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Tesla senkt Preise für E-Autos, doch Käufer haben das Nachsehen – „Verarschung am Kunden“

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Von: Julian Baumann

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Tesla hat nun auch in Deutschland die Preise deutlich gesenkt. Im Netz ärgern sich einige Nutzer, die ihr E-Auto noch im Dezember gekauft hatten.

Stuttgart/Austin - Ende 2022 hat Tesla die Preise für seine E-Auto-Modelle auf dem Heimmarkt in den Vereinigten Staaten erneut deutlich gesenkt und kurze Zeit später in China nachgezogen. Das trieb laut übereinstimmenden Medienberichten viele Menschen in der Volksrepublik auf die Barrikaden, die die Modelle kurz zuvor noch für den höheren Preis bestellt hatten. Nun sind auch in Deutschland die Preise deutlich gesunken, 24auto.de berichtet aktuell von einem Preisnachlass von 6.000 Euro beim Model 3 und ganzen 9.100 Euro beim Model Y, das seit März auch in Deutschland produziert wird.

Wie zuvor in den USA und China regen sich auch in Deutschland Tesla-Kunden über den Preisnachlass auf, die noch im Dezember 2022 ein Modell bestellt hatten. „Ich habe wie viele noch schnell Ende Dezember 2022 ein Model Y ‚aufgeschwatzt‘ bekommen“, schreibt ein User im „Tesla Fahrer und Freunde-Forum“ (tff-Forum). „Nur um jetzt mit Entsetzen die Preisreduzierung mit anzusehen.“ Während sich einige Nutzer im Forum über die Reduzierung der Preise beschweren, sind andere der Meinung, dass dies eben Bestandteil der Marktwirtschaft sei. Auch Tesla-Boss Elon Musk hatte sich bereits auf Twitter in Bezug auf die Beschwerden zu Wort gemeldet.

Tesla senkt Preise in Deutschland: Kunden fühlen sich hintergangen – „das ist Verarschung“

Dass viele deutsche Tesla-Kunden ihr E-Auto der US-Marke noch im Dezember bestellt hatten, hängt möglicherweise auch mit der staatlichen Förderung zusammen. Seit dem 1. Januar gibt es bei der E-Auto-Prämie einige Änderungen. Unter anderem erhalten Käufer einen deutlich niedrigeren Zuschuss – gerade bei hochpreisigen Premiummodellen wie denen von Tesla. Nun beschweren sich aber einige Kunden, dass die bereits gekauften oder bestellten Modelle inzwischen sehr viel günstiger zu haben sind. „Ich kann deinen Unmut sehr gut verstehen, zumal Tesla die Kunden zum Jahresende noch schön angelockt hat, um dann bis zur Preissenkung noch die mögliche Widerrufsfrist abzuwarten“, schreibt ein Nutzer. „Das ist Verarschung am Kunden.“

Neue Elektrofahrzeuge vom Typ Model Y stehen am frühen Morgen auf einem Parkplatz am Terminal 5 des Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg.
Tesla hat auch in Deutschland die Preise deutlich gesenkt. Kunden, die ihre E-Autos bereits zuvor bestellt hatten, fühlen sich hintergangen. © Patrick Pleul/dpa

Der Ersteller des Threads erklärt, dass bei ihm die Widerrufsfrist von 14 Tagen bereits abgelaufen sei und fragt die Nutzer, was man nun unternehmen könne. Bei der Frage, was man unternehmen kann, wenn man ein Tesla-Modell zu einem teureren Preis gekauft hat, als sie das Unternehmen jetzt ausschreibt, sind sich die Nutzer im Forum größtenteils einig. „Blöde Situation, aber nein, du kannst nichts machen“, schreibt einer. „Da kann man zum Glück nichts machen“, kommentiert ein anderer. „Wenn der Preis jetzt um 9.000 Euro gestiegen wäre, würdet ihr ja auch nicht nachzahlen, oder?“

Tesla-Forum kann Aufregung nicht verstehen: „Bringst du die Butter auch wieder in den Supermarkt?“

Mit einem ähnlichen Wortlaut wie dieser Nutzer im tff-Forum hatte auch Elon Musk bereits 2019 auf Twitter auf den Unmut in Bezug auf Preisanpassungen bei Tesla reagiert. „Wenn die Preise sinken, wollen diejenigen, die bereits ein Auto gekauft haben, den niedrigeren Preis“, schrieb Musk, der seit vergangenem Jahr auch der Eigentümer von Twitter ist. „Aber, wenn die Preise steigen, dann stellen diejenigen, die bereits ein Auto gekauft haben, Tesla keinen Scheck aus.“ Im Forum sind auch weitere Nutzer der Meinung, dass man eine Ware, die man bereits gekauft hat, eben nachträglich nicht zu einem vergünstigten Preis erhält.

„Bringst du das Pfund Butter auch wieder in den Supermarkt, wenn es am nächsten Tag im Angebot ist?“, fragt einer. Der Ersteller des Threads antwortet, dass es im Falle eines Teslas aber nicht um 49 Cent Preisnachlass, sondern um 9.000 Euro geht. „Wenn das so normal und toll wäre, würden die Leute in China nicht auf die Straße gehen“, gibt er zu bedenken. „Ich jedenfalls werde es nicht so stehen lassen.“ Ob der Tesla-Kunde und auch andere Betroffene gegen eine nachträgliche Preisreduzierung etwas unternehmen können, bleibt fraglich. „Mund abputzen und übers Auto freuen, wie es ist“, rät deshalb ein User im Forum. „Darüber aufregen bringt dir ja nichts.“

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