Mutation im Südwesten

Reiserückkehrer bringen indische Corona-Variante nach Baden-Württemberg

Passagiere mit Koffer laufen durch einen Flughafen.
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Reiserückkehrer aus Indien haben eine neue Corona-Variante nach Baden-Württemberg gebracht (Symbolbild).
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Unter den Varianten des Coronavirus in Baden-Württemberg ist nun auch die indische B.1.617 aufgetaucht. Wie gefährlich sie ist, ist bisher nicht erwiesen.

Stuttgart - Die britische, südafrikanische und brasilianische Variante wurde beim Coronavirus in Baden-Württemberg bereits festgestellt. Die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika erreichte Baden-Württemberg beispielsweise durch eine Familie aus dem Zollernalbkreis, die nach einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückkehrte.

Nun ist auch die neue, indische Corona-Variante B.1.617 im Südwesten nachgewiesen worden. Auch sie ist laut einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) über zwei Reiserückkehrer aus Indien nach Baden-Württemberg gelangt.

Nach Angaben des Sozialministeriums in der Landeshauptstadt Stuttgart seien die zwei Infizierten isoliert worden, enge Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. Darüber hinaus habe es im Labor fünf weitere Nachweise der indischen Mutante gegeben. Die Gesundheitsämter und das Landesgesundheitsamt ermitteln dazu.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wie gefährlich die indische Variante ist, ist unklar

Wie ansteckend oder tödlich die Variante aus Indien womöglich ist, ist derzeit noch unklar. Noch am Mittwoch zeigte sich Virologe Christian Drosten angesichts der bisherigen Erkenntnisse relativ gelassen in Bezug auf die Mutante. Im „Coronavirus-Update“, einem Podcast auf NDR-Info, sagte er, an der bisher kleinen verfügbaren Datenbasis lasse sich ableiten, dass nicht allein diese Mutante für die heftige Infektionswelle in Indien verantwortlich sei. Am Mittwoch wurden in Indien rund 360.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Viel mehr sieht Christian Drosten eine „bunt gemischte Virus-Population“ als Grund für die Infektionswelle.

Im Moment halte er die Variante B.1.617 „in der Medienbewertung überschätzt“, so Christian Drosten weiter. Es gebe keine Belege, dass Menschen durch sie schwerer erkrankten. „Wenn viele Leute zur gleichen Zeit infiziert werden, dann hat man auch bei den jüngeren Altersgruppen auf einmal, absolut gesehen, ganz viele Kranke in einem kurzen Zeitfenster.“

Die Grundgesundheit der Bevölkerung in Indien sei zudem weniger gut als in Deutschland, was den Effekt der jüngeren Bevölkerung wieder etwas ausgleiche. Drosten machte aber auch deutlich, dass sich die Situation ändern kann: „Es kann sein, dass in zwei Monaten sich herausstellt, dass doch irgendwas ist mit diesem Virus.“ Die indische Corona-Mutation hat auch andere Teile Deutschlands erreicht, wie 24Hamburg.de* berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Als „besorgniserregend“ ist die Variante noch nicht eingestuft

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die indische Variante bisher nicht als „besorgniserregend“ eingestuft. Die Organisation betont, dass bisher nicht klar sei, welche Aspekte für die rapide Ausbreitung des Infektionsgeschehens in Indien verantwortlich seien. Die WHO hat bisher die britische, südafrikanische als auch brasilianische Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Variante leichter ausbreitet und schwere Verläufe auslöst. Im Januar hatten vor allem die britische und südafrikanische Corona-Mutationen für immer mehr Fälle in Baden-Württemberg gesorgt. *24Hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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