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Bundeskanzler Scholz nach Besuch bei Autozulieferer ZF: „Man geht mit großer Zuversicht wieder weg“

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Von: Julian Baumann

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und ZF-Vorstandsvorsitzender Wolf-Henning Scheider in der Konzernzentrale der ZF in Friedrichshafen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) überzeugte sich bei der ZF Friedrichshafen vom Fortschritt der Transformation zur E-Mobilität. © Dominik Gigler/ZF Friedrichshafen

Am Samstag war Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu Besuch beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen. Der Regierungschef sieht den Traditionskonzern für den Wandel zur E-Mobilität gut gerüstet.

Friedrichshafen - Es war ein großer Tag für die Kreisstadt des Bodenseekreises: Am Samstag, 19. November, wurde die große Revival-Show von „Wetten, dass.. ?“ aus der Messehalle in Friedrichshafen ausgestrahlt und am selben Tag besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen. Das Unternehmen ist neben Bosch aus Stuttgart und Continental aus Hannover der größte Autozulieferer des Landes und befindet sich aktuell mitten in der Transformation zur E-Mobilität. Die ZF Friedrichshafen startet bei der E-Mobilität den großen Angriff auf Bosch und rüstet dementsprechend um.

Beim Besuch in der Zentrale des Stiftungskonzerns in Friedrichshafen machte sich Olaf Scholz, der in seiner gepanzerten Mercedes-S-Klasse chauffiert wurde, vor Ort selbst ein Bild über die Herausforderungen des Wandels in der Autoindustrie. Gerade die Zulieferer haben es aktuell nicht leicht, da die Energiepreise und der anhaltende Chipmangel die Produktion ausbremsen. Der Bundeskanzler zeigte sich nach dem Besuch aber durchweg zuversichtlich. „Wir haben die besten Aussichten, dass wir bei der Zukunft mitmischen, bei den Fragen, die wichtig sind für die Welt“, sagte er.

ZF Friedrichshafen demonstriert Kanzler Scholz Fortschritt bei Transformation

Die Transformation vom klassischen Industrieunternehmen zu einem Hightech-Konzern ist alles andere als einfach. Welche Probleme das mit sich bringen kann, zeigt aktuell das Beispiel des Stuttgarter Autozulieferers Mahle, der mit roten Zahlen und Schwierigkeiten im laufenden Geschäftsjahr kämpft. Die ZF Friedrichshafen hat den Wandel bislang deutlich besser bewältigt, in den kommenden Jahren wird er aber noch einiges an Anstrengungen erfordern. „Der Paradigmenwechsel durch Software wird ZF noch stärker verändern als der Wechsel des Antriebs vom Verbrenner zum E-Motor“, sagte ZF-Chef Wolf-Henning Scheider laut einer Pressemitteilung des Konzerns zum Besuch des Kanzlers.

Die Kolonne von Bundeskanzel Olaf Scholz (SPD) kommt am 19. November an der Zentrale der ZF in Friedrichshafen an.
Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte am Samstag die Zentrale der ZF Friedrichshafen. Chauffiert wurde der Regierungschef in seiner gepanzerten S-Klasse Guard von Mercedes-Benz. © Dominik Gigler/ZF Friedrichshafen

Bei dem Besuch sollte vor allem ein elektrisch angetriebenes und autonom fahrendes Shuttle, für das die ZF die wichtigsten Komponenten entwickelt, dem Regierungschef die neue Welt der Mobilität demonstrieren. Von diesem Shuttle konnten sich vor einiger Zeit mit Mercedes-Chef Ola Källenius und Porsche-Chef Oliver Blume zwei der wichtigsten Manager der deutschen Wirtschaft überzeugen. „Bei ZF arbeiten wir konsequent daran, Mobilität nachhaltiger, sicherer und zugänglicher zu machen und zugleich erschwinglich zu halten“, sagte Scheider zu den Shuttels, die auf vordefinierten Routen zum Einsatz kommen und so gerade in Ballungsräumen in Zukunft einen schadstoff- und staufreien Verkehr ermöglichen sollen.

Bundeskanzler nach Besuch bei der ZF von Wandel überzeugt - „keine Bedrohung, sondern Aussicht“

Im Rahmen der Transformation stehen erneuerbare Energien, die die fossilen Brennstoffe ablösen sollen, im Fokus. Die ZF Friedrichshafen will für diesen Prozess die Erkenntnisse aus der Windkraftsparte des Konzerns heranziehen. „Wir sind stolz auf unsere Windkraftsparte, immerhin ist in nahezu jeder vierten weltweit installierten Windturbine eines unserer Produkte eingebaut“, sagte Wolf-Henning Scheider. Auch Olaf Scholz zeigte sich von diesem Herangehen überzeugt. „Wir haben hier gesehen, welche Bedeutung Technik, die hier lange für die Windkraftindustrie entwickelt worden ist, für eine Zukunft hat, in der wir CO₂-neutrale Mobilität haben“, sagte der Bundeskanzler laut einer Pressemitteilung der Regierung.

Der Wandel in der Autoindustrie weckt aktuell vor allem bei den Mitarbeitern der Unternehmen Ängste. Auch die ZF Friedrichshafen hatte kürzlich ein Werk im nordrhein-westfälischen Eitdorf geschlossen. Bundeskanzler Scholz sieht nach dem Besuch beim Autozulieferer aber auch große Chancen für Industrie und Mitarbeiter. „Dass das alles keine Bedrohung ist, sondern eine Aussicht, die gut für die Beschäftigten, für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, aber auch für die Unternehmen ist, das habe ich hier mitgenommen“, erklärte er. „Man geht hier mit großer Zuversicht wieder weg.“

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