Für Proviant oder Unterschlupf

Angst vor Angriffen in Baden-Württemberg - Bunker-Eigentümer bekommt lukrative Angebote

Ein Bunker in Mainz aus dem Zweiten Weltkrieg.
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Die Nachfrage nach Luftschutzbunkern steigt in Baden-Württemberg. Ein Eigentümer aus Waiblingen erhielt bereits mehrere Angebote (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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In Baden-Württemberg steigt offenbar die Angst vor einem Russland-Angriff: Ein Bunker-Eigentümer aus Waiblingen erhält zahlreiche Angebote und Anfragen.

Waiblingen - Erste Auswirkungen des Ukraine-Kriegs machen sich auch in Deutschland bemerkbar. Experten warnen bereits, dass das Schulsystem durch die geflüchteten Ukraine-Kinder am Limit sei (BW24* berichtete). Neben steigenden Energiekosten wird bei Kaufland, Lidl und Aldi zudem bereits ein wichtiges Alltags-Lebensmittel knapp und teuer*: das Speiseöl.

In Baden-Württemberg* herrscht hohe Anteilnahme am Geschehen. Nachdem Russland erstmals die Ukraine angegriffen hatte, zeigten sich Stuttgarter in einer Umfrage schockiert über die Entwicklungen* und gaben an, sogar Angst zu haben. Mittlerweile bombadiert Putin die Ukraine auch an der Grenze zu Polen - und rückt dabei näher an das Nato-Gebiet.

Erste Anfragen für Bunker im Rems-Murr-Kreis

Die Angst ist nicht nur in der Landeshauptstadt Stuttgart* allgegenwärtig. Ein Bunker-Eigentümer aus Waiblingen* erhält bereits zahlreiche Anfragen für seinen sicheren Schutzplatz, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Der Mann ist professioneller Pyrotechniker und lagert in dem Bunker, den er bereits seit sieben Jahren besitzt, verschiedene Feuerwerkskörper. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs erhält er nun zahlreiche Anfragen und Angebote, die teilweise durchaus lukrativ seien.

Während es zum einen die „verrücktesten Anfragen“ gebe, interessieren sich einige eher dafür, dort eine Großfamilie unterzubringen. „Andere wollen dort Proviant einlagern oder für sich und ihre Familie einen Unterschlupf sichern“, so der Pyrotechniker. Diese Ideen kommen nicht von ungefähr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt einen 10-Tage-Notfallvorrat*. Für den Bunker sind manche Menschen sogar bereit, monatlich 300 Euro zu zahlen. „Da würde ich, wenn ich ehrlich bin, schon gerne ja sagen – aber wenn man etwas verspricht, müsste man es halten können. Und das geht in dem Fall nicht“, erklärt er.

Bunker in Waiblingen sei für Kriegsfall nicht einsetzbar

Luftschutzbunker gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr, deshalb wenden sich viele nun wohl auch den Bunker-Eigentümer. Ungenutzte Flächen in seinem Schutzraum bietet er zur Vermietung im Internet an. Der Bunker würde jedoch im Falle eines Angriffs auf Deutschland nicht dafür ausgelegt sein, um die Menschen schützen zu können.

„Die Türen haben eine hohe Widerstandsklasse, aber es sind keine Druckentlastungstüren wie bei einem Luftschutzbunker“, erläutert er. Außerdem gebe es dort keine Wasserversorgung, Notausgänge fehlen und die Luftzufuhr sei nicht zur Versorgung vieler Menschen ausgelegt - er dient lediglich zur Lagerung von Gefahrengut. Der Bunker-Eigentümer geht zudem nicht davon aus, dass es in Deutschland so weit kommen werde und Bunker benötigt werden. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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