Vorerst keine weiteren Öffnungen

Härtere Corona-Regeln für BaWü: Kretschmann macht heftige Ansage

Corona in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) wurde am Freitag als erster deutscher Regierungschef geimpft.
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Winfried Kretschmann steht in Baden-Württemberg wegen möglicher weiterer Lockerungen vor einer schweren Entscheidung.
  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
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  • Julia Thielen
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In Baden-Württemberg wird es wohl wieder strengere Corona-Regeln geben. Das hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann angekündigt.

Update vom 22. März: Was darf aktuell öffnen? Ab dem 22. März gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung*. Alle aktuellen Corona-Maßnahmen, Gebote und Verbote hat echo24.de* in einem Überblickartikel zusammengefasst.

Update vom 19. März, 15.42 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat wegen der steigenden Infektionszahlen eine Verschärfung der Corona-Auflagen angekündigt. „Damit muss man rechnen, dass Dinge zurückgenommen und verschärft werden“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Stuttgart. Angesichts vieler Ansteckungen in Kitas und Schulen könne es zudem sein, „dass wir da auch was ändern müssen“, erklärte Kretschmann vor dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Politik am kommenden Montag.

Der Regierungschef geht auch davon aus, dass es nicht dabei bleiben werde, dass Stadt- und Landkreise selbstständig über Öffnungen je nach Inzidenzen entscheiden können. Zudem müssten die Einwohner von Hotspot-Regionen mit harten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen rechnen. Es hänge jetzt viel davon ab, wie schnell man mehr impfen und deutlich mehr testen könne, „um risikoärmer öffnen“ zu können.

Baden-Württemberg: Statt Lockerungen, wieder härtere Corona-Regeln

Schon am Donnerstag hatte die Landesregierung mitgeteilt, dass es vorerst keine weiteren Lockerungen geben wird. Der für frühestens ab dem 22. März geplante Öffnungsschritt wurde zurückgestellt. Es waren ursprünglich weitere Öffnungen für Kreise mit einer Inzidenz unter 50 oder zwischen 50 und 100 vorgesehen. Auch bei den Schulen wurde bereits nachgebessert. In Grundschulen gilt Maskenpflicht, und in den fünften und sechsten Klassen kann nach der Rückkehr in die Schulgebäude am vergangenen Montag nun auch Wechselunterricht angeboten werden.

Kretschmann ließ sich am Freitag als erster deutscher Regierungschef gegen das Coronavirus impfen. Der 72-Jährige ließ sich in einem Impfzentrum in Stuttgart den gerade wieder zugelassenen Impfstoff von AstraZeneca spritzen. Allerdings ließ er seiner Frau Gerlinde den Vortritt. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt.

Der grüne Regierungschef wollte seine Impfung auch als Werbung verstanden wissen: „Das Zeichen soll sein: Haben Sie Vertrauen, lassen Sie sich impfen.“ AstraZeneca sei ein sicherer und wirksamer Impfstoff, das habe die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nach dem zwischenzeitlichen Stopp bestätigt.

Keine Lockerungen für BaWü: Hammer-Ansage von Kretschmann - Schock für Gastro

Update vom 19. März: Nach wochenlangem Lockdown gab es nach Merkels Öffnungsplan die ersten Lockerungen in Deutschland. Friseure durften öffnen, ortsweise auch Einzelhandel und weitere körpernahe Dienstleister. Schon als von ersten Lockerungen die Rede war, hatten Experten von der dritten Welle gewarnt wie echo24.de* berichtet.

Nun steigen die Corona-Neuinfektionen wieder schneller. Für den 22. März waren für Baden-Württemberg weitere Öffnungsschritte geplant. Die wurden jetzt zurückgestellt, berichtet die dpa. „Die aktuelle Lage ist derart dynamisch, dass wir unsere Maßnahmen an diesem Infektionsgeschehen ausrichten müssen“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Baden-Württemberg: Keine neuen Lockerungen - Kretschmann-Ansage schockt Gastro

Angedacht waren Lockerungen für Kreise mit einer stabilen 7-Tages-Inzidenz unter 50 oder zwischen 50 und 100. „Die Tendenz zeigt leider in die falsche Richtung. Auf dieser Grundlage sind weitere Öffnungen derzeit unrealistisch und nicht sinnvoll.“ Anstatt neuen Lockerungen werden am Montag die neuen Regeln angepasst*, wie auch bw24.de* berichtet. Eine neue Verordnung sei in Arbeit. Besonders bitter ist das für Gastronomie, Theater, Kinos und Sport - denn in diesen Bereichen waren ab Montag Lockerungen geplant gewesen.

Der Stufenplan für weitere Öffnungen in Baden-Württemberg sieht mehr Lockerungen frühestens ab dem 22. März vor.

Auch an Grundschulen ändert sich etwas. So müssen Lehrer und Schüler ab Montag im Schulgebäude eine Mund-Nasen-Maske tragen. An weiterführenden Schulen ist eine Maskenpflicht weiterhin Pflicht. In den kommenden Wochen soll hier wieder Wechselunterricht eingeführt werden.

