Strenge Kontrollen

Mitarbeiter ohne 2G kommen nicht ins Werk: Südwest-Unternehmen sperren Ausweise

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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3G-Nachweise zu kontrollieren, stellt viele Firmen im Land vor eine Herausforderung. Airbus, ZF Friedrichshafen und Rolls-Royce greifen deshalb zu harten Mitteln.

Friedrichshafen - Seit vergangener Woche gilt bundesweit eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Das bedeutet konkret: Nur noch Beschäftigte, die genesen, geimpft oder nachweislich negativ auf das Coronavirus getestet sind, haben Zutritt. Betroffen von dieser Regel sind all jene, die nicht ins Homeoffice ausweichen können. Arbeitgeber müssen seither kontrollieren, wer bei ihnen ein und aus geht. Große Unternehmen aus Friedrichshafen (Baden-Württemberg) haben sich deshalb dazu entschieden, Werksausweise von Ungeimpften zeitweise zu sperren.

Bei Airbus, ZF und Rolls-Royce sind die Werksausweise der Mitarbeiter, die die 2G-Regel nicht erfüllen, aktuell inaktiv, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Während die geimpften und genesenen Angestellten weiterhin ganz bequem mit ihrem Werksausweis das Gelände der Unternehmen betreten können, müssen Ungeimpfte zuerst einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen.

3G-Regel am Arbeitsplatz: „Wir wussten, dass die Werksausweise gesperrt werden“

„Wir wussten, dass die Werksausweise spätestens diese Woche gesperrt werden“, erklärt eine Facebook-Nutzerin unter dem Beitrag der Schwäbischen Zeitung. „Wer geimpft oder genesen ist, konnte schon letzte Woche den Nachweis vorlegen. Damit blieb der Werksausweis funktionsfähig. Alle anderen kommen mit einem Schnelltest-Zertifikat zur Arbeit, und das wird seit heute Morgen an den Drehkreuzen kontrolliert.“ Die Kritik, die andere Kommentatoren an dem System äußern, kann sie nicht nachvollziehen: „Irgendwie müssen die Firmen die 3G-Regel ja einhalten. Wie soll das bei so vielen Mitarbeitern sonst möglich sein?“

Mitarbeiter, die weder geimpft noch genesen sind, müssen ihre Schnelltest-Zertifikate vor Arbeitsantritt checken lassen - erst dann wird ihr Werksausweis aktiviert. (Symbolbild)

Viele Arbeitgeber in Deutschland beklagten in der vergangenen Woche die Fristen zur Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz. „Binnen weniger Tage sind Kontrollen im großen Stil, etwa für Schichtarbeiter in der Produktion, nur schwer umsetzbar“, meint etwa Kai Beckmann, Präsident des Bundesarbeitgeberverbands Chemie, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir wollen ja auch Staus an Werkstoren verhindern, die zu Infektionen führen könnten. Zugleich müssen Schichten in der Produktion vollständig besetzt sein.“

3G-Regel im Job: In manchen Branchen könnten Kontrollen „extrem schwierig werden“

Noch komplexer werden 3G-Kontrollen im Job, wenn sie abseits von Büros oder Werken stattfinden - etwa im Handwerk. Bei vielen eher kleinen Betrieben dürfte der Kontrollaufwand relativ überschaubar bleiben, sagt Hans Peter Wollseifer vom Handwerksverband ZDH laut dpa. „Aber bei den Betrieben etwa der Gebäudereinigung oder im Bauhandwerk, bei denen die meisten Beschäftigten direkt zu den Baustellen und dann oft noch zu täglich wechselnden Objekten und Arbeitsorten fahren, dürfte es extrem schwierig werden.“

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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