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Verkehrsminister drohen mit Stopp des 9-Euro-Tickets - Was passiert mit den bereits verkauften?

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Von: Nadja Pohr

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Neun Euro werden vor einem Ticketautomaten hochgehalten
In Stuttgart hat der Vorverkauf des 9-Euro-Tickets bereits begonnen. Sollte das Angebot in letzter Sekunde scheitern, bekommen Käufer das Geld wieder erstattet. © IMAGO/Sven Simon

Ab dem 1. Juni soll das 9-Euro-Ticket in Deutschland gelten. Nun droht es allerdings im letzten Moment zu scheitern.

Stuttgart - Seit Monaten werben Bund und Länder für das 9-Euro-Ticket, mit dem Bürger in ganz Deutschland Busse und Bahnen im Nahverkehr für drei Monate vergünstigt nutzen können. Aufgrund der gestiegenen Energie- und Spritpreise beschloss die Regierung die Umsetzung eines Energiepakets zur Entlastung. Neben dem 9-Euro-Ticket ist auch ein Tankrabatt für drei Monate vorgesehen.

In trockenen Tüchern ist das 9-Euro-Ticket jedoch noch nicht ganz: Bund und Länder streiten weiterhin über die Kostenverteilung. Der Bund finanziert das Vorhaben, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle überweist. Denen ist das zu wenig. Die Länder wollen, dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich erhöht - das sind Gelder, die der Bund den Ländern jährlich zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zur Verfügung stellt.

Verkehrsminister einiger Länder drohen mit Verhinderung des 9-Euro-Tickets

Schon zu Beginn des Streits zwischen Bund und Ländern drohte das 9-Euro-Ticket zu kippen. Der Sprecher des Fahrgastverbands PRO BAHN Baden-Württemberg sprach gegenüber BW24 sogar von einem „nächtlichen Schnellschuss, bei dem sich keiner wirklich etwas gedacht hat“. Ein Scheitern hielt er für möglich, jedoch auch für „politisch heikel“. Nun scheint der Streit aber auf dem Höhepunkt angekommen zu sein.

Am 20. Mai müssen Bundestag und Bundesrat den Beschluss bekräftigen. Einer Zustimmung sollte eigentlich nichts im Wege stehen, jedoch haben einige Verkehrsminister bereits angekündigt, das Sonderticket verhindern zu wollen, sollte die Kostenfrage nicht geklärt werden. Falls der Bund nicht bereit sei, die Regionalisierungsmittel zu erhöhen, könne das Gesamtpaket Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im Bundesrat scheitern, drohte der Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Winfried Hermann (Grüne).

„Wenn der Bund glaubt, er könne sich auf dem Rücken der Länder für ein dreimonatiges Trostpflaster beklatschen lassen und andere sollen dafür die Rechnung zahlen, dann hat er sich gewaltig getäuscht“, mahnte hingegen Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Für den Plan, das Ticket zu blockieren, erntete Bernreiter bereits scharfe Kritik. Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Reinhard Meyer (SPD), wurde noch deutlicher. „Keine Zustimmung, solange der Bund keine zusätzlichen Mittel bereitstellt“, sagte er laut Bild.

Vorverkauf des 9-Euro-Tickets in Baden-Württemberg bereits gestartet

Während die Politik noch kräftig über das Sonderticket diskutiert, hat der Vorverkauf in Baden-Württemberg zum Teil bereits begonnen. Unter anderem ist das 9-Euro-Ticket, das ab dem 1. Juni gilt, in Freiburg und seit dem vergangenen Samstag auch in Stuttgart erhältlich. Es stellt sich jedoch nun die Frage, was mit den verkauften Tickets passiert, sollte man sich nicht einig werden. Es scheint, dass dies dem Verkehrsverbund in Stuttgart keine Schwierigkeiten bereiten werde. Eine Sprecherin der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB AG) erklärte auf Anfrage von BW24, dass die SSB vorab gekaufte Tickets in einem solchen Fall wieder erstatten werde.

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