Weitere Lockerungen in Baden-Württemberg? Kretschmann trifft weitreichende Entscheidung

Erstmeldung vom 17. März: In Baden-Württemberg könnte es ab dem 22. März weitere Lockerungen geben. So sieht es der Anfang März veröffentlichte Stufenplan zum Rückkehr in die Normalität angesichts der Corona-Pandemie vor. Doch es gibt eine hinter einem Sternchen versteckte Bedingung: Öffnungen seien „nur möglich, wenn sich die 7-Tages-Inzidenz nicht verschlechtert“. Zuletzt stieg dieser Wert im Südwesten aber deutlich an. Nun steht Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor einer weitreichenden Entscheidung.

Dem Druck der Bevölkerung nach Lockerungen nachgeben und damit einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen riskieren? Oder lieber weiter abwarten und damit auch die vom Lockdown betroffenen Unternehmen vor noch immensere Herausforderungen stellen? Es ist für Winfried Kretschmann die Wahl zwischen Pest und Cholera. Beide Entscheidungen könnten für Baden-Württemberg weitreichende Folgen haben.

Baden-Württemberg: Weitere Lockerungen? Kretschmann trifft weitreichende Entscheidung 

Wie der Ministerpräsident wählt, hängt wohl auch von der Entwicklung der Corona-Lage in Baden-Württemberg* in den nächsten Tagen ab. Aktuell tendiert Winfried Kretschmann aber offenbar dazu, erstmal keine weiteren Öffnungen* zuzulassen, berichtet auch bw24.de*. So zumindest könnte man den Auftritt des Regierungschefs bei „Markus Lanz“ im ZDF am gestrigen 16. März auslegen. „Bei der Situation werde ich mir gut überlegen, ob ich am Montag weitere Öffnungen mache oder ob ich das mal aussetze“, sagte Kretschmann da.

Denkbar ist für Baden-Württembergs Ministerpräsidenten offenbar, sich am 22. März, also kommenden Montag, erst einmal „zu besprechen“, statt schon vorab weitere Öffnungen umzusetzen. Dem Stufenplan würde das nicht widersprechen. Hier wurde von vorneherein über den 22. März als frühesten Termin für weitere Lockerungen gesprochen. Jetzt würde es aber darauf ankommen, abzuwägen, wie viel riskiert werden kann.

Baden-Württemberg: Öffnungen und Lockerungen frühestens ab 22. März möglich

Baden-Württembergs Stufenplan sieht ab 14 Tage nach den letzten Lockerungen im Land mögliche weitere Öffnungen vor. Diese sind, wie die aktuellen Corona-Regeln im Südwesten* auch, erneut von der 7-Tages-Inzidenz in den Land- und Stadtkreisen abhängig. Dann könnte Folgendes gelten:

Öffnungen bei 7-Tages-Inzidenz unter 50Öffnungen bei 7-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 100 (alles mit tagesaktuellem Corona-Test)
AußengastronomieAußengastronomie nach vorheriger Anmeldung
Theater, Konzert- und Opernhäuser, KinosTheater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos
Sport (innen kontaktfrei; Kontaktsport draußen)Sport (innen kontaktfrei; Kontaktsport draußen)

Schon jetzt haben wegen der zuletzt oft steigenden Inzidenzen einige Kreise ihre zunächst angesetzten Lockerungen wieder zurücknehmen müssen. Beispielsweise in Heilbronn war die Inzidenz von unter 35 auf über 50* gestiegen. Im Hohenlohekreis musste gar die sogenannte „Notbremse“ gezogen* werden. Hier gelten aktuell wieder die Regeln des Lockdowns – ohne Öffnungen. In Baden-Württemberg liegt die 7-Tages-Inzidenz aktuell bei 79,8 (Stand: 16. März). Und damit deutlich höher als noch am 8. März.

Baden-Württemberg: Kretschmann vor Entscheidung – Öffnungen unwahrscheinlich

Zum Zeitpunkt der Öffnungen des Einzelhandels hatte die Inzidenz in Baden-Württemberg noch bei 60,3 gelegen. Weitere Lockerungen scheinen deshalb in Baden-Württemberg aktuell eher unwahrscheinlich. Die Menschen im Südwesten brauchen einen langen Atem. Das ist auch dem Ministerpräsidenten bewusst.

Den Kampf gegen das Coronavirus verglich Kretschmann bei „Markus Lanz“ mit einer Wanderung auf einem schmalen Grat. Zuletzt habe man ein bisschen mehr riskieren können, weil Öffnungen mit einer Teststrategie verbunden worden waren. „Wie kann man öffnen, ohne höhere Risiken einzugehen? Das ist die Frage, die wir mit dem Testen verbinden können“, erklärte der Ministerpräsident im ZDF. Tübingen sei mit seinem Pilotprojekt* jetzt ein entscheidender Maßstab. Bis hier allerdings verwertbare Ergebnisse vorliegen, heißt es angesichts der Pandemie wohl auch weiter ausharren. *echo24.de und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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