Cyber Valley Tübingen

Mega-Projekt für Künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg ruft sogar Angela Merkel auf den Plan

  • Valentin Betz
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Im „Cyber Valley“ erforschen Wissenschaftler zusammen mit Bosch und Amazon erfolgreich Künstliche Intelligenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel interessiert sich für das Projekt.

  • Angela Merkel ist heute virtuell zu Besuch im Tübinger „Cyber Valley“, einem KI-Forschungszentrum.
  • Das Konsortium will das weltweit führende Zentrum bei der Erforschung künstlicher Intelligenz werden.
  • Auch Bosch und Amazon beteiligen sich an dem Projekt in der Universitätsstadt.

Tübingen - Das kleine Tübingen ist vielen wahrscheinlich durch seine idyllische Innenstadt bekannt. Dabei ist die Universitätsstadt ein weltweit anerkanntes Forschungszentrum. Jüngst machte das in Tübingen ansässige Pharmaunternehmen CureVac auf sich aufmerksam. Die Firma forscht intensiv an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Zuletzt brachte der Börsengang CureVac 209 Millionen Euro für die Forschung ein. Die Impfstoffe der Firma basieren auf RNA, was für Tesla-Chef Elon Musk offenbar so spannend war, dass er CureVac seine Unterstützung anbot. Elon Musk kam sogar schon persönlich nach Baden-Württemberg, um sich mit Vertretern von CureVac über die Kooperation auszutauschen.

Cyber Valley: Megaprojekt für Künstliche Intelligenz - Amazon und Bosch mischen mit

In Tübingen wird noch an zahlreichen weiteren Themen geforscht. Die Universität Tübingen fördert in sogenannten Exzellenzclustern die Bereiche Krebsforschung, Infektionsforschung und maschinelles Lernen. Letzteres gehört zum „Cyber Valley“, das in Tübingen entsteht. In Anlehnung an das „Silicon Vallely“ in Kalifornien soll hier ein globales Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. Das ambitionierte Projekt hat auch das Interesse von Bundeskanzlerin Angela Merkel geweckt, die deshalb in Tübingen zu Besuch ist - wegen des Coronavirus allerdings nur virtuell.

Angela Merkel interessiert sich für das Cyber Valley, an dem auch Jeff Bezos‘ Milliardenkonzern Amazon beteiligt ist

„Cyber Valley" in Tübingen - Angela Merkel interessiert sich für Künstliche Intelligenz

Im „Cyber Valley“ Tübingen wurden bislang zehn neue Forschungsgruppen und Lehrstühle eingerichtet, die den Kern des Projekts bilden. Neben der KI-Forschung und dem maschinellen Lernen soll es auch um Robotik, Virtual und Augmented Reality sowie Computer Vision gehen - dass Angela Merkel aufgrund des Coronavirus nur virtuell durch das Projekt geführt werden kann, scheint da eher passend als störend.

Gemeinsam mit Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek schaut sich Angela Merkel das „Cyber Valley" per Videoschalte an. Dabei geht es weniger um persönliches Interesse als um die Frage, ob in dem Forschungszentrum Transfermöglichkeiten zwischen Forschung und Unternehmen bestehen.

Erforschung Künstlicher Intelligenz: Im „Cyber Valley“ Tübingen versammelt sich das „Who‘s who" der Wissenschaft

Auch wenn die Universität Tübingen bereits als namhafter und renommierter Unterstützer hinter dem „Cyber Valley“ steht: An dem Forschungskonsortium beteiligen sich noch zahlreiche weitere bekannte Partner aus Wissenschaft und Industrie. Neben dem Land Baden-Württemberg sind die Universität Stuttgart, die MaxPlanck- und die Fraunhofer Gesellschaft im „Cyber Valley" involviert.

Aber auch die Industrie ist massiv an der KI-Forschung interessiert. Bosch und Amazon wollen zwei Forschungszentren in Tübingen errichten. Die Daimler AG investiert ebenso in das „Cyber Valley“, wie BMW und die Porsche AG. Die Beteiligung der Fahrzeughersteller ist naheliegend, spielt doch künstliche Intelligenz für die Autos der Zukunft im Zusammenhang mit autonomem Fahren eine tragende Rolle.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Michael Kappeler/Andrej Sokolow/dpa

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