Mehr Einsätze als 2019

Trotz Coronavirus: Rettungskräfte in Baden-Württemberg prangern fatalen Leichtsinn an

Rettungskräfte hängen an einem Helikopter
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Rettungskräfte mussten in Baden-Württemberg 2020 öfter ausrücken als im Vorjahr
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland ist Urlaub in Europa inzwischen wieder möglich. Viele verbringen den Sommer aber zuhause mit Ausflügen in der Natur - und geraten dort in Notlagen.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg* machen mehr Menschen Urlaub in der Natur.
  • Viele geraten dort allerdings in eine Notlage, die Bergwacht verzeichnet teilweise mehr Einsätze.
  • Durch die Absage von Extremsport- und Outdoor-Veranstaltungen fielen aber auch Rettungseinsätze weg.

Kirchzarten/Stuttgart - Die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg werden immer weiter gelockert. Am 1. Juli traten die letzten Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg in Kraft (BW24* berichtete). Seitdem ist fast alles wieder erlaubt. Doch dass die Lockerungen pünktlich zum Sommer eingeführt werden, hat auch Nachteile. Wer Urlaub im Ausland macht, muss nach wie vor mit Komplikationen rechnen. Bei den Einreise-Bedingungen aus der Türkei bleibt Baden-Württemberg hart.* Wer von dort aus dem Urlaub zurück kommt, muss in Quarantäne.

Wie trügerisch die Sicherheit trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg ist, zeigte jüngst ein Beispiel vom Bodensee. Nach einer Geburtstagsparty kam es in Friedrichshafen zu einem Corona-Ausbruch.* Gäste hatten das Coronavirus wohl aus dem Urlaub im Ausland eingeschleppt. Aber auch, wer sich eine Auszeit vor der heimischen Haustür gönnt, scheint sich immer weniger der Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg bewusst. Am Breitenauer Badesee in Baden-Württemberg tummelten sich rund 10.000 Menschen.* Selbst die Polizei war mit diesem Ansturm überfordert. Weil durch das Coronavirus außerdem mehr Menschen ihren Urlaub in der Natur Baden-Württembergs verbringen, hat auch die Bergwacht mehr zu tun.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg treibt mehr Menschen in die Natur - und damit in gefährliche Situationen

Die Rettungskräfte der Bergwacht Württemberg mit Sitz in Stuttgart* mussten allein im Juni 45 Mal ausrücken, erklärte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Im Vorjahr 2019 waren es im selben Monat nur 31 Einsätze gewesen. Die Einsatzkräfte müssen wiederholt Ausflügler oder Freizeitsportler aus Notlagen retten - nach Angaben des Sprechers auch in den Monaten mit Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg.

Auch die Bergwacht Schwarzwald in Kirchzarten hatte dieses Jahr schon einiges zu tun. Mit dem Wolf, der in diesem Teil Baden-Württembergs gesichtet wurde*, hat das allerdings nichts zu tun. Im Gegensatz zu den Kollegen in Stuttgart können die Einsatzkräfte im Schwarzwald auch noch nicht abschließend sagen, ob die Rettungsaktionen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg zugenommen haben.

Denn auch der dortige Geschäftsführer beobachtet bereits seit 15 Jahren, dass die Menschen zusehends Gefallen an Ausflügen in die Natur fänden, so die dpa. Ein Trend, der durch das Coronavirus nochmals verstärkt worden sei. Allerdings verzeichnet die Bergwacht Schwarzwald in einem anderen Bereich auch einen Rückgang der Einsätze: Wegen des Coronavirus wurden viele Outdoor-Veranstaltungen abgesagt, bei denen es häufig zu Rettungseinsätzen käme - so zum Beispiel Mountainbike-Rennen. (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

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