Schreckliches Attentat

Große Anteilnahme nach Amoklauf an Uni Heidelberg - „Tat hat Lebensmittelpunkt nachhaltig zerstört“

Ein Frau und ein Mann legen auf dem Gelände der Heidelberger Universität Blumen nieder.
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Nach dem Amoklauf an der Uni Heidelberg ist die Anteilnahme aus der Bevölkerung groß.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Am Tag nach dem Amoklauf an der Uni Heidelberg, bei dem es zwei Tote und drei Verletzte gab, sitzt der Schock tief. Viele Menschen sprechen ihr Beileid aus.

Heidelberg - Die Nachricht über den Amoklauf an der Universität Heidelberg erschütterte nicht nur die Region Baden-Württemberg, sondern auch ganz Deutschland. Der 18-jährige Täter war selbst Student an der Uni. Drei Menschen verletzte er mit seiner Schusswaffe leicht, eine Frau traf er mit einem Kopfschuss - sie erlag später ihren Verletzungen. Am Ende erschoss sich der 18-Jährige selbst.

Einen Tag nach dem Amoklauf an der Uni Heidelberg kommen weitere schreckliche Details ans Licht. Der Täter hatte seine Waffen aus dem Ausland bekommen, obwohl er keinen Waffenschein besaß. Außerdem kündigte er seine Tat in WhatsApp an. In dem Messenger-Dienst schrieb er, laut den Ermittlungen der Polizei, seinem Vater, dass „Leute jetzt bestraft werden müssen“.

„Einfach nur schrecklich“: Große Anteilnahme nach Amoklauf in Heidelberg auch in den sozialen Medien

Auf Twitter und Facebook sprechen ebenfalls viele Menschen ihr Beileid aus. „Ohne Worte, einfach nur traurig“, heißt es auf Facebook. „Einfach nur schrecklich“, so eine Nutzerin in den Kommentaren. Sie wünsche allen Betroffenen, dass sie das Erlebte verarbeiten können. „In Gedanken bei meiner alten Uni und ihren Student*innen. Wie fürchterlich“, schreibt eine Twitter-Nutzerin. In einem weiteren Tweet beschreibt ein Mann, dass der Campus für Studenten oft mehr Lebensmittelpunkt sei, als die eigenen vier Wände. „Die Tat von Heidelberg zerstört diesen Raum nachhaltig.“

In den sozialen Medien wird sich auch über die ganzen Spekulationen und Falschmeldungen geärgert - sogar Witze werden auf Kosten des Amoklaufs in Heidelberg gemacht. Unter anderem kursiert die Frage, ob der Täter geimpft gewesen sei oder „wenigstens eine FFP2-Maske getragen hat.“ Das sorgt für Unverständnis in der Community. Fassungslosigkeit herrscht auch über die Tatsache, dass der Täter die Waffen aus dem Ausland beziehen konnte. „Wie kann ein 18-Jähriger mehrere Schusswaffen aus dem Ausland nach Deutschland bringen?“, fragt sich ein anderer Facebook-User.

Kretschmann und Scholz in Gedanken bei den Opfern des Amoklaufs an der Universität Heidelberg

Bereits am späten Abend des Tattags äußerte sich unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu den Geschehnissen in Heidelberg. „Es zerreißt mir das Herz, solch eine Nachricht zu erfahren“, sagte er am Montag (24. Januar) nach einer Konferenz mit den Ministerpräsidenten in Berlin und sprach den Angehörigen, den Opfern und den Studentinnen und Studenten der Universität Heidelberg sein Beileid aus. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) bekundete sein Beileid auf Twitter: „Meine Gedanken sind bei den Verletzten, bei den Mitarbeiter*innen der Uni, bei Polizei, Notdienst & allen Einsatzkräften.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) äußerte sich ebenso schockiert: „Die Nachrichten aus Heidelberg machen mich zutiefst betroffen. Meine Gedanken sind bei den Familien und ihren Angehörigen. Wir sind an Ihrer Seite.“ Der Mannheimer Polizeipräsident Siegfried Kollmar hatte am Montag angekündigt, man werde das Umfeld des Täters jetzt in den nächsten Tagen mit Hochdruck durchleuchten. Die Hintergründe der Tat sollen schnellstmöglich aufgeklärt werden.

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