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9-Euro-Ticket: Ein Ausflugsziel in Deutschland ist noch beliebter als Sylt

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Von: Nadja Pohr

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Mehrere Menschen an einem Bahnsteig
Das 9-Euro-Ticket bietet sich gut für einen Kurztrip übers Wochenende an. Ein Finanzdienstleister hat nun analysiert, wohin die Touristen an den ersten Juniwochenenden gereist sind. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Einer Auswertung zufolge ist nicht wie erwartet Sylt zum Hotspot durch das 9-Euro-Ticket geworden, sondern eine andere Region.

Stuttgart - Seit dem 1. Juni gilt das 9-Euro-Ticket in Deutschland und ermöglicht den Bürgern, mit Bus und Bahn durch das ganze Land zu reisen. Dass das Sonderticket angenommen wird, zeigte sich gleich zu Beginn: Bereits am ersten Wochenende kam es dadurch im öffentlichen Nahverkehr zu überfüllten Zügen. Solche „teils chaotischen Zustände“ befürchtete man bereits im Vorfeld.

Die hohe Nachfrage ist nicht überraschend, denn das 9-Euro-Ticket bietet sich nicht nur im Alltag, sondern auch für einen spontanen Urlaub am Wochenende an. Zu einem solch günstigen Preis ist es normal nicht möglich, beispielsweise von Baden-Württemberg nach Sylt zu kommen. Die Bewohner dort haben deshalb einen Ansturm auf ihre Insel bereits befürchtet. Doch überraschenderweise hat trotz Reiseandrang nicht Sylt bisher am meisten vom 9-Euro-Ticket profitiert.

9-Euro-Ticket: Rügen als Reiseziel offenbar beliebter als Sylt

Der Finanzdienstleister Sumup hat das Transaktionsverhältnis an den ersten beiden Wochenenden im Juni in einigen Regionen ausgewertet. Sumup untersuchte dabei die Anzahl der Kartenzahlungen sowie den durchschnittlichen Umsatz pro Händler. Anhand der Kriterien stellte das Unternehmen fest: Rügen ist als Reiseziel bei den Touristen wohl beliebter als die nordische Insel Sylt. Nach der Einführung des 9-Euro-Tickets kam es an der Ostseeinsel am Pfingstwochenende zu einem Anstieg von 74 Prozent der Sumup-Transaktionen im Vergleich zum vorletzten Maiwochenende.

Auf Sylt kam es im Gegensatz zu einem Transaktionsanstieg um 38 Prozent, wie t3n.de berichtet. Ebenso steigerte sich der Umsatz bei Händlern auf beiden Inseln am ersten Wochenende des 9-Euro-Tickets erheblich. Auf Rügen wurde laut Finanzdienstleister Sumup ein Umsatzanstieg von 59 Prozent verzeichnet - auf Sylt eine Erhöhung von 16 Prozent. Hierzu haben überwiegend kleinere Beträge, wie für Snacks, Kaffee oder Prosecco, ihren Teil beigetragen. Bezuschusst wird dies sicherlich auch von den vielen Punkrockern, die Sylt durch das Sonderticket enterten, wie 24hamburg.de berichtet.

Auch am zweiten Wochenende im Juni profitieren Rügen und Sylt vom 9-Euro-Ticket

Die Auswertungen von Sumup zeigen jedoch nicht nur am ersten Wochenende nach Einführung des 9-Euro-Tickets Erfolge - auch eine Woche später profitierten Rügen und Sylt von den Touristen. Da es sich dabei nicht um ein verlängertes Wochenende handelt, dient das zweite Wochenende besser für einen Vergleich zum Mai. Am 11. und 12. Juni lagen demnach die Transaktionszahlen in Sylt im Vergleich zum 21. und 22. Mai bei einem Plus von 13 Prozent. Der Umsatz stieg dagegen um 17 Prozent.

Von dem Sonderticket haben allerdings nicht nur die Inseln Rügen und Sylt profitiert, sondern auch die beliebte Touristenregion Lindau am Bodensee. Der Auswertung von Sumup zufolge kam es in der Stadt am zweiten Juniwochenende zu einem starken Anstieg der Transaktionen von 14 Prozent. Der Umsatz pro Händler stieg um neun Prozent. Mit dem 9-Euro-Ticket ist es jedoch nicht so einfach an den Bodenseekreis zu kommen, denn für die beliebte Gäubahn, die direkt in das Gebiet fährt, gilt das Angebot nicht.

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