Kurioser Vorfall in Schramberg

Autofahrer findet Schlange in seinem Cabrio - Besitzer gesucht

Kornnatter
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Die Kornnatter stammt eigentlich aus Nordamerika. In Schramberg fingen Tierschützer nun eine solche Schlange ein.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Einen Fund der besonderen Art haben Cabriolet-Besitzer in Schramberg gemacht. In ihrem Auto versteckte sich eine Schlange.

Schramberg - Da mussten sie zweimal hinschauen: Besitzer eines BMW-Cabrios trauten am Mittwochabend ihren Augen kaum, als sie in ihrem geparkten Fahrzeug eine Schlange entdeckten. Das Paar verständigte daraufhin die Polizei. Zunächst ging man davon aus, dass es sich bei dem Reptil um eine heimische Schlangenart handelt, vermutlich eine junge Ringelnatter. Die sind in der Gegend häufiger anzutreffen. In Baden-Württemberg kriechen sechs der weltweit rund 2.700 Arten umher - zwei davon sind sogar ziemlich giftig.

Der hinzugezogene Tierschutzverein Schramberg brachte schließlich Klarheit: Nachdem die Helfer die Schlange eingefangen hatten, identifizierten sie das Tier als eine Kornnatter. Die in Nordamerika beheimatete Schlangenart ist ungiftig und dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit aus einem Privatbesitz stammen. Ob das Tier ausgesetzt wurde oder ob es aus einem Terrarium entwischt ist, ist noch unklar. Personen, die Angaben zur Herkunft der gefundenen Schlange machen können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Schramberg (07422 2701-0) in Verbindung zu setzen.

Schlangen in Baden-Württemberg: Die meisten Arten sind ungefährlich

Die Wahrscheinlichkeit, in Baden-Württemberg auf eine Schlange zu treffen, ist gar nicht so gering. Vor allem in den Monaten Juni und Juli werden die harmlosen Ringelnattern vermehrt im Ländle gesichtet. In dieser Zeit sind sie aktiver, da sie nach passenden Plätzen für die Eiablage suchen. Ringelnattern sind hell- bis dunkelgrau und haben dunkle Flecken auf ihrem Rücken. Ihr charakteristischer gelber „Halsring“ gibt der Schlange ihren Namen. Ringelnattern können bis zu 1,30 Metern lang werden und sind vor allem im Oberrheingebiet, im Schwarzwald, in den Neckar- und Tauber-Gäuplatten sowie im Keuper-Lias-Land anzutreffen.

Der Tierschutz hat häufig mit Fällen von Tierquälerei zu kämpfen. In Müllheim im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald fanden Passanten eine tote Kornnatter. Das Tier war schrecklich misshandelt worden. Auch in Mannheim musste kürzlich ein schwer misshandeltes Nutria, eine Biberratte, eingeschläfert werden. Die Tierrechtsorganisation Peta setzt alles daran, die Tierquäler zu finden. Für Hinweise, die zu den Tätern führen, hat die Organisation eine Belohnung von 1.000 Euro ausgeschrieben.

Hohe Strafen für Tierquälerei - bis zu drei Jahre Gefängnis möglich

In Deutschland ist Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz strafbar, den Tätern drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen, je nach dem Ausmaß der Tiermisshandlung. Es kann sogar ein lebenslanges Verbot für das Halten oder Betreuen von Tieren verhängt werden. Das Aussetzen von Haustieren steht ebenfalls unter Strafe. Nach dem in Deutschland geltenden Tierschutzgesetz ist das vorsätzliche oder fahrlässige Aussetzen von Tieren verboten und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

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