AKW Neckarwestheim II

Risse in den Rohren: Auffällige Schäden am letzten aktiven Atomkraftwerk in Baden-Württemberg entdeckt

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim südlich von Heilbronn in Baden-Württemberg
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AKW Neckarwestheim II: Korrosionsschäden an sieben Rohren festgestellt.
  • Julian Baumann
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Eine Überprüfung des Kernkraftwerks Neckarwestheim II südlich von Heilbronn zeigte auffällige Korrosionsschäden an Rohren von zwei Dampferzeugern. Die Gefahrenbewertung ist noch nicht abgeschlossen.

  • Das AKW Neckarwestheim II südlich von Heilbronn wird von der EnBW Kernkraft GmbH mit Sitz in Obrigheim im Neckar-Odenwald-Kreis betrieben.
  • Bei einer Überprüfung stellte man Korrosionsschäden an Rohren von zwei Dampferzeugern fest.
  • Im Vergleich zur Überprüfung im Vorjahr gab es deutlich weniger Beanstandungen. Die Gefahrenbewertung ist noch nicht abgeschlossen.

Neckarwestheim - Das Atomkraftwerk Neckarwestheim II in der Stadt Neckarwestheim südlich von Heilbronn wird von der EnBW Kernkraft GmbH mit Sitz in Obrigheim im Neckar-Odenwald-Kreis betrieben. Die GmbH ist ein Tochter-Unternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe. Bei einer Überprüfung des Kernkraftwerks stellte man Korrosionsschäden an Rohren von zwei Dampferzeugern fest, wie das Umweltministerium am Freitag in der Landeshauptstadt Stuttgart mitteilte. Insgesamt wiesen sieben Rohre Schäden auf. Die Bewertung der Problematik ist noch nicht abgeschlossen.

AKW Neckarwestheim II: Sieben beschädigte Rohre außer Betrieb genommen

Laut Angaben des Umweltministeriums Baden-Württemberg besitzt das AKW Neckarwestheim II vier Dampferzeuger mit insgesamt 16.000 Heizungsrohren. Zwei der Dampferzeuger wiesen keine Schäden auf. Sieben Rohre der anderen beiden wiesen sogenannte lineare Schäden auf. „Das sind in Umfangsrichtung verlaufende rissartige Wanddickenschwächungen“, schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung. 19 kleinere Risse stellte man an allen vier Dampferzeugern fest. Die Schäden sind jedoch nicht registrierpflichtig. Die sieben Rohre mit Korrosionsschäden versiegelte man, wie im Vorjahr, und nahm sie außer Betrieb.

Die Zahl der Befunde bei der Überprüfung des AKW Neckarwestheim II sei im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen, teilte das Umweltministerium mit. Auch die Tiefe und Länge der Korrosionsschäden an den Rohren sei deutlich geringer. Im Jahr 2018 gab es 191 beschädigte Rohre, ein Jahr später waren es 101 Korrosionsschäden. Bereits 2018 reinigte die EnBW die Dampferzeuger in dem Kernkraftwerk. Der Eisenoxideintrag wurde gesenkt und die salzartigen Verunreinigungen beseitigt.

AKW Neckarwestheim II: Letzter Block in Baden-Württemberg darf noch bis Ende 2022 Strom liefern

Der Block 1 des AKW Neckarwestheim ist seit dem Jahr 2011 abgeschaltet. Seit 2017 ist der Abriss der Anlage genehmigt, die Arbeiten laufen seitdem, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Der Betreiber EnBW gehe davon aus, dass die Arbeiten noch zehn bis 15 Jahre andauern werden. Der Block 2 des AKW Neckarwestheim darf noch bis maximal Ende 2022 Strom liefern, als einziger Block eines Kernkraftwerks in Baden-Württemberg. Anschließend soll auch dort der Rückbau beginnen.

Zuschauer und Interessierte konnten bei der Sprengung der Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg bei Karlsruhe wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht vor Ort sein. Der Betreiber EnBW entschloss sich, wegen der Infektionsgefahr den genauen Zeitpunkt der Sprengung nicht mitzuteilen. Als Entschädigung veröffentlichte das Unternehmen umfangreiches Material auf seiner Homepage. Auch eine Drohne flog über das Atomkraftwerk Philippsburg. Ihre Aufnahmen machten Gänsehaut.

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