel im Schwarzwald mit einer Stärke von 5,4 das zweitstärkste Erdbeben in Baden-Württemberg gemessen. Allein im Jahr 2021 habe der Landeserdbebendienst bisher 360 Erdbeben registriert*, berichtet heidelberg24.

Das Erbeben im Zollernalbkreis am frühen Montagmorgen war mit einer Stärke von 2,5 also vergleichsweise harmlos. Höchstwahrscheinlich haben nicht alle Bewohner das deutlich stärke Beben im Jahr 1978 miterlebt. In den Kommentaren auf Facebook zeigten sich viele dennoch nicht beeindruckt. „Da wackeln ja nicht mal die Zähne im Altersheim“, schrieb ein User. „Der Bagger im Weiher macht mehr Krawall, als ein Beben“, kommentiert ein weiterer. Viele Bewohner der Städte und Gemeinden im Zollernalbkreis haben das nächtliche Beben dagegen einfach verschlafen oder ignoriert. „Ich habe gedacht, dass ein LKW am Haus vorbeigefahren ist, keinen gesehen und tapfer ignoriert.“ *heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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