Neue Corona-Regeln für BW

Corona-Verordnung in BaWü: Andere Regeln gelten für Ungeimpfte

  • VonJulia Thielen
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  • Violetta Sadri
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Seit Montag, 16. August, gilt die neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg. Die Inzidenz fällt weg. Andere Regeln gelten dafür.

Wie schon angekündigt, wurde die neue Corona-Verordnung in der Nacht von Samstag auf Sonntag veröffentlicht. echo24.de* berichtete bereits im Vorfeld, dass die Inzidenz als Richtwert für Einschränkungen und Lockerungen mit der Gültigkeit ab Montag aus der Corona-Verordnung gestrichen* wird. Es entfallen die Inzidenz-Stufen. Die Regeln gelten jetzt also in ganz Baden-Württemberg - egal wie hoch die Inzidenz vor Ort ist.

Vor allem vollständig Geimpfte und Genesene dürfen sich freuen: Für sie werden die Beschränkungen weitestgehend aufgehoben. Ungeimpfte jedoch müssen sich in vielen Bereichen auf Einschränkungen einstellen. Für sie könnten Freizeitvergnügungen nun vor allem wegen der Kosten für die Tests schnell ins Geld gehen.

Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung - das gilt ab Montag, 16. August

Das Einschneidendste vorweg: Nachdem monatelang die sogenannte 7-Tage-Inzidenz zur Bewertung der Corona-Lage auch in Baden-Württemberg* herangezogen wurde, fällt diese Marke als alleiniger Hinweis nun weg. Stattdessen wird das Ausbruchsgeschehen künftig vor allem im Hinblick darauf betrachtet, ob „eine Überlastung des Gesundheitswesen droht“. Dazu werden zusätzlich zur Inzidenz auch folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Auslastung der Intensivbetten
  • Impfquote
  • Anzahl schwerer Krankheitsverläufe

Grundsätzlich fallen sonst fast alle Corona-Regeln weg. Zumindest für Menschen, die nachweislich genesen sind oder eine Impfung gegen Corona erhalten haben. Entscheidend ist nun also der sogenannte 3-G-Nachweis - also geimpft, genesen oder getestet. Unberührt davon bleiben allerdings die Maskenpflicht, Hygiene- sowie Abstandsregelungen. Auch die Kontakterfassung bleibt. Heißt: In allen nicht privaten, geschlossenen Räumen sowie immer dann, wenn draußen der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, muss eine Maske getragen werden. Für Kinder bis zum Alter von fünf Jahren gilt das nicht.

Auch für Schüler bleibt die Maskenpflicht nach den Sommerferien zunächst bestehen. Mindestens für zwei Wochen müssen sie im Unterricht weiter getragen werden. Parallel gilt das kostenlose Angebot für Schnelltests an Schulen auch weiterhin.

Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung - diese Lockerungen gelten

Geändert haben sich dagegen die Kontaktbeschränkungen: Ab dem heutigen Montag, 16. August, gibt es keine begrenzte Personenzahl für private Feiern mehr, steht in der neuen Corona-Verordnung. Auch für Fußballstadien und Kulturveranstaltungen im Freien, wie zum Beispiel Festivals, gibt es neue Regelungen.

Sie dürfen bis zu einer Personenzahl von 5.000 unter Vollauslastung wieder öffnen. Sollten die Veranstaltungen mehr Plätze haben, darf zur Hälfte ausgelastet werden oder maximal 25.000 Menschen. Bei mehr als 5.000 Besuchern muss ein negativer Antigen-Schnelltest vorgezeigt werden.

Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung - viele Einschränkungen für Ungeimpfte

Zahlreiche Tests kommen auch auf alle zu, die weder Impfung noch Genesung nachweisen können und sich auch nicht impfen lassen wollen. Ungeimpfte brauchen zukünftig in vielen Bereichen einen maximal 24 Stunden alten Antigen-Schnelltest.

Hier brauchen Ungeimpfte einen Antigen-Schnelltest

Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe

Galerien, Museen, Gedenkstätten, Archive, Bibliotheken, Büchereien – Personen, die lediglich Medien abholen oder zurückgeben, brauchen keinen 3G-Nachweis

Gastronomie im Innenbereich – das Abholen von Speisen ist ohne 3G-Nachweis erlaubt

Spielhallen, Wettstuben, Casinos

Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien (bei mehr als 5.000 Besuchern und/oder wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann), z.B. bei Konzerte, Theater, Stadtführungen, Betriebs- oder Vereinsfeiern, Kino, Volksfeste, Sportveranstaltungen, Messen etc.

Kosmetikstudios, Nagelstudios, Kosmetische Fußpflege, Massagestudios, Tattoo- und Piercingstudios, Laser- und IPL-Studios für kosmetische Behandlungen, Friseurbetriebe, Barbershops, Massagestudios

Fitness-Studios, Schwimmbädern, Sporthallen

Saunen, Solarien, Dampfbäder, Hamame

Fluss- und Seeschifffahrt im Ausflugsverkehr, touristische Bus-, Bahn- und Seilbahnverkehre, Zeppelinrundflügen, Museumsflüge

geschlossene Räume in Freizeitparks, zoologischen und botanischen Gärten, Hochseilgärten, Indoor-Spielplätzen, Minigolf-Anlagen

Musik-, Kunst-, Jugendkunst-, Volkshochschulen in geschlossenen Räumen

Hotels, Gasthäuser, Pensionen, Ferienwohnungen, Ferienhäuser , Ferienparks, Sharing-Unterkünfte wie etwa airbnb-Angebote, (Dauer-)Campingplätze, kostenpflichtige Wohnmobil-Stellplätze (ein Test bei Anreise und dann alle drei Tage während des Aufenthalts)

Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen. 

Nicht überall reicht ein Schnelltest für Ungeimpfte allerdings aus. In Clubs und Diskotheken wird ein negativer PCR-Test verlangt*, wie auch heidelberg24.de* berichtet. Dieser darf höchstens 48 Stunden alt sein.

Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung - für mutwillig Ungeimpfte wird‘s teuer

Nach dem letzten Corona-Gipfel wurde bekannt gegeben, dass Ungeimpfte, die sich bewusst gegen eine Impfung entschieden haben, die Kosten für die Antigen-Schnelltests voraussichtlich ab dem 11. Oktober selbst tragen müssen*. Spätestens bis dahin soll nämlich jeder die Möglichkeit gehabt haben, eine Impfung zu erhalten. Kinder bis fünf Jahre sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt, müssen die Tests weiterhin nicht selbst bezahlen.

„Inzwischen gibt es für alle Menschen ab 12 Jahren ein kostenloses Impfangebot, das jede und jeder wahrnehmen kann“, heißt es in der neuen Corona-Verordnung für Baden-Württemberg. „Für die, die es nicht wahrnehmen möchten, kann die Allgemeinheit in Form von aus Steuergeldern finanzierten kostenlosen Tests nicht auf ewig aufkommen.“ *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

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