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„Würde ihn noch nicht mal meine Katze füttern lassen“: Wirtschaftsexperte kritisiert Tesla und Elon Musk

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Von: Julian Baumann

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Tesla hatte im vergangenen Jahr massiv unter den Eskapaden von CEO Elon Musk zu leiden. Wirtschaftsexperte Paul Krugman vergleicht den Hype um die Aktie mit denen von Kryptowährungen.

Stuttgart/New York City - Tesla ist an der Börse mehr wert, als die drei großen deutschen Autobauer zusammen, hieß es noch vor zwei Jahren. Der Aktienwert des E-Autobauers von Visionär Elon Musk stieg in astronomische Höhen, machte den CEO und Haupteigentümer zum Multimilliardär und übertraf einen bis dato unerreichten Börsenwert von einer Billion US-Dollar. Bereits im Jahr 2021 nahm der Hype um die elektrischen Modelle des US-Unternehmens aber spürbar ab und durch die Twitter-Eskapaden von Elon Musk im Jahr 2022 litt der Ruf des Branchenprimus weiter.

Das hat sich im vergangenen Jahr auch spürbar auf die Aktie des großen E-Autobauers ausgewirkt, der Wert sank von 1,2 Billionen US-Dollar zum Jahresende 2022 auf rund 390 Milliarden US-Dollar. Damit ist der Wert des Autoherstellers mit Hauptsitz in Austin (Texas) zwar noch immer um ein Vielfaches größer als der Börsenwert von Volkswagen (73,86 Milliarden US-Dollar, Stand: 2. Januar 2023), der Wirtschaftsexperte Paul Krugman lässt dennoch kein gutes Haar an Tesla und Musk. In seiner Kolumne in der New York Times verglich der Wirtschaftsnobelpreisträger den Hype um die Tesla-Aktie mit dem von Kryptowährungen wie Bitcoin.

Tesla hat im Konkurrenzkampf mit Apple und Co. Nachteile – laut Wirtschaftsexperte

Tesla hatte im vergangenen Jahr eine große Produktionsoffensive gestartet und innerhalb nur einer Woche mit der „Giga Berlin“ in Grünheide (Brandenburg) und der „Giga Texas“ in Austin gleich zwei große Autofabriken eröffnet. Der Hype um die elektrischen Modelle lässt allerdings zunehmend nach. Etablierte Autohersteller wie Mercedes-Benz oder BMW müssen sich mit ihren elektrischen Fahrzeugen absolut nicht vor dem großen Branchenprimus verstecken und auch die Konkurrenz aus China wächst immer weiter an. Da die modernen E-Autos, im Gegensatz zu den altgedienten Verbrennern, mit einer Vielzahl an Hightech-Software ausgestattet sind, zieht Wirtschaftsexperte Krugman in seiner Kolumne aber einen anderen Vergleich.

Wirtschaftsexperte und Nobelpreisträger Paul Krugman bei einem Forum in Athen, Griechenland (links). Tesla-Chef Elon Musk besucht die Baustelle der „Giga Berlin“ in Grünheide, Brandenburg (rechts).
Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman (links) kritisiert in seiner Kolumne das Verhalten von Elon Musk (rechts) bei Twitter und die Auswirkungen auf seinen Autobauer Tesla. © Pantelis Saitas/dpa & Christophe Gateau/dpa (Fotomontage: BW24)

Die anderen großen Tech-Unternehmen wie beispielsweise Apple oder Microsoft würden mehrere Märkte bedienen und ihren Kunden damit schlüssige Gesamtbilder präsentieren – beispielsweise Word oder Excel als erste Wahl für einen Microsoft-Computer. Tesla dagegen fehlen diese „Netzwerkeffekte“, bemängelt Krugman. Deshalb habe es der Autohersteller gegen die Konkurrenz aus der Software- und auch aus der Autoindustrie zunehmend schwerer. Der Experte fragt sich in der Kolumne bei der New York Times deshalb, ob die Erfolgsgeschichte von Tesla jemals Sinn gemacht habe, oder eher mit dem Hype um Kryptowährungen vergleichbar sei, der größtenteils auf Hoffnungen basiert hätte.

Wirtschaftsexperte kritisiert Elon Musk wegen Twitter-Eskapaden

Der steigende Konkurrenzdruck ist allerdings nur ein Problem, mit dem der E-Auto-Platzhirsch Tesla aktuell zu kämpfen hat. Seit der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Elon Musk leidet das wichtigste Unternehmen des umstrittenen Milliardärs zunehmend unter dessen Vorgehen. Laut einer Umfrage zerstört Elon Musk dadurch den Ruf von Tesla und auch die Investoren werden immer ungehaltener. In Bezug auf das Vorgehen als Chef von Twitter äußert Paul Krugman deutliche Kritik an Elon Musk. „Basierend auf dem, was wir von Musks Verhalten gesehen haben, würde ich ihn noch nicht mal meine Katze füttern lassen“, schreibt er. „Ganz zu schweigen von der Führung eines Konzerns.“

Rückblickend kann auf jeden Fall festgehalten werden, dass das Jahr 2022 für Tesla alles andere als erfolgreich war. Wie bereits gewohnt vermeldete das US-Unternehmen zwar einen Rekord nach dem anderen, insgesamt blieben die Auslieferungen aber deutlich hinter dem angesetzten Ziel zurück. Eine kürzlich von Elon Musk selbst gestartete Umfrage ergab allerdings, dass die Mehrheit der Nutzer einen Rücktritt von Musk als Twitter-Chef befürwortet. Daraufhin zeigten sich auch die Tesla-Aktionäre zuversichtlich, dass sich der große Visionär künftig wieder mehr auf seinen E-Autobauer konzentrieren werde.

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