Ausgrabung in Bad Friedrichshall

5000 Jahre alte Skelette in «Hockerstellung» entdeckt

Bestattungsplatz in Bad-Friedrichshall freigelegt
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Archäologe Frank Brodbeck legt ein Skelett einer Mehrfachbestattung aus der Zeit des Endneolithikums aus dem dritten Jahrtausend vor Christus frei.

Bei einer archäologischen Grabung im Kreis Heilbronn wurden zwei Skelette freigelegt, die in interessanter Stellung beerdigt wurden. Die Funde stammen aus dem dritten Jahrtausend vor Christus.

Bad Friedrichshall (dpa/lsw) - Ein Bestattungsplatz der endneolithischen Kultur der Schnurkeramik aus dem dritten Jahrtausend vor Christus mit 14 Gräbern ist in Bad Friedrichshall freigelegt worden. In den meisten Grabgruben sei nur ein Mensch bestattet worden, in zwei Fällen seien die Skelette von jeweils drei Individuen freigelegt worden, teilte das Landesamt für Denkmalpflege am Montag in Stuttgart mit. Die Toten seien mit angezogenen Beinen in der sogenannten Hockerstellung niedergelegt worden. Für die Reise ins Jenseits seien den Toten verschiedene Gegenstände mitgegeben worden: Tongefäße, die mit den Eindrücken von gedrehten Schnüren verziert wurden - daher der Name Schnurkeramik - Steinbeile, Feuerstein- und Knochengeräte sowie als Besonderheit ein Dolch aus Feuerstein.

Die Funde und Befunde der archäologischen Grabungen im Gebiet «Obere Fundel» im Kreis Heilbronn zeigen, dass der Bereich östlich des Neckars seit Jahrtausenden besiedelt war: Die ältesten Befunde stammen aus der Zeit um 5500 vor Christus. Von besonderem Interesse ist der rund 5000 Jahre alte Bestattungsplatz.

Außerdem entdeckten die Experten unter anderem Gruben und Spuren von aus Holz gebauten Häusern. Ihre Bewohner gehörten zu den ersten sesshaften Bauern des Neckarlandes.

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