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Tesla verschrottet Hunderte Model Y - Nur wenige finden neue Verwendung

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Von: Nadja Pohr

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Tesla Y Modelle stehen auf einem Gelände der neuen Giga Factory
Tesla sitzt seit der Eröffnung der „Giga Berlin“ auf mehr als Hundert Model Y fest, die zum Teil wegen Qualitätsmängeln entsorgt werden müssen. © IMAGO/Jochen Eckel

Erste Tesla Model Y aus dem Werk bei Berlin waren nicht für den Verkauf freigegeben und müssen nun entsorgt werden. Für wenige konnte eine andere Lösung gefunden werden.

Grünheide/Stuttgart - Ende März eröffnete in Grünheide mit „Giga Berlin“ der erste Produktionsstandort des E-Autobauers Tesla in Deutschland. Doch bereits vier Monate nach dem Startschuss steht das Unternehmen vor ersten Schwierigkeiten. Weil Tesla mit Produktionsproblemen in Berlin kämpft, stehen die Bänder seit dem 11. Juli in Berlin still. Nun sorgen auch noch die ersten E-Autos aus dem Tesla-Werk für Ärger - teilweise müssen sie verschrottet werden.

Tesla: Mehr als Hundert Tesla Model Y müssen wegen Qualitätsmängeln entsorgt werden

Dank einer Vorab-Erlaubnis durfte die „Giga Berlin“ lange vor einer abschließenden Genehmigung des Tesla-Werks testweise Fahrzeuge aus der Reihe Model Y produzieren. Zunächst erst 250 und dann noch einmal 2000 Teslas wurden gebaut, waren jedoch von Beginn an für den Verkauf nicht zugelassen. Nun sitzt das Unternehmen auf Hunderten Model Y, die sie zum Teil wegen Qualitätsmängeln entsorgen müssen. Für 102 der vorab produzierten Fahrzeuge liegen bereits Entsorgungsnachweise vor, wie aus einem Dokument des Brandenburger Landesamts für Umwelt hervorgeht.

Die Zahl könne jedoch weiter ansteigen. Denn bei vielen weiteren Testmodellen scheint bis heute nicht klar zu sein, was auf Dauer mit ihnen geschehen soll, wie Teslamag berichtet. Um wie viele E-Autos es sich genau handelt, geht aus den Dokumenten nicht hervor, da Tesla viele Informationen aufgrund von Geschäftsgeheimnissen schwärzen ließ. Das Unternehmen von Multimilliardär Elon Musk gab jedoch an, dass einige Model Y wegen ihrer „geringen“ oder „mittleren“ Qualität nur intern genutzt werden.

Tesla würde testweise produzierte Model Y mit „guter“ Qualität gerne verkaufen

In einem Brief an die zuständigen Behörden wird jedoch auch deutlich, dass es nicht im Sinne von Tesla sei, die E-Autos für sich zu nutzen oder gar zu entsorgen. Im Gegenteil: Model Y aus den Anlagenprüfungen mit „guter“ Qualität können „ohne größere Einschränkungen weiterverwendet werden“ und sollen „an Endverbraucher veräußert werden“. Dies wäre auch im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das vorgibt, eine Entsorgung möglichst zu vermeiden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Wie der RBB berichtet, habe Tesla vom Landesumweltamt dafür tatsächlich grünes Licht bekommen und darf einige Model Y aus der Test-Produktion verkaufen. Dem E-Autobauer stehe es frei, während der Erprobung der Gigafactory entstandene Karossen aufzubereiten und „bei Vorliegen der Verkehrsfähigkeit dem Verkauf zuzuführen“. Möglich sei auch, dass die Fahrzeuge als Ersatzteil-Spender oder Leihfahrzeuge für Kunden hergenommen werden können.

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