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ZF Friedrichshafen startet bei der E-Mobilität den großen Angriff auf Bosch

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Von: Franziska Vystrcil

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Eine Monteurin arbeitet in einem Werk des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an ein Getriebe für Lastwagen.
Die ZF Friedrichshafen AG vom Bodensee setzt zum Angriff gegen Bosch an. © Felix Kästle/ dpa

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen geht in Kampfstellung: Im Bereich der Nutzfahrzeuge ist das Unternehmen nun sogar an Bosch vorbeigezogen.

Stuttgart/Friedrichshafen - Alles setzt auf E-Antriebe. Sowohl Konzerne wie Mercedes-Benz, die Porsche AG und andere Autohersteller, als auch deren Zulieferer, haben die Transformation zur Elektromobilität bereits in Angriff genommen. Dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen spielt dieser Wandel in die Karten. Lange lag das Unternehmen hinter Bosch und Continental zurück, nun schafft es der Zulieferer vom Bodensee aber sogar, Bosch bei den Nutzfahrzeugen Konkurrenz zu machen.

Auch der E-Autoboom in Baden-Württemberg half dem Unternehmen aus der Corona-Krise. Ein Konzern auf der Überholspur.

ZF Friedrichshafen ist inzwischen vor Bosch weltgrößter Zulieferer für Nutzfahrzeuge

„Wir sind mit rund 6,5 Milliarden Euro Umsatz jetzt der weltgrößte Zulieferer für Nutzfahrzeuge mit dem breitesten Technologieportfolio“, verkündet Wilhelm Rehm, ZF-Nutzfahrzeug-Vorstand, gegenüber dem Handelsblatt. Ein Grund für diesen Erfolg ist unter anderem ZFs Übernahme des US-Bremsenherstellers Wabco.

Seit Januar tritt die Truck-Sparte der beiden Unternehmen gemeinsam auf. „Jetzt haben wir die PS auf der Straße und müssen nur noch beschleunigen“, sagt Wilhelm Rehm. Ebenfalls von Vorteil: ZF Friedrichshafen hat gute Verbindungen zu Lkw-Herstellern, wie etwa der neuen Daimler Truck AG.

Bosch muss sich auch in weiteren Sparten in Acht nehmen. ZF Friedrichshafen tüftelt aktuell auch an den Transformationsthemen wie etwa elektrische Achsen, Lenkungen und Bremsen. Für seine Autos von morgen sucht ZF Friedrichshafen nach kreativen Köpfen, welche die Zukunft des Unternehmens mitgestalten.

Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen setzt zum Angriff an - auch im Bremsengeschäft ganz vorne mit dabei

Neben dem Angriff auf Bosch zielt ZF Friedrichshafen auch auf einen weiten Konkurrenten ab: Mit der Übernahme von Bremsenhersteller Wabco wird das Unternehmen aus Baden-Württemberg auch der Firma Knorr-Bremse gefährlich. Wie das Handelsblatt berichtet, erzielte Knorr-Bremse zuletzt rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz im Nutzfahrzeug-Bremsengeschäft.

In seinem ganzen Vorgehen scheint das Unternehmen vom Bodensee an seinen Konkurrenten vorbeiziehen zu wollen, denn auch in Sachen Organisation tut sich etwas. Besonders attraktiv für Partner: Nach der Neuorganisation hat ZF für jeden wichtigen Kunden einen zentralen Ansprechpartner. Bei diesem können die Kunden die gesamte Palette der Komponenten und Systeme bestellen. Bosch hingegen hat keine einheitliche Anlaufstelle. Das Nutzfahrzeuggeschäft ist auf unterschiedliche Sparten verteilt.

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