Konzertreihe als Modellprojekt

„Fühlt sich an wie Kasperltheater“: Andrea Berg tritt wegen Pandemie vor nur 2.000 Zuschauern auf

Andrea Berg steht mit Mikrofon auf einer Bühne.
+
Schlagersängerin Andrea Berg veranstaltet im Juli vier Konzerte - vor 2.000 statt der sonst üblichen 30.000 Zuschauern (Archivbild).
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
    schließen

Normalerweise füllt Schlagersängerin Andrea Berg mit ihren Konzerten Stadien bis zum letzten Platz. Aufgrund der Corona-Pandemie singt sie jetzt vor weniger Zuschauern - für sie ein ungewohntes Gefühl.

Aspach - Die WIRmachenDRUCK Arena im Rems-Murr-Kreis hat schon bessere Zeiten erlebt. Vor nicht allzu langer Zeit bestritt der Fußballverein SG Sonnenhof Großaspach dort seine Heimspiele in der 3. Bundesliga. Inzwischen ist die Mannschaft aber in die Regionalliga Südwest abgestiegen.

Ganz ähnlich sieht es mit dem Stadion bei Konzerten von Andrea Berg aus. Die Schlagersängerin wohnt in Aspach, dem Standort der WIRmachenDRUCK Arena und spielt dort unter dem Motto „Heimspiel“ regelmäßig Open-Air-Konzerte. Normalerweise sind das 30.000 Zuschauer an zwei Abenden im Juli. Doch diese Ausmaße sind aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit nicht möglich.

Wie der SWR berichtet, bietet Andrea Berg deshalb jetzt doppelt so viele Konzerte an - allerdings nur mit 2.000 Zuschauern pro Veranstaltung. Damit will die Schlagersängerin nicht nur zurück zur Normalität kehren. Die Konzertreihe dient auch als Modellprojekt, um Erkenntnisse für weitere Events dieser Art zu liefern.

Konzerte von Andrea Berg: Coronavirus zwingt Schlagersängerin zum Umplanen

Bereits am 9. Juli fand das erste der vier Konzerte unter dem Motto „Steh auf und tanz – Das besondere Heimspiel 2021“ statt. Fans von Andrea Berg, die bereits Tickets für das ursprünglich geplante Format gekauft hatten, hatten dafür ein Vorkaufsrecht. Die sonst bei Konzerten üblichen Stehplätze waren in der WIRmachenDRUCK Arena in Aspach allerdings nicht erlaubt. Stattdessen saßen die Zuschauer auf den Schalensitzen der Tribüne und auf dem Rasen des Stadions auf Klappstühlen.

Dadurch konnten bei dem Konzert die Hygieneregeln strikt eingehalten werden, das Gefühl war aber wohl trotzdem nicht nur bei den Fans zunächst ungewohnt. „Wenn wir uns überlegen, was wir sonst so hatten, fühlt sich das ein bisschen an wie Kasperletheater“, sagte Andrea Berg laut Backnanger Kreiszeitung angesichts der 2.000 zugelassenen Fans. Auch die Bühne unterlag den Auflagen aufgrund des Coronavirus. Anstatt mit einer Band oder sonstiger musikalischer Begleitung stand Andrea Berg alleine vor ihren Zuschauern. „Seit über 20 Jahren bin ich nicht mehr so alleine gewesen auf der Bühne“, so die Schlagersängerin.

Andrea Berg spielt kleine Konzerte - zeigt sich aber trotz Coronavirus optimistisch für die Zukunft

Die Kulturbranche wurde nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Wie die Backnanger Kreiszeitung berichtet, will Andrea Berg mit ihren vier Konzerten auch auf diesen Umstand aufmerksam machen. Gleichzeitig soll die Open-Air-Veranstaltungsreihe als Modellprojekt Aufschluss darüber geben, inwiefern weitere solcher Events in Zukunft stattfinden können.

Diesbezüglich zeigte sich die Schlagersängerin bei ihrem ersten „Heimspiel“ optimistisch. „Das fühlt sich so, so toll an. Wir haben das Leben zurück“, sagte Andrea Berg. Ihre Aussagen lassen nur wenig Zweifel übrig, dass sie an ein baldiges Ende der Corona-Pandemie glaubt. Schon im Januar will die Schlagersängerin mit Band ihre tour beenden. „Dann ist alles so wie früher“, so Andrea Berg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare