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„Tödlichstes Tier der Welt“ am Bodensee entdeckt – Stadt ergreift Maßnahmen

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Von: Jason Blaschke

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Die von Bill Gates als „tödlichstes Tier der Welt“ bezeichnete asiatische Tigermücke ist auch am Bodensee in Baden-Württemberg angekommen, ein Test war positiv.

Konstanz – Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass sich im Bodensee die invasive Quagga-Muschel rasant vermehrt und im Uferbereich Badegäste verletzt, die den scharfen Kanten zu nahe kommen. „Die Quagga-Muschel kann schon richtig doll schneiden und macht einen größeren Schnitt, als die normale Dreikantmuschel“, sagte Clemens Menge, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe in Konstanz im SWR zur Quagga-Muschel, die im östlichen Mittelmeer vorkommt.

„Tödlichstes Tier der Welt“ in Konstanz: Stadt will Mücke biologisch bekämpfen

Doch die Quagga-Muschel ist nicht die einzige invasive Art, mit der die Menschen in Konstanz in Kontakt kommen können. Gleich vier exotische Mückenarten erobern Baden-Württemberg, darunter das „tödlichste Tier der Welt“ – die asiatische Tigermücke. Und am Schwäbischen Meer wurde sie nun erstmalig nachgewiesen, wie die Stadt Konstanz am Donnerstag (4. August) mitteilte – ein Stäbchen aus elf Eiablagefallen an der Bodenseebucht sei positiv getestet worden.

Um die Verbreitung der Tigermücke möglichst schnell einzudämmen, hat die Stadt eine Sofort-Maßnahme ergriffen. Berichten der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zufolge soll das Tier biologisch bekämpft werden. Dabei sollen auf Basis von Eiweißen alle Larven der asiatischen Tigermücke in ihren Brutstätten getötet werden. Für die Pflanzenwelt am Bodensee soll das Eiweiß ungefährlich sein, für die Larven der Tigermücke in Wasserbecken oder Regentonnen ist es gefährlich.

Bakterien, Krebse, Eiweiße – Baden-Württemberg kämpft gegen Tigermücke

Konstanz am Bodensee ist nur eine von vielen Städten, wo das tödlichste Tier der Welt von Wissenschaftlern nachgewiesen wurde. Dementsprechend wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe von neuen Methoden entwickelt, um der invasiven Mückenart in Baden-Württemberg das Handwerk zu legen. Mit Bakterien-Tabletten etwa wurde 2021 gegen das tödlichste Tier der Welt erstmals im Südwesten vorgegangen.

Und auch lebendige Ruderfußkrebse wurden schon auf die asiatische Tigermücke angesetzt, mit dem Ziel, ebenfalls die Larven der Mücke zu bekämpfen oder in dem Fall, zu fressen. Gefährlich ist das tödlichste Tier der Welt primär deshalb, weil es Krankheiten an Menschen übertragen kann, gegen die es keine Impfung gibt und die tödlich enden können. Viren, die die asiatische Tigermücke in sich trägt, können etwa das Dengue- oder das Gelbfieber auslösen.

Biologin ist sich sicher: Arten wie die Tigermücke „nicht mehr auszurotten“

Unklar ist allerdings, wie effektiv diese Maßnahmen sind, die in Konstanz und in anderen Städten in Baden-Württemberg gegen die Mücke eingesetzt werden. Denn exotische Mückenarten wie die Tigermücke seien nicht mehr auszurotten, erklärt Biologin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Brandenburg. Zumal Faktoren wie der Klimawandel dazu beitragen, dass immer mehr invasive Tier- und Pflanzenarten im Südwesten heimisch werden.

In Karlsruhe und Pforzheim wurde etwa die Nosferatu-Spinne nachgewiesen, welche ursprünglich aus Südeuropa stammt und bis zu acht Zentimeter groß werden kann. Ihren Namen verdankt die Spinne der seltsamen Zeichnung auf ihrer Rückenpartie, die mit ein wenig Fantasie wie ein Vampir aussieht, der in einem Stummfilm (von 1922) „Nosferatu“ heißt. Von Bill Gates ist die Tigermücke wegen der gefährlichen Krankheitserreger zum „tödlichsten Tier der Welt“ getauft worden.

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