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Kritik an Toyota: Autohersteller will weiter Verbrennungsmotoren bauen

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Von: Julian Baumann

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Ein Besucher begutachtet den Motor eines Toyota Prius mit Hybridantrieb in einem Showroom des Konzerns in Tokio, Japan.
Autokonzern Toyota will am Verbrenner festhalten und weiterhin Hybrid-Modelle auf den Markt bringen. Das trifft auf Kritik. © Christopher Jue/dpa

Der weltweit größte Autohersteller, Toyota, will weiter am Verbrennungsmotor festhalten. Das führt bei den Investoren zu Kritik.

Stuttgart/Toyota - In Europa gilt ein Verbrenner-Ende ab 2035 bereits als so gut wie beschlossen. Das sieht zumindest eine Entscheidung der EU-Kommission vor, die bereits zu deutlicher Kritik führte. Während Mercedes-Benz das EU-Votum für ein Verbrenner-Aus begrüßt, steht Autozulieferer ZF Friedrichshafen der Entscheidung kritisch gegenüber. Doch auch im Rest der Welt wird der Ruf nach einer Abkehr von den klimaschädlichen Verbrennungsmotoren immer lauter. Der weltgrößte Autohersteller Toyota will aber weiterhin Hybrid-Modelle auf den Markt bringen.

Dem Toyota-Konzern wird seit langem eine eher abweisende Haltung gegenüber der E-Mobilität zugesprochen. Toyota-Manager sagten etwa, die E-Auto-Strategie von Mercedes-Benz sei völlig falsch. Mercedes-Benz will ab 2030, überall da, wo es die Marktbedingungen zulassen, ausschließlich E-Autos verkaufen. Der Zeitpunkt sei zu früh, hieß es von Toyota. Das brachte den Japanern bereits Kritik von den Investoren ein, die Toyota vorwarfen, den Durchbruch der E-Mobilität mit Lobbyarbeit bewusst zu behindern.

Toyota erteilte E-Autos Absage - „noch zu früh, um sich nur auf eine Option zu konzentrieren“

Während die deutschen Autokonzerne und auch die großen Unternehmen der restlichen westlichen Welt zunehmend auf die E-Mobilität setzen, erteilte Toyota den E-Autos im vergangenen Jahr eine Absage. Es sei „noch zu früh, um sich nur auf eine Option zu konzentrieren“, sagte Toyota-Manager Shigeki Terashi. Stattdessen will der Autobauer den Kunden weiterhin die Wahl zwischen Hybrid-Modellen, Fahrzeugen mit Wasserstoff-basierter Brennstoffzelle und reinen E-Autos bieten. Eben die Hybrid-Modelle sind zumindest in Europa aber wohl auch von dem Verbrenner-Verbot betroffen, da sie neben einem Elektromotor auch auf den Verbrenner setzen.

Weil sich Toyota nicht auf reine E-Autos konzentrieren, sondern auch weiterhin Hybrid-Modelle produzieren will, regt sich bei den Investoren des Konzerns immer deutlichere Kritik. Diese wies Toyota der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bei der jüngsten Hauptversammlung aber zurück. „Das Ziel ist CO₂-Neutralität“, bekräftigte Technik-Vorstand Masahiko Maeda, allerdings müsste den Kunden weiterhin eine Auswahl geboten werden, die der Autohersteller nicht eingrenzen möchte. Zudem würden Plug-in-Hybride auch dazu beitragen, die E-Mobilität weltweit populärer zu machen.

Toyota verkaufte über 11 Millionen Hybridautos - auch Renault will am Hybridantrieb festhalten

Dass Toyota seine Modelle mit Hybridantrieb nicht so schnell aufgeben will, ist eigentlich wenig verwunderlich. Der japanische Konzern hat weltweit über elf Millionen Hybridautos verkauft und dadurch 77 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Der Toyota Prius, der aktuell bereits in der vierten Generation verfügbar ist, dominierte laut Reuters in den vergangenen 20 Jahren den Hybridautomarkt. Eine Studie offenbarte kürzlich allerdings die katastrophalen Verbrauchs-Bilanzen der Hybridautos. In diesem Bereich seien sogar die Verbrenner-Modelle deutlich sparsamer.

Mit der Einstellung, weiter am Hybridantrieb festhalten zu wollen, steht der Toyota-Konzern weltweit allerdings nicht alleine da. Der Renault-Entwicklungschef sagte, alles auf E-Autos zu setzen, sei ein Risiko. „Generell werden wir alles dafür tun, dass uns zumindest der Plug-in-Hybrid auch nach 2035 erhalten bleibt, obwohl die EU-Kommission die Absicht verfolgt, ab dann den Verbrennungsmotor zu verbieten“, sagte Gilles Le Borgne, Vorstandsmitglied des französischen Autoherstellers. Die Verbrennungsmotoren seien gerade in Kleinwagen mit Hybridantrieb weiterhin unverzichtbar.

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