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„Schutzbedürftige Menschen“: Mercedes, Bosch und ZF unterstützen Ukraine-Flüchtlinge bei der Arbeitssuche

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Von: Julian Baumann

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Links: Mercedes-Mitarbeiter bei der Montage des EQS. Rechts: Ein Schild verweist auf Jobberatungen für Geflüchtete.
Mercedes-Benz, Bosch und die ZF unterstützen Ukraine-Flüchtlinge bei der Arbeitssuche. © Oliver Berg/dpa & Mercedes-Benz AG (Fotomontage: BW24)

Mercedes-Benz, Bosch und die ZF Friedrichshafen unterstützen die zahlreichen Ukraine-Flüchtlinge in Baden-Württemberg bei der Arbeitssuche.

Stuttgart - Seit dem Beginn des inzwischen über zwei Monate andauernden russischen Angriffskrieges mussten tausende Menschen verschiedenen Standes und mit unterschiedlichen Qualifikationen und Ausbildungen aus der Ukraine fliehen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erfuhren seitdem einen großen Flüchtlingsstrom und setzen alles daran, den Menschen aus dem umkämpften Land zu helfen. Auch Stuttgart erlebt einen Flüchtlingsstrom in „nie gekanntem Ausmaß“.

Für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen ist eine sichere Unterkunft und Grundversorgung das Wichtigste. Viele Flüchtlinge wollen sich zudem in dem jeweiligen Land einbringen. Ukraine-Flüchtlinge wollen in Stuttgart Deutsch lernen, doch das Angebot reicht bei weitem nicht aus. In Stuttgart können geflüchtete Ukrainer zudem kostenlos im gesamten Netz des Verkehrsverbundes VVS öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Für die deutsche Autoindustrie steht die Sicherheit der Mitarbeiter in der Ukraine an erster Stelle. Autobauer Mercedes-Benz und die großen Zulieferer Bosch und ZF Friedrichshafen helfen Geflüchteten, Arbeitsstellen zu finden, wie sie auf Anfrage von BW24 erklären.

Mercedes-Benz veröffentlicht geeignete Stellen für ukrainische Flüchtlinge auf Jobbörse

Der Autokonzern Mercedes-Benz bekommt die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges ebenfalls zu spüren und musste bereits die Produktion am Mercedes-Standort Sindelfingen drosseln. Trotz mehrerer Probleme fährt Mercedes mit der Luxus-Strategie aber gut und konnte den Umsatz im ersten Quartal 2022 deutlich steigern. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region und weit darüber hinaus unterstützt der Autobauer auch Geflüchtete bei der Arbeitssuche. „Wir veröffentlichen besonders relevante und geeignete Stellen für ukrainische Geflüchtete auf der Jobbörse jobaidukraine.com“, erklärt ein Sprecher auf BW24-Anfrage. Die Plattform richtet sich gezielt an geflüchtete Ukrainer und wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt.

Auf die Plattform und weitere ausgeschriebene Stellen in englischer Sprache verweist Mercedes-Benz zudem auf einer speziellen Unterseite für Geflüchtete aus der Ukraine auf der Karriereseite des Konzerns. Wie viele Stellen dadurch bereits an Flüchtlinge vermittelt werden konnten, teilt der Autobauer nicht mit. „Konkrete Zahlen dazu kommunizieren wir nicht“, erklärt der Sprecher. Das Unternehmen stehe in engem und konstruktivem Austausch mit den Ansprechpartnern der zuständigen Agentur für Arbeit. (Das sind die Gehälter bei Mercedes-Benz).

Bosch bietet Ukraine-Flüchtlingen Arbeit an Standorten in dem jeweiligen Land an

Der Technikkonzern Bosch, der auch der weltgrößte Autozulieferer ist, hat Standorte in der ganzen Welt. (Das verdient man bei Bosch). Für geflüchtete Bosch-Mitarbeiter konnten in anderen Ländern bereits Stellen vermittelt werden, wie eine Konzernsprecherin auf Anfrage von BW24 sagt. „Bosch bietet geflüchteten Beschäftigten Arbeit an Bosch-Standorten in dem Land an, in dem sie Zuflucht suchen“, erklärt sie. „In ersten Ländern, zum Beispiel der Slowakei und Ungarn, konnten bereits Stellen vermittelt werden.“

Zudem unterstützt der Konzern aus Stuttgart auch Flüchtlinge, die keine Bosch-Mitarbeiter sind, mit Arbeitsangeboten. „Dazu haben wir Stellen auf spezifischen Online-Stellenbörsen, wie zum Beispiel UAtalents und JobAidUkraine, veröffentlicht und bieten auf unserem Karriereportal Angebote in ukrainischer Sprache zur individuellen Unterstützung und Begleitung bei der Jobsuche“, so die Bosch-Sprecherin. Das Unternehmen geriet im Rahmen des Ukraine-Konfliktes in die Kritik. Der ukrainische Außenminister warf Bosch vor, Komponenten für russische Panzer geliefert zu haben. Der Konzern wies diese Anschuldigungen zurück.

ZF Friedrichshafen arbeitet derzeit an passenden Arbeitsplatzangeboten

Der Autozulieferer ZF mit Hauptsitz in Friedrichshafen (Bodenseekreis) ist einer der führenden Anbieter von Antriebs- und Fahrwerktechnik weltweit. Mit rund 158.000 Mitarbeitern und Standorten in 41 Ländern ist das Unternehmen ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber der Autoindustrie. (Das sind die Gehälter bei der ZF Friedrichshafen). In Bezug auf eine Beschäftigung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine, arbeite der Konzern „derzeit an passenden Arbeitsplatzangeboten“, erklärt ein ZF-Sprecher gegenüber BW24. „Wobei wir die Menschen, die wegen des Krieges zu uns kommen, in erster Linie als schutzbedürftige Menschen und nicht als Arbeitskraft sehen.“

Wie auch bei Mercedes-Benz und Bosch werden Stellenausschreibungen bei der ZF Friedrichshafen für alle Standorte weltweit geschaltet. Da die Menschen, die aus der Ukraine flüchten müssen, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas Schutz suchen, kommt eine potentielle Beschäftigung bei den großen Unternehmen der Autoindustrie auch in mehreren Ländern in Frage. „Angesichts der laufenden Prozesse, die über mehrere Standorte verteilt sind, können wir indes im Moment noch keine Aussagen zu konkreten Einstellzahlen treffen“, erklärt der Sprecher.

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