Auf Güterzug geklettert

Einsatz am Bahnhof in Aalen: 16-Jährige bekommt Stromschlag und stirbt

Güterzüge sind an einem Bahnhof abgestellt, im Vordergrund die Oberleitungen
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Unglück am Bahnhof in Aalen: 1,5 Meter Abstand reichen schon, um einen Stromschlag durch eine Oberleitung zu bekommen. (Symbolbild)
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Am Bahnhof in Aalen hat sich ein tragischer Unfall ereignet. Eine Jugendliche kletterte auf einen Güterzug und bekam einen tödlichen Stromschlag.

  • Eine 16-Jährige starb durch einen Stromschlag, nachdem sie im Bahnhof Aalen auf einen Güterzug geklettert war.
  • Ihre beiden Freundinnen mussten das Unglück mit ansehen und stehen nun unter Schock.
  • Die Oberleitung der Züge muss nicht einmal berührt werden, um einen Stromschlag zu bekommen.

Aalen - Jugendliche und junge Heranwachsende testen gerne ihre Grenzen aus - und halten sich dabei nicht immer an Regeln. Normalerweise geht das glimpflich aus, in seltenen Fällen muss aber auch mal die Polizei anrücken. In Stuttgart verstießen Anfang Juni Schüler gegen die Corona-Auflagen. Daraufhin sollten sie 800 Euro bezahlen, was allerdings für sehr viel Empörung gesorgt hatte.

Jugendlicher Leichtsinn endet oft auch tragischer. Als die Polizei am Mittwochvormittag am Bahnhof Aalen eintraf, hatte eine 16-Jährige eine riskante Aktion bereits mit dem Leben bezahlt.

Bahnhof in Aalen: 16-Jährige klettert auf Güterzug und kommt Oberleitung zu nahe

Die Jugendliche war gemeinsam mit zwei Freundinnen am Hauptbahnhof in Aalen unterwegs, als sie einen auf dem Areal abgestellten Güterzug bemerkte. Die 16-Jährige kletterte daraufhin auf einen Container, mit welchem der Güterzug beladen war. Fatalerweise war wohl keinem der drei Mädchen bewusst, in welche Gefahr man sich damit begibt.

Über den Zügen verlaufen Oberleitungen, durch die Starkstrom fließt. Als die 16-Jährige auf den Güterzug kletterte, bekam sie deshalb einen tödlichen Stromschlag. Wie ein Sprecher der Polizei Aalen gegenüber BW24 mitteilte, muss die Oberleitung dazu nicht einmal berührt werden. Zwar lägen die Leitungen laut Polizeisprecher an dieser Stelle ausreichend niedrig, um sie zu berühren. Theoretisch reicht aber ein Abstand von 1,5 Metern zwischen der Person und der Oberleitung, damit sich ein so genannter Störlichtbogen bildet - ein Stromschlag folgt. Wie genau die 16-Jährige den Stromschlag bekam, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Großeinsatz am Hauptbahnhof in Aalen: Bahnverkehr zwischen Aalen und Ulm zeitweise eingestellt

Die beiden Freundinnen der 16-Jährigen hatten zum Glück nicht auch versucht, auf den Güterzug zu klettern. Auch wenn immer wieder Züge im Areal von Bahnhöfen abgestellt werden, bedarf es einiger Anstrengung, um auf deren Dach zu klettern - es seien keine Leitern an den Seiten angebracht, versicherte der Polizeisprecher gegenüber BW24. Die Freundinnen stünden unter einem schweren Schock und würden betreut, sagte ein Sprecher zur dpa.

Der Bahnverkehr zwischen Aalen und Ulm war wegen des tragischen Unfalls zwischenzeitlich eingestellt. Leider passiert es immer wieder, das Menschen nicht über die Gefahr von Oberleitungen Bescheid wissen und auf Züge klettern. Wer das Glück hat, mit dem Leben davon zu kommen, ist meist mit Brandnarben gezeichnet.

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