Rezeptstempel eines toten Arztes

Attest von totem Arzt: Mann will mit dreister Fälschung Maskenpflicht umgehen

Ein Mann hat seine Maske ums Handgelenk gebunden.
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Ein Mann aus dem Kreis Waldshut versuchte sich mit einem falschen Attest vor dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu drücken.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Mit dem Stempel eines toten Arztes versuchte ein 54-Jähriger aus dem Kreis Waldshut, sich vor dem Tragen eines Mund- und Nasenschutzes zu drücken.

Wutöschingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg greift weiter um sich, weshalb das Tragen einer Maske nun auch in der Öffentlichkeit Pflicht ist. Mit den Regelungen nicht einverstanden schien ein Mann aus dem Kreis Waldshut. Laut dpa soll der 54-Jährige ein Attest gefälscht haben, um sich vor dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu drücken.

Es kommt immer wieder zu Manipulationen bei Attesten, die Patienten von der Maskenpflicht befreien. So stellte ein Arzt aus Offenburg solche Atteste ohne medizinischen Grund aus. Der neue Fall aus dem Kreis Waldshut ist allerdings besonders dreist: Das Attest, das den Mann angeblich von der Maskenpflicht befreite, trug den Rezeptstempel eines toten Arztes.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mann will Maskenpflicht mit gefälschtem Attest umgehen

In der Wohnung des Mannes in Wutöschingen sei außerdem weiteres Beweismaterial gefunden worden, wie die Freiburger Polizei mitteilte. An den Stempel gekommen sei der Mann möglicherweise, da er die Familie des Toten kannte. Die Polizei nimmt an, dass weitere falsche Atteste im Umlauf sind. Die Maßnahmen, die Baden-Württemberg zum Schutz vor dem Coronavirus eingeführt hat, stoßen immer öfter auf Widerstand.

Auf den Mann aufmerksam geworden war die Polizei, weil er trotz Coronavirus ohne Maske in einem Einkaufsmarkt in Wutöschingen unterwegs war. Als der Leiter des Geschäfts ihn darauf angesprochen habe, seien die beiden in Streit geraten. Prompt zückte der 54-Jährige sein angebliches Attest über die Befreiung von der Maskenpflicht. Bei den anschließenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mediziner, der das Papier angeblich ausgestellt hatte, nicht mehr lebte. Auf den Masken-Muffel wartet nun gemäß der Corona-Verordnung von Baden-Würtemberg ein saftiges Bußgeld.

Masken-Verweigerer und Attest-Fälscher müssen in Baden-Württemberg mit Strafen von bis zu 250 Euro rechnen. Die Maskenpflicht gilt derzeit landesweit in öffentlichen Einrichtungen, Fußgängerzonen und Marktplätzen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann.

Befreiung von Maskenpflicht: Immer wieder Fake-Atteste in Baden-Württemberg im Umlauf

Weitere Fälle von gefälschten Attesten machen die Runde. So wurde an einer Schule am Bodensee ein Fake-Attest vorgelegt. Auch am Frankfurter Flughafen versuchte ein Mann, mit einem gefälschten Attest, die Maskenpflicht zu umgehen, wie die Frankfurter Neue Presse berichtete. Das Attest habe der 32-Jährige aus dem Internet heruntergeladen und mit einer falschen Unterschrift versehen.

Die Diskussionen um die Maskenpflicht reißen nicht ab. Angesichts steigender Infektionszahlen und einer gesunkenen Bereitschaft, sich an die Corona-Regeln zu halten, werden in immer mehr Bundesländern Bußgelder verhängt. Nach wie vor gibt es Menschen, die eine Existenz des Coronavirus nicht anerkennen wollen. Innenminister Thomas Strobel äußerte sich kürzlich knallhart zu Corona-Leugnern.

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