4.800 Praxen piksen gegen Corona

Ärzte in Baden-Württemberg: Bis Juli könnten alle Erwachsenen geimpft sein

Frauke Saalfeld, Lehrerin an der Mira-Lobe-Förder- und -Oberschule, erhält von Bianca Bartel, impfberechtigte Mitarbeiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe, ihre Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca.
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Kassenärzte rechnen mit eine Impfung aller Erwachsenen bis Juli - sofern Impfstoff geliefert wird.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Kassenärzte in Baden-Württemberg rechnen damit, dass alle Erwachsenen bis Ende Juni geimpft sein werden. Abhängig ist das von einer Bedingung.

Stuttgart - Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg wurde nach aktuellem Stand (27. April) rund 2,6 Millionen Menschen die Erstimpfung verabreicht, etwa 790.000 davon haben laut Robert-Koch-Institut bereits den vollen Impfschutz erhalten. Prozentual betrachtet, sind das etwas mehr als sieben Prozent der Gesamtbevölkerung im Südwesten. Um das Impftempo zu steigern, hat das Land Baden-Württemberg angekündigt, mit den Impfungen für Prio-Gruppe 3 von Montag an zu starten.

Geht es nach den Kassenärzten im Land, wird sich die Impfquote im Südwesten im Laufe des Juni noch deutlicher steigern. Bis zum Juli rechnen die Ärzte damit, dass alle Erwachsenen in Baden-Württemberg die erste Impfung erhalten werden - sofern sie das wollen. „Wenn wir alle Ressourcen, also Impfzentren, Praxen und Betriebsärzte zusammennehmen, ist das zu schaffen“, sagte Kai Sonntag, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in der Landeshauptstadt Stuttgart gegenüber der Heilbronner Stimme.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bisher impfen rund 4.800 Praxen im Südwesten

Bislang sind laut der Kassenärztlichen Vereinigung rund 4.800 Praxen in Baden-Württemberg an der Impfkampagne beteiligt. Baden-Württemberg hatte mit den Impfungen bei den Hausärzten Anfang April begonnen. Seither seien rund 400.000 Impfungen in Praxen verabreicht worden. Neben den Hausärzten beteiligen sich mit steigender Tendenz auch Fachärzte an der Impfkampagne.

Ob das Impftempo gesteigert und im Juni dann auch alle Erwachsenen geimpft werden können, hängt indes von einer Bedingung ab. „Es wird sehr schnell gehen, wenn die zugesagten eine Million Impfdosen pro Woche ab Juni tatsächlich kommen“, sagte Kai Sonntag der Heilbronner Stimme. Ein Impf-Debakel hat Baden-Württemberg bereits hinter sich. Zum Beginn der Kampagne ging die Impfung der Hochrisikogruppen nur schleppend voran, weil Impfstoff fehlte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Betriebe dienen als dritte Impfsäule

Derweil bereiten sich auch die Unternehmen auf Impfungen vor. Die Betriebsärzte bezeichnete Sozialminister Manne Lucha (Grüne) als dritte Säule im Kampf gegen das Coronavirus - neben den Impfzentren und den Hausärzten. Bei einem Besuch eines Pilotprojekts bei Liebherr in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) kündigte der Sozialminister an, dass pro Woche bis zu 200.000 Beschäftigte in den Betrieben im Südwesten geimpft werden sollen. Auch das hänge jedoch von der pünktlichen Impfstoff-Lieferung des Bundes ab, so Manne Lucha.

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