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Mehr als 100.000 Ukraine-Flüchtlinge in Baden-Württemberg: Die meisten leben bei Privatpersonen

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Von: Julian Baumann

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Frauen und Kinder kommen nach ihrer Flucht aus der Ukraine am Grenzübergang an.
Über 100.000 Geflüchtete aus der Ukraine sind bereits in Baden-Württemberg untergekommen. Ein Großteil bei Privatpersonen. © Visar Kryeziu/dpa

In Baden-Württemberg sind inzwischen mehr als 100.000 Menschen aus der Ukraine untergekommen. Die meisten davon bei Privatpersonen, wie das Justizministerium erklärt.

Stuttgart - Vor genau drei Monaten startete Russland entgegen dem Völkerrecht mit einem Angriffskrieg auf die Ukraine. Seitdem wurden in dem osteuropäischen Land zahlreiche Städte angegriffen und mitunter teilweise zerstört. Die ukrainische Bevölkerung leistet erbitterten Widerstand, tausende Menschen haben ihre Heimat aufgrund des Krieges aber verlassen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am heutigen Dienstag, 24. Mai, berichtete, sind inzwischen mehr als 100.000 Menschen aus der Ukraine in Baden-Württemberg untergekommen.

In Stuttgart und zahlreichen anderen Städten im Südwesten wurden gemäß dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) Erstaufnahmeeinrichtungen errichtet, in denen Geflüchtete aus der Ukraine vorläufig untergebracht werden, wenn noch kein privater Wohnraum zur Verfügung steht. Wie das zuständige Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg auf Anfrage von BW24 mitteilte, ist ein Großteil der in den vergangenen drei Monaten aus dem Kriegsgebiet geflüchteten Menschen aber privat untergekommen. Die Hilfsbereitschaft in Baden-Württemberg ist demnach ungebrochen.

Ukraine-Flüchtlinge: Im Mai kommen durchschnittlich rund 200 Menschen pro Tag nach Baden-Württemberg

Laut den Angaben der dpa kamen in den vergangenen drei Monaten seit dem Beginn des Ukraine-Krieges insgesamt 104.222 Geflüchtete nach Baden-Württemberg. Das seien mehr, als im gesamten Jahr 2015, dem damaligen Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Im Vergleich zu den Vormonaten ist die Zahl der Flüchtlinge im Mai aber leicht rückläufig. „Gegenüber März 2022, dem bisherigen Höhepunkt der Migrationsbewegung aus der Ukraine, sind die Zugangszahlen gesunken“, erklärte Anna Härle, Pressesprecherin des Justizministeriums gegenüber BW24. „Dies gilt sowohl für die Direktzugänge in den Stadt- und Landkreisen, als auch für die Zugänge in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes.“

Im März seien pro Tag durchschnittlich mehr als 300 Menschen aus der Ukraine alleine in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergekommen. Der Spitzenwert lag am 31. März bei 610 Geflüchteten, inzwischen liegt die Zahl bei durchschnittlich etwas weniger als 200. „Diese Zahl zeigt jedoch auch, dass sich die Situation noch lange nicht entspannt hat“, sagte Anna Härle. „Sondern dass sich die Zugänge - zumindest, was die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes betrifft - nun konstant auf hohem Niveau eingependelt haben.“

Hilfsbereitschaft in Baden-Württemberg: Der Großteil der Ukraine-Flüchtlinge kommt privat unter

Auch nach drei Monaten ist noch kein Ende des Krieges in der Ukraine vorauszusehen. Demnach werden wohl noch mehr Menschen ihre Heimat in Richtung anderer europäischen Länder und damit auch nach Baden-Württemberg antreten müssen. Nach Angaben des Justizministeriums wurden die Kapazitäten sowohl bei den Erstaufnahmeeinrichtungen als auch bei den vorläufigen Unterbringungen deutlich aufgestockt. Aktuell sind zudem auch Notunterkünfte in beispielsweise Sport- oder Messehallen eingerichtet worden.

Die geflüchteten Menschen aus der Ukraine müssen in Baden-Württemberg aber größtenteils nicht lange in Erstaufnahmeeinrichtungen verbringen, da viele Menschen nach wie vor Geflüchtete bei sich aufnehmen. „Nach wie vor ist zu beobachten, dass ein Großteil der Geflüchteten privat untergekommen ist“, sagte auch Anna Härle vom Justizministerium gegenüber BW24. Die Stadt Stuttgart hat einen Koordinationsstab eingerichtet, um Wohnungen für Geflüchtete zu finden.

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