Sonderticket für den Nahverkehr

Das 9-Euro-Ticket kommt am 1. Juni - alle Infos für Reisende im VVS-Gebiet

Menschen stehen am Hauptbahnhof Stuttgart vor einer Regionalbahn.
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Von dem 9-Euro-Ticket sollen alle Fahrgäste im Verkehrsverbund Stuttgart profitieren.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Ab dem 1. Juni kann man mit dem 9-Euro-Ticket durch Baden-Württemberg und Deutschland reisen. Alle Infos zur Gültigkeit im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS).

Stuttgart - Im Zuge der steigenden Energie- und Spritpreise hat die Bundesregierung ein Energiepaket beschlossen, das auch ein vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Nahverkehr beinhaltet. Nun hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe erste Eckpunkte zum „9-Euro-Ticket“ bekannt gegeben. Profitieren sollen von dem Angebot alle Fahrgäste.

Das 9-Euro-Ticket kann beispielsweise nicht nur im Gebiet des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) genutzt werden, sondern in ganz Deutschland. Dazu zählen Straßen- und Stadtbahnen, U- und S-Bahnen, Stadt- und Regionalbusse sowie Regionalzüge (RB, RE, IRE). Für den Fernverkehr (z. B. ICE, IC/EC oder Flixtrain) kann das 9-Euro-Ticket nicht verwendet werden.

9-Euro-Ticket im VVS-Gebiet: Alle Informationen

Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) wird das 9-Euro-Ticket über die VVS-App anbieten. Es wird allerdings auch an einem Papierticket gearbeitet, das über Fahrkartenautomaten und Kundenzentren erhältlich sein soll. In Baden-Württemberg wurde auch über ein kostenloses Ticket für den Nahverkehr diskutiert, da dies in der Umsetzung deutlich einfacher gewesen wäre.

Das 9-Euro-Ticket wird nun vom 1. Juni bis zum 31. August erhältlich sein. Ab Ende Mai kann das Sonderticket bereits über die App gekauft werden. Weitere wichtige Informationen für Bahnfahrer im VVS-Gebiet zeigt die Übersicht:

  • Wie lange gilt das 9-Euro-Ticket? Mit dem Sonderticket kann man einen Monat lang für neun Euro im gesamten VVS-Gebiet und darüber hinaus reisen. Das Angebot gilt für einen Zeitraum von drei Kalendermonaten. Wer die ganze Zeit günstig mit Bahn und Bus fahren will, muss also drei mal neun Euro bezahlen.
  • Gilt das Ticket auch bei bestehenden VVS-Abos (Firmen-Abos, Scool-Abo)? Das 9-Euro-Ticket gilt auch für bestehende VVS-Abos. Ob in dieser Zeit nur neun Euro pro Monat abgebucht werden oder ob es eine Erstattung gibt, ist jedoch noch unklar. Kunden müssen sich jedoch nicht darum kümmern.
  • Was gilt bei Semester- und Jahrestickets? Bei Semester- und Jahrestickets erhalten VVS-Kunden eine Erstattung. Bei Semestertickets erfolgt diese nur, wenn die drei Monate in den bestimmten Zeitraum fallen. Über das Erstattungsverfahren informiert der Verkehrsverbund zeitnah.
  • Was gilt für Kinder? Bei dem Sonderangebot wird es kein extra Kinderticket geben. Kinder ab 6 Jahren zahlen ebenfalls 9 Euro pro Kalendermonat für den Nahverkehr in ganz Deutschland. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos.
  • Ist das 9-Euro-Ticket übertragbar? Nein. Die Fahrkarte ist personenbezogen, auf den Namen des Nutzers ausgestellt und somit nicht übertragbar.
  • Gilt das Sonderticket auch für die 1. Klasse? Bei einem Abo für die 1. Klasse ändert sich im VVS-Gebiet nichts - für neun Euro behält man dieselben Vorteile. Allerdings gilt dies nicht mehr, wenn man das Tarif-Gebiet verlässt. Dann ist das 9-Euro-Ticket nur für die 2. Klasse gültig.
  • Wie sieht es mit Fahrrad- und Partner-Mitnahme aus? Auch hier ist das im Tarif-Gebiet bei entsprechendem Abo weiterhin möglich. Beim Verlassen des VVS-Gebiets gelten auch die Vorteile wie Fahrrad- oder Partner-Mitnahme nicht mehr.
  • Muss ich das 9-Euro-Ticket kündigen? Das Sonderticket endet nach Ablauf des jeweiligen Monats automatisch und muss also nicht gekündigt werden.

Quelle: www.vvs.de/9-Euro-Ticket

Fahrgastverband und VVS warnt vor vollen Bussen und Bahnen

Der Fahrgastverband befürchtet, dass durch das 9-Euro-Ticket die Zahl an Fahrgästen deutlich zunehmen wird - zumal das Angebot direkt in die Sommer- und Ferienmonate hineinfällt.

Auch der VVS warnt seine Kunden in Baden-Württemberg bereits davor, dass Busse und Bahnen von Juni bis August „wahrscheinlich wieder voller werden“. Man müsse jedoch auch beachten, dass in den Sommermonaten ohnehin weniger Fahrgäste zu verzeichnen wären. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg seien die Fahrzeuge außerdem auch „noch nicht wieder so voll wie vorher“, schreibt der VVS.

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