Asiatische Tigermücke?

78-Jährige befürchtet „tödlichstes Tier der Welt“ in ihrem Hausflur - „ich hatte Angst“

Großaufnahme einer Asiatischen Tigermücke mit der charakteristischen schwarz-weißen Zeichnung.
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Auch für Laien ist die Tigermücke durch ihre charakteristische, gestreifte Musterung, gut zu identifizieren.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Als eine Seniorin in Lahr in ihrem Hausflur eine schwarz-weiß-gestreifte Mücke erblickte, hegte sie einen schlimmen Verdacht: Könnte es sich um die asiatische Tigermücke handeln?

Lahr/Ortenau - Schon vor einigen Jahren warnte Bill Gates vor dem „tödlichsten Tier der Welt“. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Raubtier, sondern um ein winziges Insekt: die asiatische Tigermücke. Ursprünglich in den Tropen beheimatet, breitet sich die schwarz-weiß-gestreifte Mücke seit den 1990er Jahren auch in Europa aus. Nun kommt es immer wieder zu Sichtungen in Baden-Württemberg. In Lahr war die Aufregung bei einer 78-Jährigen groß, als sie ein getigertes Insekt mitten in ihrem Hausflur entdeckte.

Aus Angst, dass es sich bei dem Tier in ihrem Hausflur um die asiatische Tigermücke handeln könnte, wandte sich die Seniorin an die Lahrer Zeitung. Aufgeregt brachte sie ein Foto der gestreiften Mücke mit in die Geschäftsstelle der Zeitungsredaktion. „Ich hatte Sorge, dass die Tigermücke sich auch bei uns ausbreiten könnte“, erklärte sie. Die Lahrer Redaktion stellte daraufhin Nachforschungen zur Herkunft des Tieres an.

Asiatische Tigermücke in Lahr? Nachforschungen liefern Gewissheit

Eine Anfrage beim Offenburger Landratsamt ergab zunächst keine Gewissheit. Es hieß, dass vorerst keine Entwarnung gegeben werden könnte - es sich aber „eher nicht“ um eine asiatische Tigermücke handle. Um sicher zu gehen, wurde die Mücke dann an Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer gesendet. Von dort kam die Antwort: Es handelt sich nicht um eine Stechmücke oder asiatische Tigermücke. Vielmehr deute alles darauf hin, dass es sich bei dem eingeschickten Exemplar um eine einheimische Riesenschnake handle - diese können nicht stechen.

Obwohl es im Lahrer Fall Entwarnung gab, hätte es gut sein können, dass es sich bei dem von der Seniorin erspähten Exemplar tatsächlich um die asiatische Tigermücke handelt - denn das Tier ist längst im Südwesten angekommen. In Stuttgart tauchte es erstmals im Sommer 2020 auf. Ein Jahr später wurde die Tigermücke erstmals mitten in Heilbronn nachgewiesen. Auch im Ortenaukreis hat man im Jahr 2020 Brutstätten von Tigermücken nahe einer Autobahnraststätte gefunden. In den Jahren zuvor wurden bereits immer wieder Einzelfunde gemeldet, die im Laufe der Zeit auf ganze Brutkolonien hinwiesen. 2021 hat es im Ortenaukreis bislang aber noch keinen bestätigten Tigermücken-Fund gegeben.

Asiatische Tigermücke: Ihr Biss kann im Ernstfall tödlich enden

Als möglicher Überträger von Krankheitserregern wie dem Dengue- und Chikungunya-Virus kann ein Biss der Tigermücke im Ernstfall tödlich für den Menschen enden. Noch ist die Ausbreitung des Insekts in Baden-Württemberg zu gering, als dass die Bürger hier deswegen panisch werden müssen. Tigermücken übertragen die Vieren übrigens nicht auf direktem Weg. Stattdessen nehmen sie sie bei einem Wirt auf und geben sie dadurch an das nächste Opfer weiter. Folglich bedarf es einer hohen Rate an mit Dengue- oder Chikungunya-Fieber infizierten Reiserückkehrern, um die Krankheiten in unseren Gefilden zum Problem zu machen. Hierzulande kommen die Krankheiten extrem selten vor.

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