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Wladimir Putin zeigt bei Parade „Kriegs-Cabrios“ mit Motoren von Porsche

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Von: Julian Baumann

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Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu salutiert vor seinen Soldaten, während er bei der Militärparade im Aurus-Senat-Wagen über den Roten Platz gefahren wird.
Bei der Parade am 9. Mai in Moskau fuhren drei Aurus-Luxuslimousinen vor. Die Motoren wurden von Porsche mitentwickelt. © Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

Inmitten der Ukraine-Krise fuhren bei einer russischen Parade auf dem Roten Platz in Moskau drei individuelle Luxuslimousinen mit Porsche-Motor vor.

Stuttgart/Moskau - Seit über zwei Monaten führt Russland einen Angriffskrieg auf die Ukraine und bombardierte seitdem zahlreiche Städte des osteuropäischen Landes. Am 9. Mai feierte der Kreml um Diktator Wladimir Putin in der russischen Hauptstadt Moskau trotz des anhaltenden Kriegs den 77. Jahrestag des Sieges der damaligen Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Feierlichkeiten auf dem Roten Platz fuhr nicht nur eine Militärkolonne auf, sondern auch drei Luxuslimousinen als Kriegs-Cabrios, deren Motoren offenbar vom Stuttgarter Autobauer Porsche mitentwickelt wurden.

Bei Staatschefs weltweit sind Luxuslimousinen als prestigeträchtige Dienstwagen sehr beliebt. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz wird in einer gepanzerten S-Klasse von Mercedes-Benz chauffiert. Der Kreml nutzte seit den 1990er Jahren ebenfalls ausschließlich Luxusautos des großen Konzerns aus Stuttgart. Seit 2018 verwendet Kreml-Diktator Wladimir Putin die Luxus-Limousine Aurus Senat aus russischer Produktion als Dienstwagen. Drei solcher Modelle fuhren auch bei der Parade am Montag vor.

Russland feiert Protzparade in Moskau und beschießt am selben Tag Odessa

Der Ukraine-Russland Konflikt ist auch nach über zwei Monaten noch im vollen Gange. Die Großstadt Mariupol in der Oblast Donezk wird seit dem Beginn des Angriffskrieges am 24. Februar von russischen Truppen belagert und am 9. wurde laut Angaben der Zeit von Raketenangriffen in der Nähe der Hafenstadt Odessa berichtet. Das hielt Kreml-Diktator Wladimir Putin aber nicht davon ab, am selben Tag die jährliche Militärparade zu veranstalten. Da viele Militärfahrzeuge der russischen Armee derzeit in der Ukraine im Einsatz sind, fiel die Parade kleiner aus, als in den Vorjahren. Dafür präsentierte der Kreml aber drei exklusive Modelle des Aurus Senat als Militär-Cabrio.

Vor dem Jahr 2018 verwendete auch Wladimir Putin eine S-Klasse von Mercedes-Benz als Dienstwagen. Die aktuelle Staatskarosse Aurus Senat wurde vom Moskauer Automobilinstitut NAMI entwickelt. Auf dem Genfer Autosalon im Jahr 2019 erklärte Aurus-Chef Gerhard Hilgert, dass der Senat mehr sei, als nur ein Prestigeobjekt, berichtete Autobild. „Wir sehen uns als globale Alternative zu Bentley, Rolls-Royce oder Maybach und wollen uns deshalb auch im Rest der Welt etablieren“, so der Manager, der zuvor das Russland-Geschäft des Mercedes-Vorgängerkonzerns Daimler leitete.

Aurus Senat erinnert optisch an Rolls-Royce und wird mit Porsche-Motor angetrieben

Die bei der Parade am 9. Mai in Moskau aufgefahrenen Luxuslimousinen erinnern optisch deutlich an den Rolls-Royce Phantom. Als Hybrid-Modell beinhaltet der Aurus Senat einen von Porsche mitentwickelten 4,4-Liter-V8-Motor und einen von Kalaschnikow entwickelten Elektromotor. Laut Bild-Informationen wurden die drei Modelle extra für die Parade auf dem roten Platz gebaut und seien ohne Fahrgestellnummer nicht für den normalen Verkehr bestimmt. Die Luxusmodelle werden in der russischen Stadt Jelabuga durch ein Joint-Venture der Autobauer Ford (USA) und Sollers (Russland) gefertigt. Infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist die Fertigung seit März 2022 allerdings von den Russland-Sanktionen betroffen.

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg haben die großen Unternehmen der deutschen Wirtschaft ihre Verbindungen zu Russland weitgehend gekappt und Lieferungen in das Land eingestellt. Mercedes-Benz unterhält beispielsweise eine Auto-Fabrik in der Nähe von Moskau, die im Jahr 2019 eingeweiht wurde. Die Fabrik hat ihre Produktion als Folge des Krieges eingestellt. Bei der Einweihung der Anlage im Industriepark Jessipowo war Putin in seiner Aurus-Luxuslimousine, welche den gepanzerten Mercedes-S-600 Pullman ersetzte, in die Fabrikhalle gefahren worden. Der Mercedes-600 war auch bei anderen Diktatoren überaus beliebt.

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