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Baden-Baden: Erstes Urteil im Verfahren um Hunderte Kilo Drogen erwartet

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Amts- und Landgericht Baden-Baden
Das Amts- und Landgericht Baden-Baden plant heute ein erstes Urteil im Verfahren um den Handel mit fast einer Tonne Drogen. © Uli Deck/dpa/Archivbild

2021 hatte es die Staatsanwaltschaft Baden-Baden gleich in mehreren Großverfahren mit professionellen Drogendealern zu tun, die Geschäfte über verschlüsselte Handys abwickelten. In einem Fall folgt nun ein Urteil. Nicht nur die Dimension halten Ermittler für bemerkenswert.

Baden-Baden (dpa/lsw) - Für den Handel mit fast einer Tonne diverser Drogen will die Staatsanwaltschaft Baden-Baden vier Männer zur Rechenschaft ziehen. In einem ersten Verfahren plant das Landgericht Baden-Baden, am Donnerstag (14.30 Uhr) ein Urteil zu sprechen. Dabei geht es um drei der Angeklagten aus Baden-Baden und Rastatt sowie 153 Kilogramm Marihuana, 20 Kilo Haschisch und 2 Kilo Kokain. Die Staatsanwaltschaft fordert für die 34 Jahre alten Beschuldigten Haftstrafen von fünf Jahren und vier Monaten bis zu neun Jahren. Die Plädoyers der Verteidigung lagen deutlich darunter.

Die Beschuldigten hatten ihre Rauschgiftgeschäfte den Angaben nach über sogenannte Kryptohandys verdeckt abgewickelt. Internationale Ermittler knackten diese aber und brachten so eine ganze Reihe an Verfahren in Gang. Allein in dem aktuellen Kontext läuft ein zweiter Prozess gegen einen 33-Jährigen aus Kehl (Ortenaukreis), in dem wiederum ein Teil der Vorwürfe abgetrennt wurde.

Eine dritte Anklage hatte die Staatsanwaltschaft im Februar erhoben; dabei geht es um den mutmaßlichen Handel mit 518 Kilo Marihuana, 6 Kilo Haschisch sowie je 1 Kilogramm Amphetamin und Kokain. Hier hat das Gericht noch nicht entschieden, ob es ein Verfahren ansetzt.

Wenn Ermittler Kryptohandys knacken, habe das den Vorteil, dass die Kommunikation der Drogendealer meist klar und deutlich sei, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft jüngst gesagt. Weil sich die Täter sicher fühlten, verwendeten sie keine blumigen Umschreibungen.

Im vergangenen Jahr beschäftigten allein die Behörde in Baden-Baden mehrere Großverfahren. Bemerkenswert seien neben den internationalen Verbindungen der Täter und der professionellen Organisation die «überaus großen Mengen und die hohe Qualität der Betäubungsmittel».

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